Verzeichnis und Rote Liste der Pflanzengesellschaften Deutschlands (Stand 30.10.2000)

  Rang wissenschaftlicher Name deutscher Name D FL BL AL
V FOR V. Quell- und Niedermoorgesellschaften, Hochmoorschlenken- und Bulten-Gesellschaften          
       
V KLA Montio-Cardaminetea Br.-Bl. et Tx. ex Klika 1948 Schaumkraut-Quellflur-Gesellschaften        
  Montio-Cardaminetea Br.-Bl. et Tx. 1943
Montio-Cardaminetea Br.-Bl. et R. Tx. 1943 ex Klika et Hadac 1944
Quell-Gesellschaften
Quellflur-Gesellschaften und Waldsümpfe
Quellfluren, Waldsümpfe
 
 

"Br.-Bl. et Tx. 1943" als Autor sind abzulehnen, da bei ihnen eine ausreichende Originaldiagnose mit Zuordnung entsprechender Untereinheiten fehlt. Die Fassung der Klasse ist nicht unumstritten. Einige Mitarbeiter befürworten ihre völlige Auflösung. Dem Beschluß des Workshops "Röhrichte, Moore" folgend, werden hier 2 Ordnungen (Montio-Cardaminetalia und Cratoneuretalia commutati) akzeptiert. Letztere umfassen von den bei Hinterlang (1992) im Cratoneurion-Verband zusammengefaßten Gesellschaften nur diejenigen, die durch höhere Pflanzen geprägt sind, während die ganz von Kryptogamen geprägten Gesellschaften aus dem System der Farn- und Blütenpflanzen-Gesellschaften ausgelagert und in der Kryptogamen-Klasse Adiantetea untergebracht werden. Hinterlang widerspricht dieser - seiner Ansicht nach künstlichen - Auftrennung vehement. Aber auch in die andere Richtung gibt es Forderungen; so möchte Flintrop den Cratoneurion-Verband als Ganzes aus den Montio-Cardaminetea auslagern und in die Adiantetea stellen - die bisher hier untergebrachten Gesellschaften mit Phanerogamen würden dann in den Cardamino-Montion-Verband umgelagert. Nach Flintrop kommt Cratoneuron commutatum grundsätzlich nicht als Kennart eines Montio-Cardaminetea-Verbandes in Frage, da die Art hochstet auch im Caricion maritimae (bei Bressoud (1986) mit Stetigkeit 4 im Caricion maritimae) und zumindest teilweise auch im Caricion davallianae auftritt. Philonotis seriata scheidet als Verbandskennart ebenfalls aus, da die Art auch in nahezu jeder Aufnahme des Montio-Bryetum schleicheri auftritt.
Die Cardamino-Chrysosplenietalia Hinterlang 1992 sind als Ordnung nicht allgemein akzeptiert. Im Workshop "Röhrichte, Moore" wurden sie gänzlich abgelehnt, ebenso die dort zugeordneten Einheiten Caricion remotae Kästner 1941 und Caricetum remotae (Kästner 1941) Schwickerath 1944. Hinterlang trägt dieses Vorgehen nicht mit.

 
V ORD Montio-Cardaminetalia Pawlowski in Pawlowski et al. 1928 Europäische Quellflur-Gesellschaften        
  Cardamino-Chrysosplenietalia Hinterlang 1992
Caricion remotae Kästner 1941
Cardamino-Cratoneuretalia Maas 1959
   
 

Hinterlang (1992) folgend wird aber für das Caricion remotae eine eigene Ordnung "Cardamino-Chrysosplenietalia Hinterlang 1992" akzeptiert.

 
V ASS Cardamine amara-Gesellschaft Bitterschaumkraut-Quellflur * V * *
  Basalgesellschaft Cardamine amara [Caricion remotae]
Cardamine amara-Basalgesellschaft
Cardamino-Chrysosplenietum alternifolii Moor 1959
Cardamino-Chrysosplenietum alternifolii Moor 1959 em. Zechmeister 1993
Cardamine amara-flexuosa-Gesellschaft
Cardamine amara-Gesellschaft
Carex remota-Gesellschaft
Cardaminetum flexuosae Oberd. 1957
Caricetum remotae (Kästner 1941) Schwickerath 1944
Bitterschaumkraut-Flur
Bitterschaumkraut-Gesellschaft
Bitteres Schaumkraut-Flur
 
 

Inhaltlich - darin sind sich die meisten Mitarbeiter einig - handelt es sich um eine ranglose Gesellschaft innerhalb der Montio-Cardaminetea. Bei Akzeptanz des Verbandes Caricion remotae kann sie als dessen Basalgesellschaft gefaßt werden (wobei sie nach Hinterlang korrekt "Basalgesellschaft Cardamine amara [Caricion remotae]" zu heißen hat). Dierßen unterscheidet zwischen einem enger gefaßten Caricetum remotae, einem Cardaminetum flexuosae Oberd. 1957 und einem "Cardamino-Chrysosplenietum alternifolii Maas 1959 em. Zechmeister 1993". Letzteres synonymisiert er - Zechmeister (1993) folgend - mit der Cardamine amara-Basalgesellschaft. Die Emendation durch Zechmeister (1993) beruht auf der Zusammenfassung zweier Gesellschaften von Maas (1959), wobei außer der namengebenden Gesellschaft noch das "Pellio-Conocephaletum Maas 1959" einbezogen wird. Letztere wird von unseren Mitarbeitern sonst aber grundsätzlich als Kryptogamen-Synusie oder Kryptogamen-Gesellschaft (mit entsprechender Zuordnung zu einer Kryptogamenklasse) gewertet.

 
V VRB Cardamino-Montion Br.-Bl. 1926 Quellfluren kalkarmer Standorte        
  Cardamino-Montion Br.-Bl. 1925
Cardaminenion Den Held et Westhoff 1969
Montienion Den Held et Westhoff 1969
Cardamino-Cratoneuretum Kornas et Medwecka-Kornas 1967
Philonotido-Saxifragetum stellaris Nordhagen 1943
Philonoto-Saxifragetum stellaris Nordhagen 1943
Subatlantisch-montane Quellgesellschaften des Silikat-Berglandes  
 

Auf die Aufteilung in Unterverbände wird hier verzichtet. Hier einbezogen wird das "Cardamino-Cratoneuretum Kornas et Medwecka-Kornas 1967"; nach Hinterlang handelt es sich dabei um die "Zentralassoziation, oft mit Philonotis calcarea" im von ihm zu den Montio-Cardaminetea gestellten Verband Cratoneurion commutati.

 
V ASS Montio-Bryetum schleicheri Br.-Bl. 1926 Subalpine Quellmoos-Gesellschaft 2 - 2 2
  Montio-Bryetum schleicheri Br.-Bl. 1925
Bryetum schleicheri Br.-Bl. 1926
Bryo-Philonotidetum seriatae Luquet 1926
   
 

Hinterlang meldet die Abnahme an Vielfalt von Ausbildungsformen und erläutert: "Bestände mit Sedum villosum gehen zurück!".

Das "Bryo-Philonotidetum seriatae Luquet 1926" wird hier als Ausbildung des Montio-Bryetum schleicheri Br.-Bl. 1926 betrachtet.

 
V ASS Philonotido fontanae-Montietum rivularis Büker et Tx. in Büker 1942 Quellkraut-Quellmoosflur 2 1 3 -
  Philonotido fontanae-Montietum rivularis Büker 1942
Montio-Philonotidetum fontanae Büker et Tx. apud Büker 1942
Quellkraut-Quellmoos-Gesellschaft
Quellkraut-Gesellschaft
Quellmoos-Gesellschaft
Montane Quellmoos-Gesellschaft
Montan-subalpine Quellmoosgesellschaft
Quellmoos-Quellkrautflur
Silikat-Quellfluren tieferer Lagen
Bachquellkraut-Flur
 
 

Hinterlang schreibt: "Die Aufgabe extensiver Weidewirtschaft ist Hauptfaktor von Gefährdung und Rückgang." Wolff kommentiert: "Die Zahl der Quellen, speziell der naturnahen, nimmt seit 150 Jahren stetig ab. Davon ist sicher auch diese Offenland-Gesellschaft betroffen".

Das "Stellario alsines-Montietum fontanae Franzi 1984" wird hier mit ins Philonotido fontanae-Montietum rivularis einbezogen (Beschluß Workshop "Röhrichte, Moore"). Vorher gab es dazu folgende Stimmen: Flintrop / Nowak und Wolff befürworteten ausdrücklich die von Hinterlang (1992) vorgenommene Fassung der Gesellschaft als Assoziation ("Stellario alsinis-Montietum rivularis Hinterlang 1992"); Hinterlang selbst wies darauf hin, daß "seine" Assoziation bereits als "Stellario alsines-Montietum fontanae Franzi 1984" beschrieben war. Abgelehnt wurde die Gesellschaft durch Mast ("Bestände lassen sich dem Philonotido-Montietum zuordnen"), die Assoziation durch Dierßen ("Stellaria alsine(Cardamino-Montion)-Basalgesellschaft").

 
V ASS Chrysosplenietum oppositifoliae Oberd. et Philippi in Oberd. 1957 Milzkraut-Quellflur V 3 V -
  Chrysosplenietum oppositifolii Oberd. et Philippi 1977 in Oberd. 1977 Milzkraut-Flur
Milzkrautgesellschaft
Gesellschaft des Gegenblättrigen Milzkrautes
 
 

Wolff schreibt: "Schleichender Rückgang durch Abnahme der Quelltätigkeit seit 150 Jahren kann als gesichert gelten, sowie durch Zuschütten von Schluchten". Himmler schildert für die Pfalz: "Fast nur noch Fragmente an Brunnen und Gräben, kaum noch als Quellflur".

Von Hinterlang (vgl. Hinterlang 1992) in den Verband Caricion remotae und mit diesem in eine eigene Ordnung "Cardamino-Chrysosplenietalia Hinterlang 1992" gestellt. Andere Mitarbeiter und der Workshop "Röhrichte, Moore" bevorzugen hingegen mehrheitlich die "klassische" Unterbringung beim Cardamino-Montion, der hier gefolgt werden soll.

 
V ORD Cardamino-Cratoneuretalia Maas 1959 Kalk-Quellfluren        
  Cratoneuretalia commutati    
V VRB Cratoneurion commutati W. Koch 1928 Quellfluren kalkreicher Standorte        
    Kalk-Quellfluren
Nord- und mitteleuropäische alpine Hartwasser-Quellgesellschaften des Berglandes
Alpine, basenreiche Quellfluren
Tuff-Gesellschaften
 
 

In bezug auf den Verband Cratoneurion commutati konnten sich unsere Mitarbeiter nicht auf eine Zuordnung zu den Montio-Cardaminetea oder den Adiantetea (also reinen Moosgesellschaften) einigen. Letzten Endes sind es fast philosophische Gründe, die hier eine Annäherung unmöglich machten. Da die Moosgesellschaften - entgegen der ursprünglichen Absicht - hier nicht mit in die Rote Liste aufgenommen werden, soll das Cratoneurion hier provisorisch bei den Montio-Cardaminetea belassen werden. Dargestellt werden hier aber nur das Cratoneuretum commutati und die Cochlearia pyrenaica-Gesellschaft, also der Teil eines weit gefaßten Cratoneurion, der durch Phanerogamen gekennzeichnet ist. Auf die Darstellung reiner Kryptogamen-Gesellschaften wird verzichtet.

 
V ASS Cratoneuro-Arabidetum bellidifoliae W. Koch 1928 Gänsekressen-Tuffmoos-Gesellschaft * - - *
  Arabido bellidifoliae-Cratoneuretum W. Koch 1928 nom. invers. propos.    
 

Von Hinterlang (1992) in den Verband Cratoneurion commutati und mit diesen zu den Montio-Cardaminetalia gestellt. Die immer wieder befürwortete Namensinversion zum "Arabido bellidifoliae-Cratoneuretum" ist nach Empfehlung 10c CPN nicht möglich.

 
V ASS Cratoneuretum commutati Aichinger 1933 Starknervmoos-Quellgesellschaft 3 2 3 *
  Cochleario pyrenaicae-Cratoneuretum commutati (Oberd. 1957) Th. Müller 1961
Cochlearia bavarica-Gesellschaft
Starknervmoos-Gesellschaft
Kalkquellfluren der Tallagen
Montane Kalkquellfluren
Gesellschaft des Gemeinen Starknervmooses
Tuffmoos-Quellflur
 
 

Von Hinterlang (1992) in den Verband Cratoneurion commutati und mit diesen zu den Montio-Cardaminetalia gestellt. Flintrop / Nowak - die das Cratoneurion ins System von Kryptogamen-Gesellschaften stellen möchten - äußern sich: "als Phanerogamengesellschaft sollte die Ass. ins Cardamino-Montion gestellt werden."

 
V ASS Cochlearia pyrenaica-Gesellschaft Gesellschaft des Pyrenäen-Löffelkrautes 2 - 2 -
    Pyrenäen-Löffelkraut-Gesellschaft
Löffelkraut-Starknervmoos-Flur
 
V KLA Scheuchzerio-Caricetea fuscae Tx. 1937 Niedermoor- und Schlenkengesellschaften        
  Scheuchzerio-Caricetea nigrae Tx. 1937 nom. mutat. propos.
Scheuchzerio-Caricetea fuscae Tx. 1937
Scheuchzerio-Caricetea nigrae Tx. 1937
Scheuchzerio-Caricetea nigrae (Nordhagen 1936) R. Tx. 1937
Sphagnum fallax-Calamagrostis canescens-Gesellschaft
Sphagno-Calamagrostidetum canescentis Pietsch 1976
Sphagnum fallax-Molinia caerulea-Gesellschaft
Sphagno fallacis-Calamagrostietum canescentis Passarge 1999
Flach- und Zwischenmoore
Niedermoorgesellschaften und Hochmoorschlenken-Gesellschaften
Sauergrasbeherrschte, oligo- bis mesotraphente Hoch-, Übergangs- und Niedermoorgesellschaften
Moorschlenken- und Kleinseggen-Gesellschaften
 
 

Der Name "Carex fusca", ein Synonym zu Carex nigra, ist noch keineswegs ganz aus der botanischen Literatur verschwunden. Insofern gibt es nach dem CPN noch keinen zwingenden Grund, eine Namensänderung hin zu (dem mittlerweile oft, aber zumindest zunächst Code-widrig verwendeten) "Scheuchzerio-Caricetea nigrae" statt "Scheuchzerio-Caricetea fuscae" vorzunehmen. Dennoch befürwortet ein Teil der Mitarbeiter - der Praxis und einem entsprechenden Vorschlag von Steiner (1993) folgend - die Umbenennung. Dies liegt schon deshalb nahe, weil der Name einer der wichtigsten Gesellschaften, das "Caricetum goodenowii Braun 1915" in jedem Fall zu "Caricetum nigrae Braun 1915 nom. mutat. propos." umgeformt werden muß. Gänzlich abzulehnen und nur mit Vorbehalt hier zu integrieren sind einige Durchdringungskomplexe verschiedener Klassen, so die "Sphagnum fallax-Calamagrostis canescens-Gesellschaft" (= "Sphagno-Calamagrostidetum canescentis Pietsch 1976"), die wohl besser zu den Phragmito-Magnocaricetea zu stellen wäre, und die "Sphagnum fallax-Molinia caerulea-Gesellschaft".

 
V ORD Scheuchzerietalia palustris Nordhagen 1937 Zwischenmoor- und Schlenken-Gesellschaften        
  Scheuchzerietalia palustris Nordhagen 1936
Eriophorum angustifolium-Scheuchzerietalia-Gesellschaft
Sphagno-Eriophoretum angustifolii Nordhagen 1917
Sphagno-Eriophoretum angustifolii (Hueck 1925) R. Tx. 1958 em. Succow 1974 nom. invers.
Comarum palustre-Menyanthes trifoliata-Gesellschaft
Menyanthes trifoliata-Gesellschaft
Calamagrostis neglecta-Gesellschaft
Calamagrostietum strictae Nordhagen 1927
Calamagrostietum neglectae Steffen 1931, Soó 1938
Calamagrostis stricta(Caricion nigrae)-Gesellschaft
Pedicularis palustris-Gesellschaft
Calla palustris-Gesellschaft
Calletum palustris (Osvald 1925) Vanden Bergen 1952
Calletum palustris (Osvald 1923) van den Berghen 1952
Calletum palustris (Osvald 1923) Vanden Berghen 1952
Carici-Menyanthetum trifoliatae Soó 1955
Eriophoro angustifolii-Sphagnetum maji
Eriophori angustifolii-Sphagnetum majoris
Eriophoro angustifolii-Sphagnetum rubelli
Sphagnum balticum-Eriophorum angustifolium-Gesellschaft
Eriophoro angustifoliae-Sphagnetum recurvi Jasnowski 1958
Nordische Zwischenmoor- und Schlenken-Gesellschaften
Übergangsmoor- und Schlenkengesellschaften
Zwischenmoor- und Schlenken-Gesellschaft
Boreale Schwingrasen- und Moorschlenken-Gesellschaften
 
 

Noch am ehesten getrennt auszuscheiden wäre hier eine "Eriophorum angustifolium-Scheuchzerietalia-Gesellschaft", der dann auch einige Fragmente, wie die "Comarum palustre-Menyanthes trifoliata-Gesellschaft" zugeordnet werden könnten. Trotz Bedenken ganz eingezogen wird hier die "Calamagrostis neglecta-Gesellschaft". Philippi (in Oberdorfer 1977) erwähnte die Gesellschaft gleich an zwei verschiedenen Stellen. Am Ende des Magnocaricion (Phragmito-Magnocaricetea) schreibt er unter "fragliche oder wenig bekannte Gesellschaften": "Calamagrostis neglecta-Stadium (Calamagrostietum neglectae Steff. 31, S38): Folgegesellschaft bzw. Abbaustadium verschiedener Magnocaricion-Gesellschaften wie des Caricetum elatae; von L. Kuhn (1961) aus dem Federseegebiet belegt." Unter "weitere Gesellschaften der Scheuchzerietalia palustris" ist dann zu erfahren: "Eine Calamagrostis neglecta-Gesellschaft, die L. Kuhn (1954) vom Federsee (Oberschwaben) im Rahmen des Magnocaricion, analog dem Calamagrostietum neglectae Steffen 1931 und S1938 beschreibt, muß als Anfangsstadium einer Caricion lasiocarpae-Gesellschaft betrachtet werden. Die Art verhält sich ähnlich wie Carex lasiocarpa selbst, hat aber wie diese ihren eigentlichen Massenschwerpunkt in Verbindung mit zahlreichen Kennarten in den Scheuchzerietalia". Dierßen sieht einen anderen Bezug und möchte von einer "Calamagrostis stricta(Caricion nigrae)-Gesellschaft" sprechen. Passarge, Großer, Pietsch und Passarge bevorzugen die Fassung als Assoziation ("Calamagrostietum strictae Nordhagen 1927", "Calamagrostietum neglectae Nordhagen 1927", bzw. "Calamagrostietum neglectae Steffen 1931, S1938"), was das Problem des Fehlens einer Kennart aber nicht löst. Als Einheit gänzlich abgelehnt wird die "Pedicularis palustris-Gesellschaft" (sensu Preising 1952), die als Pedicularis palustris-Fazies im Caricion nigrae und Caricion lasiocarpae, aber auch im darauf folgenden Calthion auftritt.

 
V ASS Eriophorum angustifolium-Sphagnum fallax / cuspidatum-Gesellschaft Torfmoos-Wollgras-Gesellschaft * * * *
  Sphagnum cuspidatum[-Rhynchosporion albae]-Gesellschaft
Sphagnum cuspidatum-Gesellschaft [des Rhynchosporion albae]
Sphagnum denticulatum-cuspidatum-Gesellschaft
Sphagnum cuspidatum-denticulatum-[Sphagno-Utricularion-]Gesellschaft
Eriophorum angustifolium[-Rhynchosporion]-Basalgesellschaft
Sphagnum cuspidatum-Eriophorum angustifolium-Gesellschaft
Eriophorum angustifolium-Sphagnum fallax-Gesellschaft
Sphagnum fallax-Eriophorum angustifolium-Gesellschaft
Sphagnetum cuspidato-obesi R. Tx. et Hübschmann 1958
Schmalblattwollgras-Krummtorfmoos-Rasen
Schmalblattwollgras-Spießtorfmoos-Schlenke
Wollgras-Spießtorfmoos-Schwingrasen
Spießtorfmoos-Wollgras-Rasen
 
 

Insgesamt wenigstens gebietsweise in Ausbreitung begriffen und nicht gefährdet. Bestände, in denen Sphagnum cuspidatum dominiert, sind in vielen Regionen gefährdet und gehen auf Kosten von Beständen, die von Sphagnum fallax dominiert werden, zurück.

Hier im Sinne einer Ordnungs-Gesellschaft aufgefaßt. Nicht getrennt dargestellt werden die "Sphagnum cuspidatum-Gesellschaft [des Rhynchosporion albae]" (z.T. identisch mit "Sphagnum denticulatum-cuspidatum-Gesellschaft" und die "Eriophorum angustifolium(-Rhynchosporion)-Basalgesellschaft"), die "Sphagnum cuspidatum-Eriophorum angustifolium-Gesellschaft", die "Eriophorum angustifolium-Sphagnum fallax-Gesellschaft" u.a. Erstere (die "Sphagnum cuspidatum-Gesellschaft [des Rhynchosporion albae]") wird von einem Teil der Mitarbeiter akzeptiert, von anderen abgelehnt. Überregional hat sie keine Bedeutung. Hier mit einbezogen wird die oft zu den Utricularietea gestellte "Sphagnum cuspidatum-Gesellschaft (= Sphagnetum cuspidato-obesi). Nach Pietsch handelt es sich um "eine wichtige Pioniergesellschaft bzw. edaphische Dauergesellschaft, gehört zum Sphagno-Utricularion und auch zum Rhynchosporion und Caricion lasiocarpae (Scheuchzerietalia)". In der vorliegenden Liste findet sie sich als Sphagnum cuspidatum-Sphagnum denticulatum-Gesellschaft beim Rhynchosporion albae.

 
V VRB Rhynchosporion albae W. Koch 1926 Schlenkengesellschaften        
  Eriophorum angustifolium(Rhynchosporion)-Basalgesellschaft
Polytrichum commune-Abbaugesellschaft des Rhynchosporion
Schnabelried-Gesellschaften
Schnabelried-Schlenken
Moorschlenken-Gesellschaften
Schnabelbinsen-Ufer- und Schlenkengesellschaften
 
 

Nicht getrennt dargestellt werden die "Sphagnum cuspidatum-Gesellschaft [des Rhynchosporion albae]" (z.T. identisch mit "Sphagnum denticulatum-cuspidatum-Gesellschaft" und die "Eriophorum angustifolium(-Rhynchosporion)-Basalgesellschaft"), die "Sphagnum cuspidatum-Eriophorum angustifolium-Gesellschaft", die "Eriophorum angustifolium-Sphagnum fallax-Gesellschaft" u.a.
Erstere (die "Sphagnum cuspidatum-Gesellschaft [des Rhynchosporion albae]") wird von einem Teil der Mitarbeiter akzeptiert, von anderen abgelehnt. Überregional hat sie keine Bedeutung. Hier mit einbezogen wird die oft zu den Utricularietea gestellte "Sphagnum cuspidatum-Gesellschaft (= Sphagnetum cuspidato-obesi). Nach Pietsch handelt es sich um "eine wichtige Pioniergesellschaft bzw. edaphische Dauergesellschaft, gehört zum Sphagno-Utricularion und auch zum Rhynchosporion und Caricion lasiocarpae (Scheuchzerietalia)". In der vorliegenden Liste findet sie sich als Sphagnum cuspidatum-Sphagnum denticulatum-Gesellschaft beim Rhynchosporion albae.
Hier einbezogen wurde ferner die "Lycopodiella inundata-Gesellschaft", die Passarge neuerdings als "Lycopodielletum inundati (Jonas 1935) Passarge 1999" geführt [und in litt. 23.6.2000 ausdrücklich als Assoziation verteidigt] wird.

 
V ASS Caricetum limosae Osvald 1923 Schlammseggen-Blumenbinsen-Schwingrasen 3 2 3 3
  Carex limosa-Gesellschaft
Carex limosa-Caricion lasiocarpae-Gesellschaft
Caricetum limosae Osvald 1923 em. Dierßen 1982
Caricetum limosae Paul 1910 em. Osvald 1923
Caricetum limosae Br.-Bl. 1921
Caricetum limosae Beger 1922
Sphagno-Scheuchzerietum
Scheuchzerio-Sphagnetum majoris
Scheuchzerio-Sphagnetum maji
Scheuchzerietum palustris Tx. 1937
Schlammseggen-Schwingrasen
Schlammseggen-Schlenke
Schlammseggen-Blasenbinsen-Gesellschaft
Schlammseggen-Blasenbinsen-Schlenke
Schlammseggen-Gesellschaft
Schlammseggen-Sumpfgesellschaft
Schlammseggenried
 
 

Wolff schreibt: "in der Pfalz nur noch 1 kleines Vorkommen der Art, nicht mehr als Ass. auffaßbar; auch an geeignet erscheinenden Stellen verschwunden". Auch seine Angaben zum Saarland schildern die Situation sehr drastisch:"Nach Schultz 1846 zwischen Saarbrücken und Homburg vielfach in Sümpfen: Gesellschaftsbildung kann als gesichert gelten. Nach Schultz 1863 schon "meist wegkultiviert"".
Nach Wilmanns ist die Gesellschaft im Schwarzwald zwar nicht unmittelbar bedroht, aber doch recht selten und bei Realisierung verschiedener Planungen auch schnell erheblich gefährdet.

Hier in der emendierten Form von Dierßen 1982. Da die Osvald-Namen mit der Neufassung des ICPN ungültig werden, wird er hier zur Konservierung empfohlen. Insgesamt bestehen hier bei unseren Mitarbeitern noch immer erhebliche Auffassungsunterschiede hinsichtlich der syntaxonomischen Fassung und Stellung der Gesellschaft. Meist werden das "Scheuchzerietum Paul 1910" (Beschreibung ungültig, da unzureichende Originaldiagnose), bzw. das "Scheuchzerietum Tx. 1937" und das "Caricetum limosae" der verschiedensten Autoren gleichgesetzt und in den Rhynchosporion albae-Verband gestellt, dem dann als Synonym das "Scheuchzerion palustris Nordhagen 1936" zugesellt wird. Flintrop / Nowak widersprechen diesem Vorgehen heftig: "Korrektur: Carex limosa-Caricion lasiocarpae-Gesellschaft. Carex limosa hat so weite Amplitude, daß sie keine Assoziations-Kennart ist. Daher nur Gesellschaft, die im Gegensatz zum Scheuchzerietum ins Caricion lasiocarpae zu stellen ist". Bei Anerkennung als Assoziation muß die Gesellschaft "Caricetum limosae Osvald 1923 em. Dierßen 1982" heißen, zumindest dann, wenn man nicht mit dem Code sämtliche Osvald-Namen ablehnt. Schuhwerk plädiert ebenfalls für die Zusammenfassung der beiden Einheiten: "da es auch extrem arme, teilweise mit Scheuchzeria gemischte Cariceta limosae gibt, würde ich die beiden doch synonymisieren wollen; die Trennung beider führt in der Konsequenz zur Unterscheidung weiterer C. limosa-Assoziationen wie z. B. bei Krisai."

 
V ASS Sphagno tenelli-Rhynchosporetum albae Osvald 1923 nom. conserv. propos. Schnabelried-Schlenken 3 3 3 *
  Rhynchosporetum albae (Osvald 1923) W. Koch 1926
Rhynchosporetum albae W. Koch 1926
Rhynchosporetum fuscae-albae W. Koch 1926
Scheuchzerio-Rhynchosporetum albae (W. Koch 1926) Succow 1974
Rhynchosporetum fuscae (Ass.-Gr.) Jonas 1932
Rhynchosporetum fuscae (Paul et Lutz 1941) W. Braun 1968
Sphagno-Rhynchosporetum albae Osvald 1923
Scorpidio-Rhynchosporetum albae Osvald 1923
Lycopodio-Rhynchosporetum fuscae Allorge et Gaume 1925
Schnabelriedgesellschaft
Schnabelried-Sumpf
Schnabelried-Gesellschaft
Schnabelbinsenschlenken
Schnabelsimsen-Sumpfgesellschaft
Weißschnabelsimsennried
 
 

Nach Wilmanns im Schwarzwald zur Zeit nicht unmittelbar bedroht, die Vorkommen in Naturschutzgebieten sind aber nicht zwangsläufig gesichert. Wolff beschreibt die Situation in der Pfalz: "lokales Eindringen von Campylopus introflexus, verdrängend, bei Austrocknung; stärkere Abnahme der Ausbildung mit Rhynchospora fusca; Totalausfall von Malaxis paludosa"; Drosera intermedia-Bestände sind ... vom Pegel abhängig". Zum Saarland vermerkt er: "Aussterben erschließbar bzw. beobachtet seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bis in die 60er Jahre dieses Jahrhunderts. Zuletzt an einem Sekundärstandort bei Homburg (Sandgrube, Königsbruch)."

Hier im Sinne der Emendierung durch Dierßen (1982). Name und Autorenschaft der an sich klar umgrenzten Assoziation sind noch immer unsicher. Flintrop / Nowak halten den Verweis auf Osvald für "nomenklatorisch unsinnig". Bei Akzeptanz der anstehenden Neufassung des ICPN wären die Osvald-Namen sowieso zu verwerfen. Aber auch beim Rhynchosporion albae W. Koch 1926 sind nach Flintrop / Nowak die "Typusaufnahmen von Koch so komplex, daß sie verworfen werden müssen". Schuhwerk widerspricht dieser Auffassung und verweist auf eine Originalaufnahme (S. 94), die seiner Meinung nach zur insgesamt wesentlich selteneren (und im Schwarzwald stärker gefährdeten) basenreiche Ausbildung des Rhynchosporetum gehört. Der Workshop "Röhrichte, Moore" empfahl die Konservierung des Osvald-Namens.

 
V VRB Caricion lasiocarpae Vanden Berghen in Lebrun et al. 1949 Mesotrophe Zwischenmoore        
  Caricetum hartmannii (Ass.-Gr.) Denisiuk 1967
Caricetum hartmannii Denisiuk 1967
Fadenseggen-Gesellschaften
Fadenseggen-Moorgesellschaften
 
 

Gänzlich abgelehnt wird das öfters als Caricion lasiocarpae-Assoziation geführte "Caricetum hartmannii Denisiuk 1967", das Passarge als Caricion nigrae-Assoziation erhalten haben will. Carex hartmanni siedelt in Niedersachsen innerhalb basenreicher Pfeifengraswiesen (Zacharias / von Drachenfels), in Sachsen "im Übergang zwischen Calthion und Caricion fuscae" (Böhnert) und ist in Deutschland insgesamt eher "Molinion-Art" (Dierßen) bzw. hat den "Schwerpunkt in Molinietalia" (Flintrop / Nowak). Nirgendwo tritt sie hier wirklich gesellschaftsbildend auf.

 
V ASS Caricion lasiocarpae-Basalgesellschaft Fadenseggen-Basalgesellschaft 3 3 3 *
  Caricetum rostratae Osvald 1923 em. Dierßen 1982
Caricetum rostratae Rübel 1912
Caricetum rostratae Rübel 1912 ex Osvald 1923
Carex rostrata-Magnocaricion-Gesellschaft
Carex rostrata-Gesellschaft
Caricetum distichae Steffen 1931
Caricetum distichae (Steffen 1931) Jonas 1933
Triglochino maritimi-Caricetum distichae (Müller-Stoll et Götz 1987) Passarge 1999
Triglochin maritimum-Gesellschaft
Trichophorum alpinum-Gesellschaft [des Caricion lasiocarpae]
   
 

Zusammengefaßt werden hier (eutrophierte) Bestände des Caricion lasiocarpae (mit Carex rostrata, C. lasiocarpa, C. appropinquata, z.T. auch mit Carex disticha). Im wesentlichen handelt es sich um das, was unter den Namen "Caricetum rostratae" und "Caricetum distichae" durch die Literatur geistert.
Das "Caricetum rostratae" wird in der Literatur fast durchweg als Assoziation akzeptiert, wobei man sich im klaren darüber ist, daß Carex rostrata keine gute Kennart ist, da sie in mehreren Klassen hochstet auftreten kann. Der Workshop "Röhrichte, Moore" lehnte nicht nur die Akzeptanz der Assoziation, sondern auch die Ausscheidung einer neutralen "Carex rostrata-Caricion lasiocarpae-Gesellschaft" oder anderer Carex rostrata-Gesellschaften ab. Statt dessen sollten entsprechende Bestände unmittelbar unter einer Caricion lasiocarpae-Basalgesellschaft subsumiert werden. Dieser Beschluß zeigt dabei mehr die Unvereinbarkeit der Ansichten über die Gesellschaft auf, als daß er eine Lösung bietet. Flintrop / Nowak vertreten die Meinung, daß die Gesellschaft ganz verworfen und in eine "Eriophorum angustifolium-Scheuchzerietalia-Gesellschaft" einbezogen werden sollte; Dierßen hingegen besteht auf seiner Auffassung einer Assoziation "Caricetum rostratae Osvald 1923 emend. Dierßen 1982" innerhalb des Caricion lasiocarpae. Andere Mitarbeiter präferieren weiterhin die Zuordnung der Assoziation oder Gesellschaft beim Magnocaricion. In der jetzigen Fassung bleiben Carex rostrata-Bestände des Magnocaricion ebenso ausgeschlossen, wie solche, die dem Rhynchosporion albae zugeordnet werden können; ein Teil der zum Magnocaricion vermittelnden Bestände kann sicher noch als Eutrophierungsstadium randlich hier angeschlossen werden.
Nach Dierßen gehört auch das "Caricetum distichae Steffen 1931" zum Caricion lasiocarpae. Dort hatte Carex disticha möglicherweise ihren natürlichen Schwerpunkt. Eine eigenständige Magnocaricion-Gesellschaft ist nur schwer zu definieren. Heute - darüber sind sich die Mitarbeiter weitgehend einig - hat Carex disticha ihren Schwerpunkt in Calthion-Wiesen. Eine wirklich eigenständige Gesellschaft ist aber auch dort nicht auszumachen. Akzeptiert wird hier deshalb - unter Vorbehalt - eine Carex disticha-Caricion lasiocarpae-Gesellschaft - und sonst gar nichts. Diese wird zudem in die allgemeine Basalgesellschaft des Verbandes einbezogen und nicht getrennt bewertet.
Nicht getrennt ausgeschieden und bewertet werden hier die "Trichophorum alpinum-Gesellschaft [des Caricion lasiocarpae]".

 
V ASS Caricetum lasiocarpae Osvald 1923 nom. conserv. propos. Fadenseggen-Ried 2 2 2 V
  Caricetum lasiocarpae W. Koch 1926 Fadenseggen-Sumpf
Fadenseggensumpf
Fadenseggenmoor
Fadenseggen-Gesellschaft
 
 

Hier in der emendierten Form von Dierßen (1982) verwendet. Bei Ablehnung der Osvald-Namen wäre "Caricetum lasiocarpae W. Koch 1926" gültig.

 
V ASS Caricetum diandrae Osvald 1923 nom. conserv. propos. Drahtseggen-Sumpf 2 1 2 2
  Caricetum diandrae Jonas 1932
Caricetum diandrae Osvald 1923 em. Jonas 1932
Scorpidio-Caricetum diandrae Osvald 1923
Caricetum diandrae Osvald 1923 em. Jonas 1932 em. Oberd. 1957
Drahtseggen-Gesellschaft
Gesellschaft der Drahtsegge
Drahtseggenmoor
 
 

Nach Raabe: "Flachland 1 vielleicht zu hoch". Nach Raab et al. [2000, "Verbreitung der vom Aussterben bedrohten Pflanzengemeinschaften in Bayern nördlich der Alpen" (unveröff.)] ist die "Ausbildung mit Stellaria crassifolia" in Bayern verschwunden. Quinger meldet ebenfalls für(Süd-)Bayern: "Alpen und Alpenvorland: das Caricetum diandrae ist wesentlich seltener als das Caricetum lasiocarpae (Häufigkeit 1:10)". Wolff berichtet aus der Pfalz: "viele erloschene Vorkommen seit 1840 bis in die jüngere Zeit; frühere Gesellschaftsbildung kann als sicher gelten".

Bei Ablehnung der Osvald-Namen "Caricetum diandrae Jonas 1932".

 
V ZEH Carex heleonastes-Gesellschaft Torfseggenmoor 1 0 1 1
  Caricetum heleonastae Warén 1926
Caricetum heleonastes Warén 1926
Torfseggen-Gesellschaft  
 

Quinger zeichnet ein düsteres Bild: "Seit 1984 sind mehrere mir bekannte Vorkommen (Murnauer Moos, Schkutelder Moos) deutlich zurückgegangen (Witterungsgeschehen seit Ende der 1980er Jahre), die Einstufung "Vom Aussterben bedroht" gilt deutschlandweit."

Zwei kritische Stimmen zum hier zum Caricetum diandrae gestellten aber getrennt bewerteten "Caricetum heleonastae Warén 1926": "kein eigener, klar abgrenzbarer Vegetationstyp, nicht R.L. (ggf. zu Drep.-Caricetum chordorrhizae" (Dierßen); "Korrektur: Die Arbeit von Warén ist für Mitteleuropa irrelevant. Das korrekte Zitat lautet: Caricetum heleonastes Paul et Lutz 1941 ex. Oberdorfer 1957. Die Ass. wird zum Caricetum diandrae gestellt, da dieses sonst ohne Kennarten wäre; daher als eigene Gesellschaft zu streichen." (Flintrop / Nowak).

 
V ASS Drepanoclado-Caricetum chordorrhizae Osvald 1925 nom. conserv. propos. Strickwurzelseggenmoor 2 1 2 2
  Caricetum chordorrhizae Lutz et Paul 1941
Caricetum chordorrhizae Paul et Lutz 1941
Caricetum chordorrhizae Osvald 1925
Gesellschaft der Fadenwurzeligen Segge
Braunmoos-Fadenwurzelseggen-Gesellschaft
 
 

Quinger formuliert: "Alpen und Alpenvorland. In mir bekannten Mooren einige deutliche Rückgänge seit 1985. Da die Gesellschaft wesentlich häufiger als die Carex heleonastes-Gesellschaft (Verhältnis mindestens 10:1) ist, lediglich als "stark gefährdet" eingestuft." Wolff sah die Gesellschaft t in der Pfalz nicht mehr: "Es existieren 2 Angaben zur Art aus dem vorigem Jahrhundert. Ob Gesellschaftsbildung vorlag, ist nicht bekannt."

Bei Ablehnung der Osvald-Namen "Caricetum chordorrhizae Paul et Lutz 1941".

 
V ASS Scorpidium scorpidioides-Carex elata-Gesellschaft Skorpionsmoos-Steifseggenried G G 2 G
  Scorpidio-Caricetum dissolutae Braun 1968
Scorpidio-Caricetum e. * dissolutae Braun 1968
   
 

Von Braun (1968) als Assoziation ("Scorpidio-Caricetum dissolutae") mit Carex elata ssp. dissoluta aus dem Bayerischen Alpenvorland beschrieben, in der Roten Liste von Walentowski et al. (1992) als "Scorpidio-Caricetum e. * dissolutae" geführt. Nach Flintrop / Nowak: "Typische Gesellschaft mit eigener Artenkombination im Caricion lasiocarpae". Auch vom Workshop "Röhrichte, Moore" zum Caricion lasiocarpae gestellt. Bei Balátová-Tulácková et al. (1993) allerdings ohne jegliche Diskussion als Assoziation beim Magnocaricion untergebracht.

 
V ASS Sphagno-Caricetum appropinquatae (Swartz 1948) Rybnicek 1974 Wunderseggen-Ried 2 2 2 V
  Caricetum appropinquatae (W. Koch 1926) Soó 1938 sensu auct.
Caricetum paradoxae Aszod 1936
Schwarzschopfseggen-Ried
Wunderseggensumpf
Wunderseggen-Gesellschaft
 
 

Quinger meldet: "Ähnlich "verwundbar" wie Caricetum elatae, jedoch wesentlich seltener (höchstens 1/10 der Fläche einnehmend), deshalb als "gefährdet" eingestuft! Gilt für Region Alpen und Alpenvorland, außerhalb dieser Naturräume wohl Gefährdungsgrad 1-2." Himmler berichtet aus der Pfalz: "Einziger Bestand der Rheinebene wird durch Sickerwasser einer Bauschuttdeponie eutrophiert (-> Schilf, Brennessel). Der einzige Bestand im Bergland wurde wegen Baues einer Bundesstraße verpflanzt.

Die Gesellschaft wurde in Deutschland meist unter dem Namen "Caricetum appropinquatae (W. Koch 1926) S1938" geführt und dem Magnocaricion elatae zugeordnet. Das "Sphagno-Caricetum appropinquatae (Swartz 1948) Rybnicek 1974" ist hingegen eine eindeutige Caricion lasiocarpae-Gesellschaft. Steiner führt diese Gesellschaft u.a. aus dem österreichischen Alpenvorland an, und offensichtlich entsprechen ihr auch die deutschen Vorkommen. Eine eigenständige Magnocaricion elatae-Gesellschaft mit Vorkommen von Carex appropinquata scheint es nicht zu geben.

 
V ASS Lysimachio thyrsiflorae-Caricetum aquatilis Neumann ex Dierschke 1967 Gilbweiderich-Wasserseggen-Ried 2 2 - -
  Lysimachio thyrsiflorae-Caricetum aquatilis Neumann ex Dierschke 1967 Wasserseggen-Ried
Straußgilbweiderich-Wasserseggen-Gesellschaft
 
 

Hier als Ganzes zum Caricion lasiocarpae gestellt, wenn es auch Übergänge zum Magnocaricion elatae gibt.
Dierschke empfiehlt - wie auch bisher meist üblich - für Deutschland den Namen "Lysimachio thyrsiflorae-Caricetum aquatilis Neum. ex Dierschke 1967" und vermerkt: "Drepanoclado-Caricetum aquatilis Nordhagen 1928 ist vermutlich etwas anderes!" Unter letzterem Namen wird die Assoziation für Deutschland vor allem durch Dierßen erwähnt, der sie dem Caricion lasiocarpae zuordnen möchte. Er sieht in der Gesellschaft von Dierschke "eutrophe Abbaustadien, stabil infolge vegetativer Ausbreitung der Bestände".

 
V ORD Caricetalia nigrae W. Koch 1926 nom. mutat. propos. Flachmoore kalkarmer Standorte        
  Caricetalia fuscae W. Koch 1926 em. Br.-Bl. 1949
Caricetalia nigrae (W. Koch 1926) Nordhagen 1939 em. Br.-Bl. 1949 nom. mutat. propos.
Flachmoorgesellschaften vorwiegend kalkarmer Standorte
Gesellschaften kalkarmer Flachmoore
Kalkmeidende Binsen- und Kleinseggen-Gesellschaften
 
 

Hier im Sinne der Emendierung durch Braun-Blanquet (1949). Die Namensänderung von "Caricetalia fuscae" hin zu "Caricetalia nigrae" wurde auch schon von Steiner (1993) empfohlen und entspricht zumeist auch der (zunächst Code-widrigen) Verwendung in der sonstigen Literatur.

 
V VRB Caricion nigrae W. Koch 1926 nom. mutat. propos. Braunseggen-Sümpfe        
  Caricion fuscae W. Koch 1926 em. Klika 1934
Juncetum filiformis Tx. 1937
Pediculario palustris-Juncetum filiformis Preising 1952
Carici nigrae-Sphagnetum recurvi
Sphagno-Caricetum nigrae Osvald 1925
Paludello-Caricetum Succow ex Knapp et al. 1985
Sphagno teretis-Caricetum Succow ex Knapp et al. 1985
Menyantho-Sphagnetum teretis Warén 1926 em. Dierßen 1982
Junco effusi-Caricetum nigrae Tx. ex Passarge 1964
Junco-Caricetum fuscae Tx. ex Passarge 1964
Caricetum serotinae Pietsch 1968
Braunseggen-Gesellschaften
Kalkmeidende Kleinseggen-Gesellschaften
 
 

Hier im Sinne der Emendierung durch Klika (1934). Die Namensänderung von "Caricion fuscae" hin zu "Caricion nigrae" wurde auch schon von Steiner (1993) empfohlen und entspricht zumeist auch der (zunächst Code-widrigen) Verwendung in der sonstigen Literatur. Mit einbezogen und nicht weiter bewertet wird das "Carici nigrae-Sphagnetum recurvi" (Sphagno-Caricetum nigrae Osvald 1925), das zumindest teilweise als Moossynusie zu verstehen ist und allenfalls Subassoziationen im Caricetum nigrae (bzw. "Carici canescenti-Agrostietum") bildet. Abgelehnt wird auch das "Paludello-Caricetum Succow ex Knapp et al. 1985"; es ist nicht gültig beschrieben und als "Ausbildung des Parnassio-Caricetum bzw. des Bartsio-Caricetum" (Flintrop /Nowak) zu interpretieren. Abzulehnen ist ferner das "Junco effusi-Caricetum nigrae Tx. ex Passarge 1964" (Original: "Junco-Caricetum fuscae"), das als Ausbildungsform verschiedener anderer Caricion nigrae-Gesellschaften (nach Pietsch insbesondere Carici canescenti-Agrostietum caninae) interpretiert werden kann. Von nahezu allen Mitarbeitern abgelehnt wird das von Pietsch ausdrücklich befürwortete und zum Caricion nigrae gestellte "Caricetum serotinae Pietsch 1968".

 
V ASS Eriophoretum scheuchzeri Fries 1913 Kopfwollgrasmoor * - - *
  Eriophoretum scheuchzeri (Rübel 1911) Fries 1913 Kopfwollgras-Gesellschaft
Gesellschaft von Scheuchzers Wollgras
 
V ASS Caricetum nigrae Braun 1915 nom. mutat. propos. Braunseggen-Sumpf 3 3 3 3
  Caricetum goodenowii Braun 1915
Caricetum goodenowii Braun 1915
Caricetum fuscae Braun 1915
Caricetum nigrae Braun-Blanquet 1915
Caltha palustris-Carex nigra-Gesellschaft
Caltha palustris-Carex fusca-Gesellschaft
Carici canescentis-Agrostietum caninae Tx. 1937
Carici canescentis-Agrostitetum caninae Tx. 1937
Carici canescentis-Agrostidetum caninae Tx. 1937
Agrostio caninae-Caricetum canescentis
Carex canescens-Agrostis canina-Gesellschaft
Agrostis canina-Ranunculus flammula-Gesellschaft
Juncus acutiflorus-Caricion fuscae-Gesellschaft
Salici argenteae-Caricetum nigrae Tx. et Hermann 1939
Salici repentis-Caricetum fuscae Tx. et Hermann 1939
Salici argenteae-Caricetum nigrae Tx. 1955
Salici repentis-Caricetum fuscae Tx. 1955
Carici canescentis-Agrostidetum caninae Subass. v. Salix repens
Braunseggenmoor
Braunseggen-Ried
Wiesenseggen-Ried
Braunseggen-Gesellschaft
 
 

Bushart gibt zu Protokoll: "der Zusammenfassung kann ich allenfalls unter dem Gesichtspunkt zustimmen, daß die Teilgesellschaften derzeit (wirklich?) ähnliche Gefährdung aufweisen, eine Auftrennung im Rahmen einer RL demnach keinen Informationsgewinn beinhaltet. Aber es handelt sich um klar trennbare (floristisch wie standörtlich) Einheiten! Wenn doch getrennt, dann halte ich das Caricetum nigrae s.str. im Bergland (2) für stärker gefährdet als das Carici canescentis-Agrostidetum (3), welches eine breitere Amplitude zu besitzen scheint. Ausbildungen mit Juncus acutiflorus im Umkreis von Quellen scheinen wiederum weniger gefährdet als die 'echten' Cariceta nigrae der Verlandungsmoore."

Der Workshop "Röhrichte, Moore" kam zu dem Schluß, daß auf eine getrennte Bewertung der oft als eigene Assoziationen gefaßten zugeordneten Einheiten des Caricetum nigrae - also das Caricetum nigrae s.str. der Hochlagen, das Carici canescentis-Agrostidetum der Mittelgebirge und Tieflagen und das Salici argenteae-Caricetum nigrae der Küsten - verzichtet werden soll. Das Caricetum nigrae ist hier also weit gefaßt. Die Gesellschaft tritt (trat) [zumindest in ihrer weiten Fassung, die von mehreren Mitarbeitern bemängelt wird] in einer großen Vielfalt an Ausbildungen auf. Im Westen sind das z.B. Ausbildungen mit Juncus acutiflorus, die Bushart / Suck getrennt als "Juncus acutiflorus-Caricion fuscae-Gesellschaft" fassen und für die Rote Liste bewerten möchten. Schuhwerk empfiehlt (Bick 1985: Diss. bot. 91 folgend) für den Südostschwarzwald die getrennte Fassung und Bewertung der "Caltha palustris-Carex nigra-Gesellschaft". Für die Rote Liste getrennt dargestellt werden könnten theoretisch das Caricetum nigrae s.str. der Hochlagen (oberhalb ca. 1000 - 1200 m), das "Carici canescenti-Agrostietum caninae" (das Caricetum nigrae der tieferen Lagen, also der Großteil der Assoziation in Deutschland außerhalb der Alpen) und das "Salici arenariae-Caricetum nigrae" der Nord- und Ostfriesischen Inseln. Hinsichtlich der Gefährdung sind sich allerdings alle mehr oder weniger gleich (Kategorie 3, regional auch 2 oder gar 1). Während die Hochlagen-Formen durch eine ganze Reihe von Arten von den Mittelgebirgs- und Tieflagenformen differenziert und daher gut ansprechbar sind, gilt das für die Küstenform nicht. Entsprechend vielgestaltig sind die Vorschläge der Mitarbeiter. Das Syntaxon wird von den Mitarbeitern als Assoziation und oft auch als Gesellschaft abgelehnt. Je nach Mitarbeiter wird es als "Gesellschaftsmosaik mit Caricetum nigrae" (Dierßen), "Ausbildung des Parnassio-Caricetum nigrae" (Flintrop / Nowak) oder auch als "Carici canescentis-Agrostidetum caninae Subass. v. Salix repens" (Pietsch) interpretiert. Türk hingegen verlangt: "Die primären Braunseggen-Bestände der Dünen der Nord- und (eingeschränkter Primärcharakter!) Ostfriesischen Inseln sollten unbedingt (andere Gesamtartenkombination / Standortsbedingungen!) als Salici repentis-Caricetum fuscae Tx. 1955 vom meist sekundären Carici canescentis-Agrostietum caninae abgetrennt werden (vgl. Türk 1995)." Dieses Argument ließe sich allerdings auch auf Binnenland-Vorkommen ausweiten.

 
V ASS Caricetum trinervi-nigrae Westhoff 1947 Dreinervseggen-Braunseggen-Sumpf 3 3 - -
    Dreinervseggen-Braunseggen-Gesellschaft
Dreinerv-Seggen-Sumpf
 
 

Nach Petersen reicht Kategorie 3 aus; andere Mitarbeiter bevorzugen 2 oder gar 1.

Diese Assoziation wird nur mit Vorbehalt akzeptiert, Flintrop / Nowak sehen in entsprechenden Beständen nur Ausbildungen von Carici canescenti-Agrostietum bzw. Parnassio-Caricetum nigrae. Täuber empfiehlt, das "Salici argenteae-Caricetum nigrae" hier - und nicht beim Caricetum nigrae - als Synonym zu erwähnen.

 
V ASS Parnassio-Caricetum nigrae Oberd. 1957 Sumpfherzblatt-Braunseggen-Gesellschaft 2 1 2 D
  Parnassio-Caricetum nigrae Oberd. 1957 em. Görs in Oberd. 1977
Campylio-Caricetum dioicae Osvald 1923
Campylio-Caricetum dioicae Osvald 1923 em. Dierßen 1982
Campylio-Caricetum dioicae Osvald 1925 em. Dierßen 1982
Campylobo-Caricetum dioicae Osvald 1925 em. Dierßen 1982
Campylio-Caricetum dioicae Osvald 1925
Parnassio-Caricetum pulicaris Oberd. 1957
Parnassio-Caricetum pulicaris Oberd. 1957 em. Philippi 1963
Parnassia-Carex pauciflora-Gesellschaft
Carex pulicaris-Gesellschaft
Caricetum dioicae Klika et Smarda 1944
Caricetum pulicaris (Ass.-Gr.) (Kästner et Flössner 1933) Passarge 1999
Carici pulicaris-Pinguiculetum vulgaris Mskr. R. Tx. 1975
Herzblatt-Braunseggensumpf  
 

Quinger meldet für Alpen und Alpenvorland: "Entwäserungsempfindliche und pflegeempfindliche Pflanzengemeinschaft. In den bayerischen Alpen und im Alpenvorland nur zerstreut auftretend; für die Bemessung der gesamtdeutschen Gefährdung müssen die Verhältnisse im Schwarzwald noch gewichtet werden!"

Der hier verwendete Name und die Stellung der Gesellschaft beruhen auf einem umstrittenen Mehrheitsbeschluß im Workshop "Röhrichte, Moore". Dabei gibt es nach wie vor sehr kontroverse Ansichten über die richtige Benennung und Stellung (Caricion nigrae oder Caricion davallianae) der Gesellschaft(en). Dierßen schlägt weiterhin den Namen "Campylio-Caricetum dioicae Osvald 1925 em. Dierßen 1982" vor. Dies entspricht dem Vorgehen von Steiner (1993) für Österreich und auch der Interpretation von Schuhwerk in bezug auf den Südschwarzwald. Andere süddeutsche Autoren und Mitarbeiter (Philippi / Flintrop/ Nowak) schreiben entsprechende Bestände (als Ausbildung) dem "Parnassio-Caricetum nigrae Oberd. 1957" zu. Sie lehnen die Osvald-Gesellschaft ab, da ihrer Meinung nach die Übereinstimmung der skandinavischen Gesellschaft mit der in Süddeutschland keineswegs feststeht und die Osvald-Gesellschaften außerdem auf einer anderen Methodik basieren (und mit der 3.Fassung des ICPN dadurch ungültig werden). Der Oberdorfer'sche Name ist sehr wahrscheinlich nicht korrekt: Oberdorfer (1957) machte keine Angabe zur Art der Segge in seinem Namen; als Kennart nannte er lediglich Carex pulicaris - das "nigrae" wurde erst mit der 2. Auflage (1977) eingeführt (nach Auffassung von Dierßen ungültig). Schuhwerk schreibt zum Komplex Parnassio-Caricetum nigrae / Bartsio-Caricetum nigrae / Drepanoclado-Trichophoretum cespitosi: "Für diese 3 Einheiten ist primär die Stellung wichtig, erst sekundär die Namen. Alle drei gehören m. E. deutlich ins Caricion davallianae. Bleiben diese 3 hier, ist das Caricion davallianae als Verband nur noch schwach charakterisiert. Parnassio-Caricetum: Ich bin für Campylio-Caricetum. Das Bartsio-Caricetum nigrae lehne ich nicht ganz ab, sondern den Namen (statt dessen den Dierßen'schen verwenden) und vor allem die Stellung im Caricion nigrae! Trichophorum alpinum-Gesellschaften gibt es auf der Ebene mehrerer Einheiten, daher möchte ich sie auf der Verbandsebene (Caricion davallianae) ansiedeln."
Hier einbezogen werden das Parnassio-Caricetum pulicaris und die "Parnassia-Carex pauciflora-Gesellschaft" der Hochlagen des Südschwarzwaldes.

 
V ASS Bartsio-Caricetum nigrae Bartsch 1949 Alpenhelm-Braunseggen-Sumpf 3 - R 3
  Drepanoclado-Trichophoretum cespitosi Nordhagen 1928 em. Dierßen 1982
Willemetio-Caricetum nigrae Philippi 1963
Drepanoclado revolventis-Trichophoretum cespitosi Nordhagen 1928 em. Dierßen 1982
Amblystegio intermedii-Scirpetum austriaci Nordhagen 1928 em. Dierßen 1982
Trichophoretum cespitosi Nordhagen 1928
Trichophoretum alpinae
Trichophorum alpinum-Gesellschaft
Braunmoos-Rasenbinsen-Gesellschaft  
 

Der hier verwendete Name und die Stellung der Gesellschaft beruhen auf einem umstrittenen Mehrheitsbeschluß im Workshop "Röhrichte, Moore". Dierßen möchte diese aus Süddeutschland beschriebene Gesellschaft mit dem nordeuropäischen "Drepanoclado-Trichophoretum cespitosi Nordhagen 1928 em. Dierßen 1982" synonymisieren und zum Caricion davallianae stellen. Schuhwerk lehnt sie ganz ab.
Hier einbezogen werden eine Reihe von Lokalgesellschaften, die von anderen Mitarbeitern aber auch zum Caricetum nigrae oder anderen Gesellschaften gezogen werden. So schreibt Schuhwerk zum "Willemetio-Caricetum nigrae": "gehört nach den Typus-Aufn. bei Philippi 1963 nicht ins Caricion nigrae". Hier einbezogen werden soll - in Übereinstimmung mit Steiner (1993) - die "Trichophorum alpinum-Gesellschaft" [des Caricion davallianae]; Schuhwerk plädiert für deren eigenständiger Behandlung, Pietsch gar für die Fassung als Assoziation (Trichophoretum alpinae). Schuhwerk schreibt zum Komplex Parnassio-Caricetum nigrae / Bartsio-Caricetum nigrae / Drepanoclado-Trichophoretum cespitosi: "Für diese 3 Einheiten ist primär die Stellung wichtig, erst sekundär die Namen. Alle drei gehören m. E. deutlich ins Caricion davallianae. Bleiben diese 3 hier, ist das Caricion davallianae als V nur noch schwach charakterisiert. Parnassio-Caricetum: Ich bin für Campylio-Caricetum. Das Bartsio-Caricetum nigrae lehne ich nicht ganz ab, sondern den Namen (statt dessen den Dierßen'schen verwenden) und vor allem die Stellung im Caricion nigrae! Trichophorum alpinum-Ges.'en gibt es auf der Ebene mehrerer Einheiten, daher möchte ich sie auf der Verbandsebene (Caricion davallianae) ansiedeln."

 
V ASS Menyantho-Sphagnetum teretis Warén 1926 Fieberklee-Torfmoos-Gesellschaft 1 1 - D
  Sphagno teretis-Caricetum Succow ex Knapp et al. 1985    
 

Nach Dierßen gehört das nicht gültig beschriebene "Sphagno teretis-Caricetum Succow ex Knapp et al. 1985" hierher, andere Mitarbeiter sehen darin eher eine Ausbildungsform des Parnassio-Caricetum, des Bartsio-Caricetum bzw. eines weit gefaßten Caricetum nigrae.

 
V ASS Caricetum pauperculae Osvald 1923 nom. mutat. et conserv. propos. Rieselseggen-Gesellschaft 2 - 2 2
  Caricetum magellanicae Osvald 1923
Caricetum pauperculae Osvald 1923 nom. mutat. propos.
   
 

Nach Scheuerer: "In den Alpen wohl RL 1, im Bayerischen Wald und damit im gesamten Bergland RL 2." Schuhwerk beurteilt die selben Vorkommen im Bayerischen Wald mit "eher R, maximal 3". Nach Quinger:"Die mir bekannten Vorkommen in den Alpen sind fast allesamt aktuell gefährdet (Beispiel wichtigste Vorkommen im Kronwinkelmoos im Ostallgäu, Ammergauer Alpen). Gefährdungen Wegebau in Moornähe sowie zu intensive Almbeweidung. Die Ges. ist mindestens so selten wie die Carex heleonastes-Ges., deshalb selbe Einstufung (RL 2) angenommen." Vor diesem Hintergrund wird vom Workshop-Ergebnis (R) abgewichen.

Das aus Deutschland immer wieder angeführte "Caricetum pauperculae" wird hier unter Vorbehalt akzeptiert und ins Caricion nigrae (statt alternativ ins Rhynchosporion albae) gestellt (Empfehlung des Workshops "Röhrichte, Moore"). Schuhwerk verweist darauf, daß bei Kaule (1973) Vegetationsaufnahmen mit Carex paupercula zu finden sind, die "mit leichten Bauchschmerzen" ins Caricion nigrae gestellt werden können; weiter schreibt er "aus den Alpen meines Wissens keine publizierten Aufnahmen". Flintrop / Nowak argumentieren: "Ausbildung des Caricetum nigrae; Zitat Osvald ist illegitim aufgrund der Methodik seiner Arbeit"; ihrer Aussage liegen aber keine Tabellen aus Deutschland zugrunde. Preiß / Mayer formulieren - ebenfalls ohne Tabellenmaterial - "eher Bestandteil oder Ausbildungsform des Parnassio-Caricetum. Aussage gilt für wenige uns bekannte Vorkommen im Alpenraum". Für Österreich akzeptiert neuerdings Steiner die Osvald'sche Assoziation, auch dort wurde ansonsten meist von Ausbildungen des Caricetum nigrae s.l. ausgegangen.

 
V ORD Caricetalia davallianae Br.-Bl. 1949 Kleinseggengesellschaften basenreicher Niedermoore        
  Tofieldietalia Preising apud Oberd. 1949 Kalkflachmoore und Rieselfluren
Kalkflachmoore
Gesellschaften kalkoligotropher Flachmoorsümpfe
Basiphile Kleinseggen-Gesellschaften
 
V VRB Caricion davallianae Klika 1934 Kalkflachmoore und Kalksümpfe        
  Carex lepidocarpa-Gesellschaft
Equiseto palustre-Carex lepidocarpa-Gesellschaft
Equisetum variegatum-Gesellschaft
Kalkoligotraphente Kleinseggengesellschaften des Tieflandes und der Montanstufe
Kalkflachmoore
Basiphile Kleinseggen-Moorgesellschaften
 
 

Hier nicht getrennt ausgeschieden werden die "Carex lepidocarpa-Gesellschaft" bzw. die "Equisetum palustre-Carex lepidocarpa-Gesellschaft" (sensu Korsch 1994). Böhnert empfiehlt für Sachsen die Ausscheidung einer eigenen "Equisetum variegatum-Gesellschaft" innerhalb des Caricion davallianae. Ob eine solche auch überregionale Bedeutung hat, ist zu klären.

 
V ASS Junco subnodulosi-Schoenetum nigricantis Allorge 1921 nom. invers. et mutat. propos. Kalkquellsümpfe mit Schwarzer Kopfbinse 2 1 2 1
  Junco obtusiflori-Schoenetum nigricantis Allorge 1921
Schoeno nigricantis-Juncetum obtusiflorae Allorge 1921
Schoeno-Juncetum obtusiflorae Allorge 1922
Schoenetum nigricantis (Ass.-Gr.) Dutoit 1924
Armeria purpurea-Gesellschaft
Orchido-Schoenetum nigricantis Oberd. 1957
Orchio-Schoenetum nigricantis Oberd. 1957
Orchio palustris-Schoenetum nigricantis Oberd. 1957
Orchio-Schoenetum nigricantis (Allorge 1921) W. Koch 1926
Gentianello uliginosae-Schoenetum nigricantis (Jeschke 1963) Passarge 1999
Salici arenariae-Schoenetum nigricantis Tx. 1955
Salici repentis-Schoenetum nigricantis Tx. 1955
Gesellschaft des Schwarzen Kopfrieds
Kopfried-Gesellschaft
Schwarzkopfried-Sumpf
Schwarzkopfriet-Sumpf
Gesellschaft des Schwarzen Kopfriets
 
 

Bundesweit mit Tendenz zu 1. Bushart kommentiert das hier einbezogene "Orchio-Schoenetum nigricantis": "in Bayern stark gefährdet (im Norden weitaus stärker als im Süden wegen naturraumbedingter Seltenheit). In Rheinland-Pfalz extrem selten, nur 1 Vorkommen." Quinger schreibt zu den Vorkommen im Alpenvorland: "Ammer-Loisach-Isar-Vorland: intakte Vorkommen sehr zerstreut und fast überall störanfällig, daher "stark gefährdet"; sonst wahrscheinlich deutschlandweit "vom Aussterben bedroht"". Wolff kommentiert das Vorkommen in derPfalz: "heute nur noch 1 Rest von ehemals zahlreichen Vorkommen in der Nordostpfalz; Verarmung daher so gut wie sicher".

Das "Orchido-Schoenetum" wurde erst 1957 von Oberdorfer gültig beschrieben, ob es neben dem Junco subnodulosi-Schoenetum nigricantis Allorge 1921 eine Existenzberechtigung hat, ist umstritten. Preiß / Mayer machen darauf aufmerksam, daß die Kennart Orchis palustris in Bayern jedenfalls einen anderen soziologischen Anschluß hat. Die Gesellschaften werden also hier zusammengefaßt. Ebenfalls einbezogen wird das "Junco-Schoenetum nigricantis Westhoff 1947", das sich auf Juncus balticus als namengebende Art bezieht. Somit bleibt der Assoziation eine gute Kennart (Schoenus nigricans) erhalten. Flintrop / Nowak möchten noch einen Schritt weiter gehen und - entsprechend dem Vorgehen bei der Originalbeschreibung - auch das "Juncetum subnodulosi W. Koch 1926" und alle Juncus subnodulosus-Gesellschaften hier einbeziehen. Dieser Schritt geht den anderen Mitarbeitern aber eindeutig zu weit, so daß das Juncetum subnodulosi hier doch als getrennte Einheit erhalten werden soll.
Im Zusammenhang mit dem Cratoneurion diskutiert wurde neuerdings die "Armeria purpurea-Gesellschaft" aus dem Benninger Ried in Bayern; diese Zuordnung wird von unseren Mitarbeitern durchweg abgelehnt. Flintrop / Nowak erläutern: "Diese Bestände im Benninger Ried zählen zu Scheuchzerio-Caricetea, Caricion davallianae. Einige Aufnahmen aus dem Benninger Ried von Langer sind spezielle Ausbildungen des Cratoneuretum commutati, andere zählen zum Junco subnodulosi-Schoenetum nigricantis (Caricion davallianae)." Wir schließen die Gesellschaft - auch in Übereinstimmung mit Mayer / Preiß deshalb bei dieser Assoziation ein.

 
V ZEH Junco subnodulosi-Schoenetum nigricantis, Küstenausbildung mit Juncus balticus Dünenweiden-Schwarzkopfried-Sumpf 1 1 - -
  Junco-Schoenetum nigricantis Westhoff 1947
Junco baltici-Schoenetum nigricantis Westhoff ex Westhoff et Van Oosten 1991
Junco baltici-Schoenetum nigricantis Westhoff 1969 in Westhoff et Den Held 1969
Junco-Schoenetum nigricantis Westhoff ex Westhoff et Van Osten 1991
Dünenweiden-Schwarzkopfriet-Sumpf
Kriechweiden-Schwarzkopfried-Gesellschaft
 
 

Meist als "Junco-Schoenetum nigricantis Westhoff 1947" geführte Gesellschaft der Küstenbereiche, die nach Petersen unter dem Namen "Junco baltici-Schoenetum nigricantis Westhoff ex Westhoff et Van Oosten 1991" unbedingt weiterhin als selbständige Assoziation geführt werden sollte: "die Namen sind nun wirklich überall geführt. Es gibt wirklich gute AC und Diff.-Arten (s. u.a. Petersen 2000). Die Namen sollten unbedingt erhalten bleiben "nomina conservanda" (s. Weber et al. 2000) - hier absolut angebracht!" Die Gesellschaft wird hier trotzdem auf Empfehlung von Dierßen, Mast und Flintrop als Küstenausbildung zum Schoenetum nigricantis gestellt, das bei Akzeptanz einer eigenen Küstenassoziation keine Kennart mehr hätte. Für die Rote Liste sollen diese Küstenausbildung und die restlichen Ausbildungen aber in jedem Fall getrennt bewertet werden.

 
V ZEH Junco subnodulosi-Schoenetum nigricantis, excl. Küstenausbildung Kalkquellsümpfe mit Schwarzer Kopfbinse 2 1 2 1
    Gesellschaft des Schwarzen Kopfrieds
Kopfried-Gesellschaft
Schwarzkopfried-Sumpf
Schwarzkopfriet-Sumpf
Gesellschaft des Schwarzen Kopfriets
Orchideen-Kopfbinsen-Gesellschaft
Orchideen-Kopfriedsumpf
Orchideen-Kopfbinsenmoor
 
 

Bundesweit mit Tendenz zu 1.

 
V ASS Schoenetum ferruginei Du Rietz 1925 Mehlprimel-Kopfbinsenmoor 3 1 3 3
  Primulo farinosae-Schoenetum ferruginei Oberd. 1957
Primulo-Schoenetum ferruginei (W. Koch 1926) Oberd. 1962
Primulo-Schoenetum ferruginei Du Rietz 1925 sensu auct.
Schoenetum ferruginei Du Rietz 1925 sensu auct.
Mehlprimel-Kopfbinsenried
Übergangsmoore mit Rostroter Kopfbinse
Zwischenmoore mit Rostroter Kopfbinse
Mehlprimel-Kopfbinsen-Gesellschaft
Gesellschaft des Rostroten Kopfriets
 
 

Quinger stellt dest: "Im Alpenvorland typische Ausbildungen (d.h. mit vorherrschender Schoenus-Matrix) nicht häufig und störanfällig sowie pflegeabhängig; Einstufung "stark gefährdet" gerechtfertigt; außerhalb der Alpentalräume und des Voralp. Hügel- und Moorlandes in Deutschland "vom Aussterben bedroht"."

Flintrop / Nowak vermerkten: "Die Bestände aus Skandinavien sind von denen Mitteleuropas sehr verschieden. Daher korrektes Zitat: Primulo-Schoenetum ferruginei Oberdorfer 1957". Der Workshop "Röhrichte, Moore" folgte diesem Vorschlag nicht; Primulo-Schoenetum und Schoenetum ferruginei Du Rietz 1925 werden hier also gleichgesetzt, und der ältere, also der skandinavische, als der zutreffende festgelegt.

 
V ASS Caricetum davallianae Dutoit 1924 Davallseggen-Quellmoor 3 1 2 3
  Valeriano dioicae-Caricetum davallianae (Kuhn 1937) Moravec 1964
Valeriano dioicae-Caricetum davallianae (Kuhn 1937) Oberd. 1962
Valeriano-Caricetum davallianae (Kuhn 1937) Moravec apud Moravec et Rybnicková 1964
Astero bellidiastri-Saxifragetum mutatae Usinger et Wigger 1961
Bartsio-Caricetum davallianae Dietl1972
Davallseggensumpf
Davallseggenmoor
Davalls-Seggensumpf
Davallseggen-Gesellschaft
 
 

Quinger schreibt zum hier nicht als eigene Einheit akzeptierten "Astero bellidiastri-Saxifragetum mutatae Usinger et Wigger 1961": "Im Alpenvorland fast nur noch einige wenige, stark gestörte Bestände. Gesellschaft dort vom "Aussterben bedroht", in den Alpentälern der mittleren Alpen (Isar, Loisach, Ammer) "nur" stark gefährdet." Zum Caricetum davallianae i.e.S. berichtet er: "In den Kalkalpen zahlreiche Kalkquellsümpfe mit derzeit geringer Gefährdung, Einstufung tendiert dort eher zu "V" als zu "2"; im Alpenvorland dagegen nur in Streuwiesen über Mineralböden oder stark mineralisch durchschichteten Anmoorgleyen verbreitet." Flintrop / Nowak vermuten: "Primärbestände im Hügel- und Bergland sind Gefährdungsstufe 1!" Dazu paßt die Angabe von Wolff aus derPfalz: "zahlreiche Vorkommen seit Schultz, bis in die neueste Zeit: alle erloschen; frühere Gesellschaftsbildung kann als sicher gelten".

Die Gesellschaft wurde vom Workshop "Röhrichte, Moore" sehr weit gefaßt. Sie schließt sowohl das "Astero bellidiastri-Saxifragetum mutatae Usinger et Wigger 1961" der Alpen und des Alpenvorlandes als auch das "Bartsio-Caricetum davallianae Dietl 1972" mit ein. Nach Flintrop / Nowak handelt es sich bei letzterer um eine "zum Caricetum davallianae korrespondierende Gesellschaft der subalpinen und alpinen Stufen (Caricion davallianae)"; Schuhwerk empfiehlt hingegen "als Höhenform zum Caricetum davallianae ziehen." Vom Workshop "Röhrichte, Moore" wurde die getrennte Bewertung der beiden Einheiten ganz abgelehnt.

 
V ASS Caricetum frigidae Rübel 1911 Eisseggenflur 3 - R 3
  Caricetum frigidae Rübel 1912
Primulo-Caricetum frigidae Oberd. 1956
Tofieldio-Caricetum frigidae Oberd. 1956
Soldanello-Caricetum frigidae Oberd. 1956
Saxifrago-Caricetum frigidae Br.-Bl. 1971
Eisseggen-Gesellschaft
Kaltseggenflur
 
 

Nach Quinger: "außerhalb der Alpen nur im Hochschwarzwald in einigen wenig gefährdeten Vorkommen!" Flintrop / Nowak rechnen das Schwarzwald-Vorkommen zum Bartsio-Caricetum fuscae, die Vorkommen der Alpen zum Bartsio-Caricetum davallianae oder zum Caricion maritimae.

Das "Caricetum frigidae Rübel 1911" wird in Mitteleuropa - und auch bei den meisten unserer Mitarbeiter - allgemein akzeptiert. Auch im Workshop "Röhrichte, Moore" wurde eine entsprechende Entscheidung getroffen. Insofern soll diese Assoziation auch hier beibehalten werden. Flintrop / Nowak geben aber zu bedenken: "Zitat ist falsch, da Originalbeschreibung bei Rübel völlig fragmentarisch. Im Hügel- und Bergland Ausbildung des Bartsio-Caricetum fuscae, in Alpen z.T. Caricion maritimae-Gesellschaft oder Ausbildung des Bartsio-Caricetum davallianae". Carex frigida ist als Kennart kaum brauchbar, da sie bei Bressoud (1973) mit Stetigkeit 2 auch im Caricion maritimae vertreten ist. Schuhwerk widerspricht: "Die Cariceta frigidae am Feldberg, (und auch der Zentralalpen), die ich kenne, lassen sich nicht dem Bartsio-Caricetum zuordnen."

 
V ASS Eleocharitetum quinqueflorae Lüdi 1921 nom. mutat. propos. Schlenkengesellschaft der Armblütigen Sumpfbinse 2 2 2 3
  Eleocharitetum pauciflorae Lüdi 1921
Eleocharitetum quinqueflorae Lemée 1937
Gesellschaft des Armblütigen Sumpfriedes
Gesellschaft des Wenigblütigen Sumpfriedes
Gesellschaft der Armblütigen Sumpfbinse
 
 

Nach Quinger: "Im Alpenvorland nur in einigen meist nur wenige m² umfassenden Beständen in Kalk-Quellmooren, dort in Quellschlenken, sehr entwässerungsempfindlich; in den Alpentalräumen noch deutlich häufiger". Wolff hatte aus der Pfalz gemeldet: "zahlreiche Angaben für die Art in Schultz 1863 lassen die damalige Gesellschaftbildung als gesichert erscheinen, vor allem zwischen Dürkheim, Ludwigshafen u. Worms". Nach Böhnert gilt für Sachsen: "unklar, ob die ausgestorbene Art früher eine Ass. / Ges. gebildet hatte".

Von Dierßen und anderen Mitarbeitern als ranglose "Eleocharis quinqueflora-Gesellschaft angesehen", von anderen aber ausdrücklich (wie bei Steiner 1993) als Assoziation anerkannt. Die Autorenschaft der Assoziation ist dabei noch unklar. Meist wird "Lüdi 1921" zitiert, Flintrop / Nowak lehnen dies aber ab, da sich jene Originalbeschreibung auf einen Caricion maritimae-Bestand bezieht. Ihr Vorschlag auf ein "Eleocharitetum quinqueflorae Lemée 1937" innerhalb des Caricion davallianae muß verworfen werden (ungültiges Homonym).

 
V ASS Parnassio-Juncetum atricapilli Westhoff ex Westhoff et al. 1995 Herzblatt-Sumpf mit Zweischneidiger Binse 1 1 - -
  Parnassio-Juncetum atricapilli Westhoff 1969
Parnassio-Juncetum atricapilli Westhoff 1947
   
 

Flintrop / Nowak sind der Meinung: "Die Bestände gehören ins Armerion maritimae: Junco-Caricetum extensae". Petersen widerspricht dem heftig: "Parnassio-Juncetum atricapilli: ist ein Pionierstadium des Junco baltici-Schoenetum nigricantis - kann wegfallen - aber niemals im Armerion aufgeführt werden: sind Kalkflachmoor-Bestände!" Bis zu einer Einigung wird die Gesellschaft als eigenständige Assoziation - wie bisher üblich - beim Caricion davallianae geführt.

 
V ASS Juncus alpinus-Gesellschaft Alpenbinsen-Gesellschaft 2 1 3 2
  Juncetum alpino-articulati (Jonas 1935) Philippi 1960 Gebirgssimsen-Gesellschaft
Alpenbinsen-Ried
 
 

Preiß / Mayer schreiben: "Gesellschaft im bayerischen Alpenraum noch typisch aber sehr kleinflächig, im Alpenvorland fast nur mehr als Rumpfgesellschaften ausgebildet". Für die pfälzer Rheinebene meldet Himmler: "Noch an wenigen Kiesgruben, hie durch Sukzession bedroht.". Die Situation am badischen Oberrhein ist kaum besser (Rennwald).

Juncus alpinus-Gesellschaft als Pioniergesellschaft des Caricion davallianae. Der Verband Caricion maritimae kommt demnach in Deutschland nicht vor.

 
V VRB Caricion maritimae Br.-Bl. in Volk 1939 Arktisch-alpine Schwemmufer-Gesellschaften        
  Caricion atrofusco-saxatilis Nordhagen 1943
Caricion bicolori-atrofuscae Nordhagen 1936
Alpine Schwemmufergesellschaften und Rieselfluren
Boreo-arktische Rieselfluren und flachgründig-basenreiche Niedermoore
 
 

In Deutschland fehlend.

 
V ASS Caricetum microglochinis Nordhagen (1928) 1943 Gesellschaft der Kleingrannigen Segge        
  Kobresietum simpliciusculae Nordhagen 1928
Astero bellidiastro-Kobresietum simpliciusculae Nordhagen (1928) 1943
   
 

Die Gesellschaft war ursprünglich für Kategorie "D (Datenmangel)" empfohlen worden; der Workshop "Röhrichte, Moore" beschloß jedoch, sie für Deutschland ganz zu streichen. Einige Mitarbeiter sind der Meinung, die Assoziation sei in Deutschland verschwunden (Kategorie 0). Schuhwerk vermerkt dazu: "gleicher Fall wie Carex capitata-Ges. [meines Wissens schon weit vor ca. 1940 ausgestorben, Aufnahmen gibt es nicht]. Es ist überhaupt nicht zu verifizieren, ob die Art in der von Nordhagen gefaßten Gesellschaft vorkam oder anders eingenischt war. m.E. streichen!" Bergmeier empfiehlt, die Assoziation nicht einfach zu streichen, sondern ihr früheres, durchaus nicht unwahrscheinliches Vorkommen zu kommentieren.

 
V ASS Carex capitata-Gesellschaft Kopfseggen-Gesellschaft        
       
 

Die Gesellschaft war ursprünglich für Kategorie "D (Datenmangel)" empfohlen worden; der Workshop "Röhrichte, Moore" beschloß jedoch, sie für Deutschland ganz zu streichen. Einige Mitarbeiter sind der Meinung, die Gesellschaft sei in Deutschland verschwunden (Kategorie 0). Schuhwerk vermerkt dazu: "m.W. schon weit vor ca. 1940 ausgestorben, Aufn. gibt es nicht, streichen"; Flintrop / Nowak formulieren kürzer: "unsinnig, nicht in Deutschland". Scheuerer empfiehlt hingegen ausdrücklich: "Falls eigene Gesellschaft (was man machen sollte), dann RL 0 im Bergland und in den Alpen." Auch Bergmeier empfiehlt, die Assoziation nicht einfach zu streichen, sondern ihr früheres wahrscheinliches Vorkommen zu kommentieren.

 
V ASS Caricetum maritimae Br.-Bl. 1918 Gesellschaft der Binsen-Segge        
       
 

Zentralalpen. In Deutschland fehlend!

 
V ASS Carici maritimae-Juncetum baltici Vanden Berghen 1969 Gesellschaft der Binsenblättrigen Segge und der Baltischen Binse        
       
 

in Deutschland fehlend!

 
V ASS Juncus arcticus-Gesellschaft Gesellschaft der Arktischen Binse        
       
 

in Deutschland fehlend. Zentralalpen.

 
V KLA Oxycocco-Sphagnetea Br.-Bl. et Tx. ex Westhoff et al. 1946 Zwergstrauchreiche Hochmoor-Torfmoos-Gesellschaften        
  Oxycocco-Sphagnetea Br.-Bl. et R. Tx. 1943
Vaginato-Sphagnetea Duvigneaud 1949
Ombrosphagnetea Du Rietz 1954
Vaccinietea uliginosi Lohmeyer et Tx. in Tx. 1955
Eriophoro vaginati-Sphagnetum baltici
Drosero intermediae-Sphagnetum tenelli
Sphagno-Droseridetum intermediae
Eriophoro vaginati-Sphagnetum tenelli
Eriophoro vaginati-Sphagnetum papillosi
Polytrichetum stricti medioeuropaeum
Cladonio-Sphagnetum nemorei
Cladonia impexa-Odontoschisma sphagni-Gesellschaft
Aulacomnietum palustris
Molinia caerulea-Calluna vulgaris-Abbaugesellschaft des Sphagnion
Vaccinium uliginosum-Gesellschaft
Zwergstrauchreiche Hochmoor-Torfmoosgesellschaften
Hochmoor-Gesellschaften
Hochmoorbult-Gesellschaften
Heidemoore
 
 

Nicht eindeutig zuordenbar und nicht als Assoziationen zu bewerten sind: Eriophoro vaginati-Sphagnetum baltici (nach Passarge zu: Sphagno-Eriophoretum vaginati Hueck 1925), Drosero intermediae-Sphagnetum tenelli, Eriophoro vaginati-Sphagnetum tenelli, Eriophoro vaginati-Sphagnetum papillosi, Polytrichetum stricti medioeuropaeum, Cladonio-Sphagnetum nemorei, Cladonia impexa-Odontoschisma sphagni-Gesellschaft, Aulacomnietum palustris.
Ebenfalls nicht als getrennte Einheiten geführt werden hier die "Molinia caerulea-Calluna vulgaris-Abbaugesellschaft des Sphagnion (Görs 1968)" (entsteht durch Grundwasserabsenkung aus Torfmoos-Bultgesellschaften) und die "Vaccinium uliginosum-Gesellschaft" (Stadium bei Wiedervernässungen oder Hochmoor-Degradation). Nicht getrennt bewertet werden soll hier ferner die "Sphagnum imbricatum-Gesellschaft" (= "Sphagnetum imbricati Schwickerath 1940"), das als Moos-Synusie im Erico-Sphagnetum angesehen werden kann, das Wolff in Rheinland-Pfalz und dem Saarland aber durchaus für eine Assoziation hält.

 
V ORD Erico-Sphagnetalia papillosi Schwickerath 1940 Heidenmoore und Feuchtheiden        
  Erico-Sphagnetalia Schwickerath 1940 em. Oberd. 1957
Sphagno-Ericetalia Br.-Bl. 48 em. Moore (1964) 1968
Ledetalia palustris Nordhagen 1936
Oxycocco-Ledetalia Nordhagen 1943
Erico-Ledetalia palustris (Nordhagen 1936) Tx. 1937
Pleurozio-Sphagnetum nemorei
Narthecium ossifragum-Gesellschaft
Narthecietum ossifragi Mskr. R. Tx. 1975
   
 

Im Sinne der Emendierung durch Braun-Blanquet (1949).

 
V VRB Ericion tetralicis Schwickerath 1933 Feuchtheiden        
  Oxycocco-Ericion tetralicis (Nordhagen 1936) Tx. em. Moore 1968
Hieracio-Ericetum (Westhoff 1943) 1945
Zwergstrauchbeherrschte Feuchtheiden  
 

Der Verband wird von einigen Autoren (z.B. Schubert et al. 1995) nicht zu den Oxycocco-Sphagnetea sondern - wegen der Dominanz von Zwergsträuchern - zu den Calluno-Ulicetea gestellt. Türk fordert: "Wenn das Hieracio-Empetretum (zu Recht) der trockenen Küstendünen als eigenständige Ass. anerkannt wird, muß auch das ebenfalls deutlich boreoatlantisch getönte Hieracio-Ericetum (Westhoff 1943) 1945 als eigenständige Ass. (Artenkombination, Standort!) innerhalb des V. Ericion tetralicis anerkannt werden." Kennarten fehlen hier allerdings (?).

 
V ASS Ericetum tetralicis (Allorge 1922) Jonas 1932 Glockenheide-Feuchtheide-Gesellschaft 2 2 G -
  Ericetum tetralicis Jonas 1932
Ericetum tetralicis Schwickerath 1933
Scirpetum cespitosi (germanici) Schwickerath 1944
Ericetum tetralicis Subass. von Rhacomitrium lanuginosum
Ericetum tetralicis Subass. von Leucobryum glaucum
Erica tetralix-Rhacomitrium lanuginosum-Gesellschaft
Erico-Leucobryetum glauci
Erico-Callunetum (Großer 1956) Schubert 1960
Calluno-Ericetum (Großer 1956) Schubert 1960
Glockenheide-Gesellschaft
Glockenheide-Moorgesellschaft
Glockenheiden-Flur
Glockenheide-Anmoor
 
 

Im Hügel- und Bergland wohl 1.

Als Ausbildung hier einbezogen wird das Calluno-Ericetum (Großer 1956) Schubert 1960. Das Salici repentis-Ericetum (Tx. 1933) Tx. et Buchwald 1942 (= Empetro-Ericetum tetralicis (Tx. 1937) Westhoff (1943) 1947 ex De Smidt 1975) wird von Flintrop / Nowak als Küstenvariante des Ericetum tetralicis aufgefaßt, hier aber doch unter Vorbehalt als getrennt zu bewertende Assoziation akzeptiert.

 
V ASS Sphagno compacti-Trichophoretum germanici (Oberd. 1938) Bartsch 1940 Rasenbinsen-Feuchtheide 3 - 3 -
  Sphagno compacti-Trichophoretum germanici (Oberd. 1938) Bartsch 1940 em. Dierßen 1975 in Oberd. 1977 Kissentorfmoos-Rasenbinsen-Gesellschaft  
 

Im Sinne der Emendierung durch Dierßen in Oberdorfer (1977)

 
V ASS Salici repentis-Ericetum (Tx. 1937) Westhoff ex De Smidt 1975 Dünenweiden-Glockenheide-Anmoor 3 3 - -
  Salici arenariae-Ericetum tetralicis Tx. et Buchwald 1942
Empetro-Ericetum tetralicis (Tx. 1937) Westhoff (1943) 1947 ex De Smidt 1975
Kriechweiden-Glockenheide-Moorgesellschaft  
 

Das Empetro-Ericetum tetralicis (Tx. 1937) Westhoff (1943) 1947 ex De Smidt 1975 (= Salici repentis-Ericetum (Tx. 1933) Tx. et Buchwald 1942) wird von Flintrop / Nowak als Küstenvariante des Ericetum tetralicis aufgefaßt. Dessen Abgrenzung gegenüber dem Empetrion nigri ist allerdings unscharf. Möglich wäre durchaus auch eine Zuordnung zum Hieracio-Empetretum. Insbesondere Petersen besteht aber auf der getrennten Bewertung als Assoziation. Dies entspricht der Auffassung der meisten Publikationen und soll hier unter Vorbehalt akzeptiert werden. Gute Kennarten scheinen allerdings zu fehlen.

 
V VRB Oxycocco-Ericion (Nordhagen 1936) Tx. 1937 Zwergstrauchbeherrschte Gesellschaften oligotroph-saurer Moore        
       
 

Hier in der emendierten Form nach Moore (1968).

 
V ASS Erico-Sphagnetum magellanici (Osvald 1923) Moore 1968 Glockenheide-Torfmoosbulten-Gesellschaft 2 2 1 -
  Erico-Sphagnetum magellanici Moore 1968
Erico-Sphagnetum magellanici (Kästner et Flössner 1933) Moor 1968
Erico-Sphagnetum papillosi
Sphagnetum papillosi Schwickerath 1940
Sphagnetum papillosi Schwickerath 1944
Sphagnetum imbricati Schwickerath 1940
Erico-Polytrichetum stricti
Glockenheide-Bulten-Gesellschaft
Hochmoorbult-Gesellschaft
 
 

Oligohemerobe Bestände sehr selten und sehr stark bedroht.

In Deutschland einzige Assoziation innerhalb des Verbandes Oxycocco-Ericion tetralicis. Assoziation wie auch Verband sind umstritten. Mehrere Mitarbeiter empfehlen, das Erico-Sphagnetum magellanici in ein weiter gefaßtes Sphagnetum magellanici einzubeziehen und damit den Verband Oxycocco-Ericion tetralicis aufzulösen. Außerdem wird die Akzeptanz der Namen von "Osvald" in bezug auf den Code (CPN) unterschiedlich bewertet. [Im vorliegenden Fall würde "Moore 1968" als Alternative zur Verfügung stehen]. Mit hier einbezogen werden können die "Sphagnum imbricatum-Gesellschaft" (Gesellschaftsfragment oder Moossynusie, Oberpfalz) und das Erico-Polytrichetum stricti (fragmentarische Ausbildung des Erico-Sphagnetum, Sukzessionsstadium bzw. Subass. von Polytrichum strictum innerhalb dieser Assoziation).

 
V ORD Sphagnetalia magellanici (Pawlowski 1928) Kästner et Flössner 1933 Hochmoor-Torfmoosgesellschaften        
  Sphagnetalia medii Kästner et Flößner 1933 Hochmoor-Bult-Gesellschaften  
 

Der Name der Ordnung ist etwas umstritten. Steiner (1993) hält die Originaldiagnose von Pawlowski (1928) für unzureichend, weshalb dann der Name Sphagnetalia medii Kästner et Flößner 1933 Gültigkeit erlangte.

 
V VRB Sphagnion magellanici Kästner et Flößner 1933 Hochmoor-Torfmoosgesellschaften        
  Sphagnion medii Kästner et Flößner 1933
Sphagnion europaeum Schwickerath 1940
Sphagnion fusci Br.-Bl. (1915) 1926 et auct.
Erico-Sphagnion Moore (1964) 1968
Molinia caerulea-Calluna vulgaris-Abbaugesellschaft des Sphagnion (sensu Görs 1968)
Hochmoor-Bult-Gesellschaften
Zwergstrauchbeherrschte Gesellschaften oligotroph-sauerer Moore
 
 

Nicht näher bewertet wird die "Molinia caerulea-Calluna vulgaris-Abbaugesellschaft des Sphagnion" (sensu Görs 1968).

 
V ASS Sphagnetum magellanici (Malcuit 1929) Kästner et Flößner 1933 Bunttorfmoos-Gesellschaft 3 2 3 3
  Sphagnum medium-Carex pauciflora-Ass. Bartsch 1940
Sphagnetum medii subalpinum Höhn 1936
Sphagnetum medii subatlanticum Tx. 1937
Sphagnetum medii et rubelli Schwickerath 1933
Sphagnetum papillosi Jonas 1932, Schwickerath 1940
Sphagnetum fusci Luquet 1926
Bunte Torfmoosgesellschaft
Bunte Torfmoosbulte
Bunte Torfmoos-Bulte
Bunte Bultgesellschaften
 
 

In tieferen Lagen der Pfalz "verschwinden die letzten Reste durch "Alterung": Verdrängung durch Polytrichum, Kiefer, Erle" (Himmler).

Wolff möchte die Assoziation eng gefaßt sehen: "nur s.str.! d.h. getrennt vom Sphagnetum papillosi: als "Sphagnetum medii et rubelli" Schwickerath 1933". Zumindest im Saarland und in Rheinland-Pfalz lassen sich diese Einheiten gut trennen und auch hinsichtlich der Roten Liste getrennt bewerten.

 
V ASS Ledo-Sphagnetum magellanici Sukopp ex Neuhäusl 1969 Porst-Torfmoos-Gesellschaft 2 3 1 -
  Ledo-Sphagnetum magellanici (De Kleist 1929) Sukopp 1959
Ledo-Sphagnetum magellanici Sukopp 1959
   
 

Nach Dierßen sind "besonders primäre Vorkommen gefährdet".

Die Eigenständigkeit dieser Gesellschaft wird teilweise angezweifelt. Anschluß dann bei einem weit gefaßten Sphagnetum magellanici. Ansonsten ist zumindest die Abgrenzung der beiden Einheiten gegeneinander überarbeitungsbedürftig.

 
V ASS Eriophoro-Trichophoretum cespitosi (Zlatnik 1928, Rudolf et al. 1928) Rübel 1933 Rasenbinsen-Hochmoor 3 - 2 3
  Eriophoro-Trichophoretum cespitosi Rübel 1933 em. Tx. 1937
Sphagnetum trichophoretosum Oberd. 1938
Trichophoretum austriaci Zlatnik 1928
Trichophoretum Rudolph et al. 1928
Scirpus austriacus-Sphagnum tenellum-Ass. Osvald 1925
Eriophoro-Trichophoretum cespitosi Rübel 1933 n.n.
Trichophoro-Sphagnetum fusci Tx. 1937
Trichophoro austriaci-Sphagnetum compacti Krisai 1965
Rasenbinsen-Torfmoosbulte
Wollgras-Rasenbinsenmoor
Wollgras-Rasenbinsen-Gesellschaft
Wollgras-Igelsimsen-Bultengesellschaft
 
 

Nach Dierßen sind "besonders primäre Vorkommen gefährdet".

In der emendierten Form von Dierßen (1975).

 
V ASS Eriophorum vaginatum-Gesellschaft Scheidenwollgras-Gesellschaft * * * *
  Eriophorum vaginatum-Sphagnum fallax-Gesellschaft
Eriophoro-Sphagnetum fallacis
Eriophorum vaginatum-Sphagnum recurvum-Gesellschaft
Eriophoro vaginati-Sphagnetum recurvi Hueck 1928
Eriophoro vaginati-Sphagnetum recurvi (Hueck 1925) Tx. 1937
Sphagno recurvi-Eriophoretum Hueck 1931
Gesellschaft des Scheidigen Wollgrases  
 

Sekundär in Ausbreitung begriffen.

Nach Dierßen handelt es sich hier um eine Basalgesellschaft der Klasse Oxycocco-Sphagnetea. Hier einbezogen werden die Eriophorum vaginatum-Sphagnum fallax-Gesellschaft (= Eriophoro-Sphagnetum fallacis) und Eriophorum vaginatum-Sphagnum recurvum-Gesellschaft (= Eriophoro vaginati-Sphagnetum recurvi Hueck 1928, = Eriophoro vaginati-Sphagnetum recurvi (Hueck 1925) Tx. 1937), = Sphagno recurvi-Eriophoretum Hueck 1931). Oft handelt es sich hier um Hochmoor-Degenerationsstadien oder wiedervernäßte Abbauflächen.

 
V VRB Oxycocco-Empetrion hermaphroditi Nordhagen 1936 Boreale Hochmoorgesellschaften        
    Verband der borealen Hochmoorgesellschaften  
 

Gesellschaften dieses Verbandes fehlen in Deutschland.

Gesellschaften dieses Verbandes fehlen in Deutschland. Die Zugehörigkeit des Empetro nigri-Sphagnetum fusci Du Rietz 1921 und noch mehr des Scirpo cespitosi-Sphagnetum compacti Warén 1926 in Österreich zu diesem nordischen Verband ist keineswegs zwingend.

 
V ASS Empetro nigri-Sphagnetum fusci Du Rietz 1921 Gesellschaft der Krähenbeere und des Braunen Torfmooses        
       
 

In Skandinavien weit verbreitet, auch in den Zentralalpen (Steiner 1993). In Deutschland fehlend.