Verzeichnis und Rote Liste der Pflanzengesellschaften Deutschlands (Stand 30.10.2000)

  Rang wissenschaftlicher Name deutscher Name D FL BL AL
XI FOR XI. Waldgesellschaften          
       
XI KLA Alnetea glutinosae Br.-Bl. et Tx. ex Westhoff et al. 1946 Erlen-Bruchwälder        
  Alnetea glutinosae Br.-Bl. et Tx. 1943 Erlenbruchwälder  
 

Mit Ausnahme von Entwässerungsstadien.

 
XI ORD Alnetalia glutinosae Tx. 1937 Erlenbruchwälder        
    Erlenbrücher  
 

Mit Ausnahme von Entwässerungsstadien.

 
XI ASS Rubus idaeus-Alnus glutinosa-Gesellschaft Himbeeren-Schwarzerlen-Bruchwald * * * -
       
 

Heinken schreibt zur Myosotis palustris-Alnus incana-Ges. (des Alnion): "Streichen. Stattdessen sollte ergänzt werden innerhalb der Klasse Alnetea glutinosae: Rubus idaeus-Alnus glutinosa-Gesellschaft (entwässserte Erlen-Bruchwälder); s. Doering-Mederake (1991): Scripta Geobot. Mast (1999): Archiv naturwiss. Diss." Mast und Dinter stellen die Gesellschaft zu den Alnetalia glutinosae. Mast begründet: "s. Doering-Mederake 1991, Mast 1999, Brand 1992, 2000) [Entwässerter Erlenbruch]".

 
XI ZEH Urtico-Alnetum (Scamoni 1935) Fukarek 1961 Brennessel-Schwarzerlen-Bruchwald * * * -
       
 

Hier als Entwässerungsstadium von Erlenbruchwäldern der Rubus idaeus-Alnus glutinosa-Gesellschaft zugeordnet; keine eigenständige Assoziation. Dierßen empfiehlt: "entwässerte und Urtica-reiche Bruch- und Auenwälder sind als hemerophile Entwicklungsstadien am besten bei den standortgemäßen Ausgangsassoziationen (als Abbaustadien) anzuschließen".

 
XI VRB Alnion glutinosae Malcuit 1929 Erlen-Bruchwälder        
  Irido-Alnetalia glutinosae Passarge et Hofmann 1968 Erlenbruch-Wälder  
 

Autor evtl. Meijer-Drees 1936, wird z.Z. geprüft (Weber). Wir folgen hier der für die Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands geplanten Gliederung von Dinter & Mast (in prep.). Danach umfaßt das Alnion glutinosae in Deutschland nur zwei Assoziationen, das Carici elongatae-Alnetum reicherer Standorte und die Torfmoos-Erlenwälder des Sphagno-Alnetum. Beide Gesellschaften werden gegenüber ihren ursprünglichen Abgrenzungen verändert. Das Carici laevigatae-Alnetum wird vollständig aufgelöst und überwiegend dem Sphagno-Alnetum zugerechnet. Diverse andere Gesellschaften werden hier dem Carici elongatae-Alnetum zugeordnet. Dabei ist aber darauf hinzuweisen, daß etliche dieser Gesellschaften auch Affinitäten zum Alno-Ulmion aufweisen, mit einem Teil der Aufnahmen also auch dorthin gestellt werden könnten. Nach Auskunft von Mast gehört auch das aus den Hochlagen der Rhön etc. angeführte Equiseto-Betuletum carpaticae Lohmeyer et Bohn 1972 - trotz des Fehlens von Erlen! - eindeutig hierher. Kennarten fehlen hier und als lokale Gesellschaft kann im Rahmen der Deutschland-Übersicht auf diese Einheit verzichtet werden.

 
XI ASS Alnion glutinosae-Basalgesellschaft   D - R D
       
 

Hier werden Equiseto-Betuletum carpaticae und Alnus incana-Sumpfwald zusammengefaßt, die beide nicht als Assoziationen anerkannt werden, die aber auch nicht den beiden akzeptierten Assoziationen unterstellt werden können.

 
XI ZEH Equiseto-Betuletum carpaticae Lohmeyer et Bohn 1972 Schachtelhalm-Karpatenbirken-Bruchwald R - R R
       
XI ZEH Alnus incana-Sumpfwald Grauerlen-Sumpfwald D - R D
       
XI ASS Carici elongatae-Alnetum glutinosae Schwickerath 1933 Walzenseggen-Erlen-Bruchwald 2 2 2 R
  Carici elongatae-Alnetum glutinosae W. Koch 1926
Carici elongatae-Alnetum W. Koch 1926
Carici elongatae-Alnetum Bodeux 1955
Carici elongatae-Alnetum glutinosae (W. Koch 1926) Tx. et Bodeux 1955
Carici elongatae-Alnetum glutinosae W. Koch 1926 ex Tx. 1931
Carici elongatae-Alnetum glutinosae W. Koch 1926 ex Tx. 1937
Hottonio-Alnetum glutinosae Hueck 1929
Irido-Alnetum glutinosae Doing 1962
Cardamino-Alnetum (Meyer-Drees 1936) Passarge 1968
Symphyto-Irido-Alnetum (Bodeux 1955) Passarge 1968
Urtico-Alnetum (Scamoni 1935) Fukarek 1961
Urtico-Alnetum Fukarek 1961
Urtico-Alnetum glutinosae (Scamoni 1935) Fukarek 1961
Caltha palustris-Alnus glutinosa-Gesellschaften
Crepis paludosa-Alnus glutinosa-Gesellschaft
Salix fragilis-Alnus glutinosa-Gesellschaft
Myosotis palustris-Alnus incana-Gesellschaft (des Alnion)
Athyrio-Alnetum Passarge 1968
Walzenseggen-Erlenbruch-Wald
Schwarzerlen-Bruchwald
 
 

Noch immer Rückgang durch Entwässerung. Nach Dinter in den Alpen (Tieflagen) Kategorie R. Zahlheimer meint: "Ich halte Gefährdungsstufe 2 für Hügelland und Deutschland für übertrieben (angemessen: 3)."

Dinter teilt mit: "Autor der Ass. ist Schwickerath 1933 (vgl. Döring-Mederake 1991, Wittig & Dinter 1991). Die Assoziation umfasst nach einer in Vorbereitung befindlichen Emendation (Dinter & Mast in prep.) alle Erlenbruchwälder reicherer Standorte (ohne Torfmoose), d.h. auch das Carici laevigatae-Alnetum valerianetosum nach Bodeux 1955."

 
XI ASS Sphagno palustris-Alnetum Allorge ex Lemée 1939 Torfmoos-Erlen-Bruchwald 2 2 2 R
  Sphagno-Alnetum Lemée 1937 nom. invers. propos.
Sphagno palustris-Alnetum Allorge ex Lemée 1939 em. Dinter et Mast in prep.
Carici elongatae-Alnetum betuletosum Bodeux 1955
Carici laevigatae-Alnetum Schwickerath 1938
Alno-Betuletum pubescentis Scamoni 1959
Alno glutinosae-Betuletum pubescentis Scamoni 1959
Alno-Betuletum Scamoni (1954) 1960
Blechno-Alnetum Oberd. 1957
Carex nigra-Alnus glutinosa-Gesellschaft
Lysimachio nemorum-Alnetum glutinosae Liepelt et Suck 1990
Lysimachio nemorum-Alnetum glutinosae Liepelt et Suck 1989
Torfmoos-Erlenbruch-Wald  
 

Nach Dinter in den Alpen (Tieflagen) Kategorie R. Bushart / Suck machen darauf aufmerksam, daß das hier einbezogene "Lysimachio nemorum-Alnetum glutinosae" vom Verschwinden bedroht ist, da es fast vollständig überfichtet wurde und wird.

Hier in der emendierten Form von Dinter & Mast (in prep.). Als Autor der Gesellschaft wird in der Literatur fast durchweg Lemée 1937 genannt. Das ist aber nicht korrekt. Dinter teilt hierzu mit: "1) Lemée bezieht sich ausdrücklich auf Allorge (1922), 2) Bei Lemée ist der betreffende Abschnitt erst im 1939 erschienenen Teil einer 1937 begonnenen Publikation enthalten, 3) Der Name ist in Sphagno palustris-Alnetum zu präzisieren (Dinter & Mast in prep.). Weitere syntaxonomische Anmerkung: Die Ass. umfaßt nach einer in Vorbereitung befindlichen Emendation (Dinter & Mast in prep.) alle Torfmoos-Erlenbruchwälder, d.h. auch das Carici elongatae-Alnetum betuletosum (Bodeux 1955). Das Carici laevigatae-Alnetum Schwick. 1938 ist einzubeziehen und nicht als getrennte Ass. zu führen". Dazu gehört demnach auch der weit überwiegende Teil des "Lysimachio nemorum-Alnetum glutinosae Liepelt et Suck 1989" das Bushart /Suck nach wie vor als selbständig ansehen und bewerten möchten [dessen von Seibert (1992) vorgenommene Einbeziehung im Alno-Ulmion ist nach Bushart auf jeden Fall völlig falsch]. Da die Emendation noch nicht gültig publiziert ist, der Umfang der Einheit aber durch sie völlig neu definiert wird, soll hier die von Dinter, Mast und Heinken gestützte Neugliederung mit dem "in prep."-Namen akzeptiert werden (in der Hoffnung, daß bis zur Publikation der Roten Liste die entsprechende Arbeit zumindest im Druck ist). Die Meinungen zum nährstoffarmen Flügel der Erlenbruchwälder gehen ansonsten nach wie vor weit auseinander.
Walentowski kommentiert das Sphagno-Alnetum: "Nicht in Bayern; die torfmoosreichen Erlenbruchwälder Bayerns gehören zum Carici elongatae-Alnetum sphagnetosum palustris Pfadenhauer 1969." Von Drachenfels und Zacharias sehen das genauso. Bushart widerspricht: "Walentowski irrt, denn die Gesellschaft kommt in Bayern tatsächlich vor, wo sie (wie fast überall) im Gegensatz zum Carici elongatae-Alnetum auf eher minerogenen Nassböden wächst." Dierßen möchte das Sphagno-Alnetum generell in das Carici elongatae-Alnetum einbeziehen. Flintrop / Nowak verfolgen einen ganz anderen Ansatz. Sie kommen zum Schluß: "Korrekt: Sphagnum-Alnus glutinosa-Ges. Lemée 1937 nom. inv. Die Gesellschaft hat keine Kennarten; sie gehört aufgrund der Verbandskennarten ins Piceo-Vaccinion uliginosi!"

 
XI KLA Erico-Pinetea Horvat 1959 Schneeheide-Kiefernwälder        
    Alpisch-Dinarische Karbonat-Kiefernwälder
Schneeheide-Föhrenwälder
 
XI ORD Erico-Pinetalia Horvat 1959 Schneeheide-Kiefernwälder        
    Alpisch-Dinarische Karbonat-Kiefernwälder
Schneeheide-Föhrenwälder
 
XI VRB Erico-Pinion sylvestris Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939 nom. invers. propos. Ostalpisch-Dinarische Karbonat-Schneeheide-Kiefernwälder        
  Brachypodium pinnatum-Pinus sylvestris-Gesellschaft
Anthericum liliago-Pinus nigra-Gesellschaft
Schneeheide-Kiefernwälder  
 

Scheuerer empfiehlt: "Im Erico-Pinion ist zu ergänzen: Brachypodium pinnatum-Pinus sylvestris-Gesellschaft. Diese nur im Bergland, hier ungefährdet, da auf Kosten von Magerrasen und anderen Erico-Pinion-Gesellschaften in Ausbreitung." M. Schmidt bezeichnet die von ihm neuerdings (Schmidt 2000) aus dem nördlichen Mittelgebirgsraum beschriebene "Anthericum liliago-Pinus nigra-Gesellschaft" (Pinus nigra hier auf Pflanzung beruhend) als ungefährdet.

Aus praktischen Gründen wird hier weitgehend der Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands gefolgt, bei der die Erico-Pinetea von Hölzel (1996) bearbeitet wurden. Es sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, daß insbesondere die Herabwürdigung und Zusammenfassung der schon klassischen jurassischen Relikt-Kiefernwälder (Cytiso nigricantis-Pinetum, Coronillo vaginalis-Pinetum, z.T. auch Calamagrostio variae-Pinetum) keineswegs von allen Mitarbeitern mitgetragen wird.
Witschel kommentiert kritisch: "Hier kann der Synopsis und N. Hölzel nicht gefolgt werden, da die aussagekräftigen Gesellschaften Cytiso-Pinetum u. Coronillo-Pinetum von mindestens Regionalrang, aber eigentlich für das ganze Juragebiet, auch Schweiz, anwendbar unter den Tisch fallen. Hölzel hat seine Neugliederung aus der Sicht vom Zentrum der Vorkommen in den Alpen entworfen. Das ist aber ein fragwürdiges pflanzensoziologisches Vorgehen, denn genau am Rande der Verbreitung sind besondere Vorkommen von Aussagekraft und stehen im Rang einer Gesellschaft. Die Moorwaldsynsystematik wird ja auch nicht von Skandinavien aus bestimmt. Für Baden-Württemberg gibt es folgende 4 Erico-Pinion-Gesellschaften: Molinio-Pinetum; Cytiso-Pinetum; Coronillo-Pinetum; Calamagrostio-Pinetum; in Franken kommt noch das Buphthalmo-Pinetum dazu." Oberdorfer wird auch in seiner Ende 2000 erscheinenden Neuauflage der Pflanzensoziologischen Exkursionsflora seine bisherige Gliederung, die mit der Witschels übereinstimmt, beibehalten.
Besonders hinzuweisen ist darauf, daß nach der Fassung bei Hölzel (1996) in Deutschland kein Erico-Pinetum sylvestris Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939 vorkommt. Schmidt (2000) beschrieb aus dem nördlichen Mittelgebirgsraum eine bei Hölzel (l.c.) noch unberücksichtigte "Anthericum liliago-Pinus nigra-Gesellschaft", die als regionale Forstgesellschaft hier nicht getrennt dargestellt werden soll.

 
XI ASS Calamagrostio variae-Pinetum sylvestris Oberd. (1950) 1957 Randalpischer Buntreitgras-Kiefernwald V - 3 V
       
 

Ewald vermerkt: "Hölzel hat bereits die jurassischen Bestände deutlich von den alpischen abgetrennt. Gefährdung im Bergland ist Frage des Bezugszeitraums. Ich bin mir ziemlich sicher, daß alluviale Calamagrostio-Pineten in den letzten 50 Jahren infolge von Flußausbauten an der Isar zuungunsten von Schotterfluren und Myricarieten zugenommen haben, am Lech dagegen in den Staustufenseen versanken. Angesichts dessen erscheint mir 2 übertrieben. Im Alpenraum ist die einzige Gefährdungsursache m. E. die Sukzession zum Bergmischwald, die (dem Schalenwild sei Dank!) nicht allzu schnell verläuft. Deshalb: Ass Calamagrostio variae-Pinetum FL: - BL: 3 ALP: V".
Hölzel kommentiert ganz ähnlich: "Alpenvorland: erhebliche Flächenausdehnung an der Isar südlich München während der letzten 100 Jahre durch die Neuentstehung von Trockenstandorten infolge wasserbaulicher Maßnahmen (Flußbetteintiefung); mittel- bis langfristig sind hier stärkere qualitative Verluste infolge fehlender Flußdynamik, der Aufgabe traditioneller Nutzungen (Beweidung, Streumahd) und damit fortschreitender Sukzession zu erwarten; starke qualitative Verluste durch Sukzession bereits heute am Lech. Bewertung heute: 3, langfristig betrachtet eher 2 oder gar 1. Alpen: Qualitative Verluste (massive Vergrasung) durch Einstellung traditioneller Nutzungen (Waldweide) in Sekundärbeständen, Sukzession zum Bergmischwald wird heute weitgehend durch Schalenwildverbiß an Gehölzen vereitelt, Primärbestände auf Extremstandorten ungefährdet. Bewertung: V.

Hier im Sinne der Emendierung durch Hölzel (1996). Walentowski kommentiert: "Die von Hölzel vorgenommene Emendierung auf Assoziationsebene war keinesfalls zwingend; man hätte die bei Oberdorfer (1992) dargestellten Einheiten auch ohne weiteres beibehalten können."

 
XI ASS Cephalanthera longifolia-Pinus mugo-Gesellschaft Mesophiler Mergelrutschhang-Bergkiefernwald R - R R
       
 

Nach Ewald "langfristig möglicherweise durch Einschränkung von Fluß- und Wildbach-Dynamik an Rutschhängen gefährdet?"

 
XI ASS Molinia arundinacea-Pinus sylvestris-Gesellschaft Alluvialer Streunutzungs- und Weide-Pfeifengras-Kiefernwald * - * -
  Molinio-Pinetum E. Schmid 1936
Molinio-Pinetum E. Schmid 1936 em. Seibert 1962
Molinio-Pinetum E. Schmidt 1936 em. Oberd. 1987
Molinio litoralis-Pinetum Schmid ex Etter 1947 nom. invers. propos.
Molinio-Pinetum Etter 1947
Salici-Pinetum Oberd. (1938) 1957
Pfeifengras-Kiefernwald  
 

Abweichend vom Beschluß des Workshops "Nadelwald" sieht Zahlheimer eine erhebliche Gefährdung der Gesellschaft: "Drastischer, wenn auch zum Teil schleichender Rückgang und Verluste durch Sukzession der durch Wald-Nebennutzungen geformten Halbkultur-Formation: Gef. St. 3!" Ewald sieht ebenfalls eine stärkere Gefährdung, will aber "G" vergeben:"Ges. auch primär nur als Sukzessionsstadium, durch Waldweide, Streumahd und gelegentlich Brand erhalten, heute Einwanderung von Laubsträuchern und Edellaubbäumen (Entwicklung zu Adoxo-Aceretum)".

Mehrere Mitarbeiter sind der Meinung, daß die Gesellschaft doch besser als Assoziation zu führen sei. Pott (1995) gliedert die Gesellschaft an das Erico-Pinetum sylvestris an, Oberdorfer (1994) und Wallnöfer (in Mucina et al. 1993) akzeptieren sie als eigenständige Gesellschaft, die nach letzterem Autor "Molinio litoralis-Pinetum Schmid ex Etter 1947 nom. inv." heißen muß.

 
XI ASS Thesium bavarum-Pinus sylvestris-Gesellschaft Südjurassische Relikt-Kiefernwälder 3 - 3 -
  Calamagrostio variae-Pinetum sensu auct.
Coronillo variae-Pinetum Richard 1972
Cytiso nigricantis-Pinetum Br.-Bl. 1932
   
 

Nach Ewald "örtlich u.U. Beeinträchtigung durch Kletterer u. Tourismus an Aussichtsfelsen?"

Nach Hölzel et al. 1996 gehören der größte Teil des Cytiso nigricantis-Pinetum hierher, ebenso das Coronillo vaginalis-Pinetum und Teile des Calamagrostio variae-Pinetum. Witschel kommentiert kritisch: "Hier kann der Synopsis und N. Hölzel nicht gefolgt werden, da die aussagekräftigen Gesellschaften Cytiso-Pinetum u. Coronillo-Pinetum von mindestens Regionalrang, aber eigentlich für das ganze Juragebiet, auch Schweiz, anwendbar unter den Tisch fallen. Hölzel hat seine Neugliederung aus der Sicht vom Zentrum der Vorkommen in den Alpen entworfen. Das ist aber ein fragwürdiges pflanzensoziologisches Vorgehen, denn genau am Rande der Verbreitung sind besondere Vorkommen von Aussagekraft und stehen im Rang einer Gesellschaft. Die Moorwaldsynsystematik wird ja auch nicht von Skandinavien aus bestimmt. Für Baden-Württemberg gibt es folgende 4 Erico-Pinion-Gesellschaften: Molinio-Pinetum, Cytiso-Pinetum, Coronillo-Pinetum, Calamagrostio-Pinetum; in Franken kommt noch das Buphthalmo-Pinetum dazu."

 
XI ASS Buphthalmum salicifolium-Pinus sylvestris-Gesellschaft Dolomit-Kiefernwald der Nördlichen Frankenalb 2 - 2 -
  Buphthalmo salicifolii-Pinetum sylvestris Hemp 1995
Anemono-Pinetum Hohenester 1960
Anemone sylvestris-Pinus sylvestris-Gesellschaft
   
 

Eine Meldung von Walentowski: "Der Dolomitkiefernwald der Nördlichen Frankenalb durch Umwandlung in Laubwald (gezielte Unterpflanzung) und Aufgabe der Streunutzung vom Aussterben bedroht. Sukzession (Einwanderung von Halbschatt- und Schattbaumarten)".
Welß plädiert für die getrennte Bewertung des "Anemono-Pinetum Hohenester 1960": "als lokale Dolomitsandgesellschaft der nördlichen Frankenalb (dort Gefährdung 2) besitzt es eine deutliche Eigenständigkeit und sollte gerade in einer RL nicht fehlen". Gerade aus dem Kerngebiet der Gesellschaft kommen Angaben über eine hochgradige Gefährdung. Türk berichtet über "Rückgang durch Nutzungsauflassung und Buchenunterbau!" Bushart kommentiert: "die Gesellschaft im ursprünglichen Sinn von Hohenester wächst auf Dolomitsanden (kolluviales Verwitterungsmaterial am Fuß von Dolomitfelsen). Hemp erweiterte die Assoziation um die Bestände auf den Dolomitfelsen selbst. Dort fehlt Anemone sylvestris, was Hemp zur Namensänderung veranlaßte. In beiden Fällen handelt es sich nach heutigem Kenntnisstand nicht um natürliche Kiefernwälder, sondern um nutzungsbedingte Ersatzgesellschaften auf Standorten potenziell natürlicher Seggen-Buchenwälder. Bei allgemein nachlassender Nutzungsintensität ist die Entwicklung dorthin unübersehbar. Die von Walentowski mitgeteilte gezielte Umpflanzung habe ich persönlich noch nicht beobachtet, aber sie verstärkt zweifellos den Effekt. Der Gefährdungsgrad muss mindestens 2 lauten. In Anbetracht der beschränkt regionalen Verbreitung und der Einschätzung von Walentowski wäre auch 1 vertretbar. Eine getrennte Bewertung von Dolomitsand- und Dolomitfels-Kiefernwald, wie es Welß offenbar nahelegt, halte ich für nicht notwendig."

In der Regel als "Anemono-Pinetum Hohenester 1960" geführt. Walentowski vermerkt: "(Buphthalmo salicifolii-Pinetum sylvestris Hemp 1995): Der Dolomitkiefernwald der Nördlichen Frankenalb ... vom Aussterben bedroht." Er und Türk sind der Meinung, daß die Gesellschaft doch besser als Assoziation zu führen sei. Auch Bushart und Suck sprechen sich für die Akzeptanz der Assoziation aus, die "Anemono-Pinetum Hohenester 1960" zu heißen hätte. Schließlich plädiert auch Welß für die getrennte Bewertung: "Anemono-Pinetum Hohenester 1960 (Erico-Pinion): als lokale Dolomitsandgesellschaft der nördlichen Frankenalb (dort Gefährdung 2) besitzt es eine deutliche Eigenständigkeit und sollte gerade in einer RL nicht fehlen".
Bushart begründet seine Ansicht ausführlich: "Das Anemono sylvestris-Pinetum wurde von Hohenester 1960 beschrieben. Wenn dieser Arbeit auch eigenes Aufnahmematerial fehlt, so ist doch der textliche Bezug auf die entsprechenden Aufnahmen in Gauckler 1957 eindeutig. Nach Artikel 2 des Code der pflanzensoziologischen Nomenklatur liegt damit eine ausreichende Originaldiagnose vor und die Assoziation ist korrekt beschrieben. [Wem dies nicht ausreicht - aber das ist nicht meine Auffassung - : spätestens 1978 hat Hohenester das Anemono sylvestris-Pinetum durch eigenes Aufnahmematerial validiert; dann müßte es heißen: Anemono sylvestris-Pinetum Hohenester 1978 ex Hohenester 1960] Hemp (1995) hat den Assoziationsbegriff inhaltlich erweitert, also emendiert. Der von ihm mitgeteilte Name 'Buphthalmo salicifolii-Pinetum sylvestris' ist überflüssig und verstößt gleichzeitig eindeutig gegen Artikel 29 des Code. Es muß also richtig heißen
'Anemono sylvestris-Pinetum Hohenester 1960 em. Hemp 1995'. Da Hemp in sein Buphthalmo salicifolii-Pinetum das Hohenestersche Anemono sylvestris-Pinetum ausdrücklich mit einbezogen hat, ist die Darstellung von Gleich & al. (1997) nicht korrekt, wo beide Gesellschaften parallel aufgeführt werden. Hölzel (1996) stuft die Assoziation zur Gesellschaft herab. Folgt man diesem Beispiel, dann muss von einer 'Anemone sylvestris-Pinus sylvestris'-Gesellschaft gesprochen werden. Ich bin jedoch der Auffassung, dass die Gesellschaft floristisch mehr als ausreichend charakterisiert ist, um den Assoziationsrang beizubehalten (viele Wald-Assoziationen haben deutlich weniger oder überhaupt keine Kennarten). Ich plädiere daher dafür, die Gesellschaft als Anemono sylvestris-Pinetum Hohenester 1960 em. Hemp 1995 in der Standardliste aufzuführen.

 
XI ASS Sanguisorba minor-Pinus sylvestris-Gesellschaft Wiesenknopf-Waldkiefern-Steilhangwald R - R -
  Carici humilis-Pinetum Br.-Bl. 1939
Carici humilis-Pinetum Br.-Bl. 1954
   
 

Heinken meldet: "Leichte Zunahme durch natürl. Sukzession auf anthropogen ausgeweideten Blaugras-Halden u. Trockensäumen." M. Schmidts Angaben zielen in die gleiche Richtung.

Hier nicht als eigene Assoziation akzeptiert wird das Carici humilis-Pinetum Br.-Bl. 1939 (= Carici humilis-Pinetum Br.-Bl. 1954), das sicher ins Erico-Pinion gehört, von unseren Mitarbeitern aber ganz verschiedenen Gesellschaften zugeordnet wird. Ewald möchte die Gesellschaft als Sanguisorba minor-Pinus sylvestris-Gesellschaft fassen. Heinken schreibt zum Carici humilis-Pinetum: "nicht akzeptiert, keine Charakterarten. Anmerkung: auch im nördlichen deutschen Mittelgebirgsraum gibt es Erico-Pinetea-Bestände ähnlich denen der Schwäbisch-Fränkischen Alb (kleinflächig auf Waldgrenzstandorten), die in der Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands nicht berücksichtigt sind. Aktuelle Bearbeitung durch Schmidt (2000, Diss. Bot.), dort als "Sanguisorba minor-Pinus sylvestris-Gesellschaft" bezeichnet; Ewald unterstützt diese Zuordnung.

 
XI VRB Erico-Pinion mugo Leibundgut 1948 nom. invers. propos. Subalpine Latschengebüsche auf Karbonat        
       
 

Die Einordnung der subalpine Latschenwälder und -gebüsche erfolgte bisher meist bei den Erico-Pinetea und dort im Erico-Pinion sylvestris, was aber nicht befriedigen kann. Wallnöfer (1993) faßte entsprechende Bestände in einem eigenen Verband "Erico-Pinion mugo Leibundgut 1948 nom. inv." zusammen, den er innerhalb der Erico-Pinetea dem Erico-Pinetum sylvestris gegenüberstellte. Gleichzeitig betonte er die große Nähe dieser Bestände zu den Vaccinio-Piceetea.
Heinken fordert: "Subalpine Latschenwälder und -gebüsche müssen aus den Erico-Pinetea ausgegliedert werden wegen stark abweichender Artenzusammensetzung (s. Hölzel 1996, Synopsis d. Pflanzen-Ges., Tab. S. 42 ff., Text S. 13 ff.). Stark abweichende Artenzusammensetzung; entweder in die Vaccinio-Piceetea oder in eigene Gruppe von Gebüsch-Gesellschaften." Auch Hölzel will die Gesellschaften nicht zu den Erico-Pinetea stellen, sondern eher zu den Vaccinio-Piceetea. Bis zur endgültigen Klärung wird hier der Verband Erico-Pinion mugo akzeptiert, aber wie bei Wallnöfer (1993) oder Pott (1995) doch bei den Erico-Pinetea belassen. Wallnöfer (1993) umreißt den Verband für Österreich: "Der Verband umfaßt die von Aufrechter Bergföhre, Zirbe oder Lärche dominierten Wälder und die Latschen-Krummholzbestände über Karbonat, die in der hochmontanen bis subalpinen Stufe in den Alpen und in angrenzenden Gebieten ausgebildet sind". Zirben- und Lärchenwälder fehlen in Deutschland. Nicht nur die Zugehörigkeit, auch die Gliederung der subalpinen Latschenwälder und -gebüsche ist alles andere als befriedigend geklärt. Wallnöfer (1993) vermerkt für Österreich: "Die von Pinus uncinata und Pinus mugo dominierten Bestände, die auf ökologisch ähnlichen Standorten ausgebildet sind, zeigen z.T. große floristische Übereinstimmungen. Sie werden in der vorliegenden Arbeit aber vor allem aus physiognomischen Gesichtspunkten in getrennte Assoziationen gestellt." Innerhalb des Verbandes kam er so für Österreich auf gleich 8 Assoziationen. Er stellt selbst fest: "Bei dieser Abgrenzung ergeben sich in Westösterreich, wo sich die Areale der beiden Kleinarten überlappen, einige Schwierigkeiten, da einerseits ausgedehnte Hybridschwärme existieren, andererseits auch Mischbestände häufig ausgebildet sind". Drei dieser Gesellschaften kommen auch in Deutschland vor: das Rhodothamno-Rhododendretum hirsuti (Aichinger 1933) Br.-Bl. et Sissingh in Br.-Bl. et al. 1939 em. Wallnöfer 1993, das Erico carneae-Pinetum uncinatae Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939 corr. Ellenberg et Klötzli 1972 und das Rhododendro hirsuti-Pinetum uncinatae Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939 corr. Ellenberg et Klötzli 1972. Ersteres ist in Deutschland durchweg als Erico-Rhododendretum hirsuti Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939 bezeichnet worden und erst durch die Emendation von Wallnöfer in das weiter südlich verbreitete Rhodothamno-Rhododendretum hirsuti einbezogen worden. Alle drei Assoziationen sind floristisch so wenig unterschieden, daß sie - zumindest aus bundesdeutscher Sicht - zu einer Einheit vereinigt werden können und sollen.

 
XI ASS Rhododendro hirsuti-Pinetum mugo Br.-Bl. et al. 1939 nom. invers. propos. Karbonat-Alpenrosen-Latschengebüsch * - - *
  Rhododendro hirsuti-Pinetum mugi Br.-Bl. et al. 1939
Mugeto-Rhodoretum hirsuti Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939
Rhododendro hirsuti-Pinetum uncinatae Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939 corr. Ellenberg et Klötzli 1972
Erico carneae-Pinetum uncinatae Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939 corr. Ellenberg et Klötzli 1972
Erico-Pinetum mugi (Mugetum) Br.-Bl. (1939) 1954
Erico-Mugetum Br.-Bl. 1939
Mugeto-Ericetum Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939
Erico-Rhododendretum mugetosum (Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939) Oberd. in Oberd. et al. 1967
Rhododendro hirsuti-Vaccinietum myrtilli
Vaccinio-Rhododendretum hirsuti Br.-Bl. 1931
Rhodothamno-Rhododendretum hirsuti (Aichinger 1933) Br.-Bl. et Sissingh in Br.-Bl. et al. 1939 em. Wallnöfer 1993
Rhodothamno-Rhodoretum hirsuti (Aichinger 1933) Br.-Bl. et Sissingh in Br.-Bl. et al. 1939
   
 

Hölzel schreibt: "Das Rhododendro hirsuti-Pinetum mugi ist in den Bayerischen Kalkalpen oberhalb ca. 1600 m großflächig verbreitet. Durch Aufgabe der Almwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten ein erheblicher Flächenzuwachs zu verbuchen." Ewald formuliert ähnlich: "Schwendungen im Rahmen der Almpflege wurden durch Sukzession nach Weideaufgabe mehr als kompensiert!"

Die bundesdeutschen subalpinen und alpinen Latschengebüsche über Karbonat werden hier in einer einzigen Assoziation vereinigt. Ewald kommentiert: "Ass Rhododendro- und Erico-Pinetum mugi: Beide Beschreibungen stammen aus dem zentralalpinen Engadin und bezeichnen Bestände der aufrechten Hakenkiefer, während bei uns in aller Regel Pinus mugo ssp. mugo vorherrscht. Aus bayerischer Sicht ist eine Trennung frischer und mäßig trockener Ausbildungen auf Assoziationsebene nicht angezeigt, man kann also beide Assoziationen zusammenfassen. Die verbreitetere Einheit ist in Bayern das Rhododendro-Pinetum. Klar ist, daß weder das eine noch das andere in den Alpen gefährdet ist." Er und andere plädieren dafür, die Gesellschaft bei den Erico-Pinetea unterzubringen, was Hölzel ablehnt: Eine Bindung der subalpinen randalpischen Latschengebüsche an die Klasse Erico-Pinetea ist floristisch kaum zu begründen (vgl. Hölzel 1996). Aufgrund der Dominanz von Sauerhumusarten und Mesophyten und der daraus resultierenden hohen floristische Konvergenz mit subalpinen Fichten- und Zirbenwäldern auf Karbonatsubstraten, sollten sie wie diese besser zu den Fichtenwäldern (Verband: Vaccinio-Piceion) gestellt werden.
Hölzel schreibt zur Problematik der Namensvergabe: "Sowohl die Bezeichnung Rhodothamno-Pinetum als auch Erico-Rhododendretum hirsuti können nicht auf die randalpische Latschengebüsche angewandt werden da keine Art der höchsten der dominierenden enden Schicht im Namen enthalten ist. Diese Namen sind dementsprechend nach Art. 29 Absatz 2 des Codes (Barkman et al. 1986) illegitim." Aus eben diesem Grund kann auch nicht auf den älteren Namen den älteren Namen "Vaccinio-Rhododendretum hirsuti Br.-Bl. 1931" zurückgegriffen werden. Der gültige Name lautet damit "Rhododendro hirsuti-Pinetum mugi Br.-Bl. et al. 1939 nom. invers. propos.".

 
XI KLA Vaccinio-Piceetea Br.-Bl. in Br.-Bl. et al. 1939 Boreal-subalpine Nadelwälder        
    Boreal-alpine Nadelwälder
Nordisch-alpische Nadelwälder
 
XI ORD Piceetalia Pawlowski in Pawlowski et al. 1928 Kiefern-Fichten-Wälder        
  Pinetum uncinatae Kästner et Flößner 1933    
XI VRB Dicrano-Pinion (Libbert 1932) Matuszkiewicz 1962 Sand-Kiefernwälder        
  Dicrano-Pinenion Seibert in Oberd. 1992
Pulsatillo-Pinetea Oberd. 1992
Pulsatillo-Pinetea Oberd. in Oberd. et al. 1967
Pulsatillo-Pinetea (E. Schmid 1936) Oberd. in Oberd. et al. 1967
Pulsatillo-Pinetalia Oberd. in Th. Müller 1966
Cytiso ruthenici-Pinion Krausch 1962
Subkontinentale bodensaure Rotföhrenwälder  
 

Hier in der emendierten Form von Heinken & Zippel (1999). Der Verband wurde jüngst neu gefaßt. Die Emendierung des Verbandes findet sich in Heinken u. Zippel (1999, Tuexenia 19: S. 62/63 beschlossen auf der Sitzung der Arbeitsgruppe Wald innerhalb des AK Syntaxonomie der RTG am 25.02.1999). Neu sind:
a) Eingliederung des "Pyrolo-Pinetum". Dies hat zur Folge, daß die gesamte Klasse Pulsatillo-Pinetea für Deutschland zu streichen ist (das "Pyrolo-Pinetum" war hier der bisher einzige Vertreter der Pulsatillo-Pinetalia (Cytiso ruthenici-Pinion), die Astragalo-Pinetalia mit dem Ononido-Pinion fehlen in Deutschland ebenfalls). Entsprechende Bestände wurden jetzt dem Dicrano-Pinion zugeordnet (nach Heinken gehören die beiden letzten Spalten der Oberdorfer-Tabelle (Bd. 4) allerdings eher ins Erico-Pinion (auf Kalkgestein!)); das "Pyrolo-Pinetum" wurde aufgeteilt in die beiden Assoziationen Peucedano-Pinetum Matuszkiewicz 1962 (umfaßt den Großteil des bisherigen "Pyrolo-Pinetum" in Deutschland und Empetro-Pinetum (Bestände der Küstendünen)
b) Ausgliederung der Moorwälder. Durch die Ausgliederung des Piceo-Vaccinienion uliginosi entfällt auch die Notwendigkeit eines eigenen Unterverbandes Dicrano-Pinenion. [Wie Heinken mitteilt wird diese Emendierung auch in der Synopsis (Heinken (et al.) in Vorbereitung (2001) so erscheinen.]
Eine ganze Reihe von Mitarbeitern halten die Auflösung der Pulsatillo-Pinetea für falsch. Dierßen formuliert: "das Dicrano-Pinion umfaßt azonale Waldgesellschaften extrem oligotropher Standorte. Mir scheint es sinnvoll, diesen Verband, einem Vorschlag von Kielland-Lund folgend, nicht in die Piceetalia zu stellen, sondern in eine eigene Ordnung Cladonio-Vaccinietalia Kielland-Lund 1976. Das Einbeziehen des Pyrolo-Pinetum in den Verband und das vollständige Einkassieren der Pulsatillo-Pinetea finde ich, vorsichtig formuliert, mutig. Wir sind in Brandenburg sicher nicht im Zentrum der Waldsteppen und sollten uns der Klärung der Klassifikationsproblematik der Klasse von der Ukraine an ostwärts zuwenden."

 
XI ASS Peucedano-Pinetum Matuszkiewicz 1962 Haarstrang-Kiefern-Trockenwald 1 1 1 -
  Pyrolo-Pinetum (Libbert 1933) E. Schmid 1936
Corynephoro-Pinetum sylvestris (Juraszek 1928) Hofmann 1964
Koelerio glaucae-Pinetum sylvestris (Steffen 1931) Krausch 1962 em. Schubert 1995
Diantho-Pinetum Krausch 1960
Festuco-Pinetum (Jurasc. 1928) Kobendza 1930 em. Soó 1960
Stipo-Pinetum (R. Knapp 1944) Hofmann 1962
Stipo-Pinetum Hofmann 1968
   
 

Nach Bushart eine "Gesellschaft trockener, aber basenreicher Silikatstandorte (Sand und Festgestein) auf; Gefährdung im Flach- und Hügelland etwa 1 bis 2." Zahlheimer plädiert für Kategorie 2 im Hügel- und Bergland. Als Probleme genannt werden Seltenheit und Aufdüngung der Standorte durch Immissionen, sowie Sukzession (Aufgabe der Streu- und Weidenutzung) und Bodenversauerung. Heinken bemerkt zu letzterer: "ehemals Flächenausdehnung durch kalkhaltige Emissionen. Fast alle Bestände werden nach Beendigung der Emissionen verschwinden. Flächensicherung kaum möglich. Zu Entstehung, Flächenentwicklung und Gefährdung im nordostdt. Tiefland s. Heinken & Zippel (1999), Tuexenia 19: 88 ff.".

Die Assoziation umfaßt in der Abgrenzung nach Heinken & Zippel (1999) einen Großteil der Dicrano-Pinion-Bestände Deutschlands. Ausgespart bleiben die Küstenbestände (Empetro nigri-Pinetum) und die als Deschampsia flexuosa-Pinus sylvestris-Gesellschaft bezeichnete Basalgesellschaft des Verbandes, in der im wesentlichen der Großteil der Kiefernforsten auf bodensauren Standorten gesammelt wird. Im Peucedano-Pinetum eingeschlossen wird damit außer dem Großteil des Pyrolo-Pinetum sylvestris auch das von Schubert et al. (1995) als eigenständig akzeptierte "Koelerio glaucae-Pinetum sylvestris (Steffen 1931) Krausch 1962 em. Schubert 1995" sowie die von Schubert et al. (1995) dort eingeschlossenen Einheiten Diantho-Pinetum Krausch 1960, Festuco-Pinetum (Jurasc. 1928) Kobendza 1930 em. S1960 und Stipo-Pinetum (R. Knapp 1944) Hofmann 1962. Der von Schubert et al. (1995) ebenfalls als Assoziation akzeptierte Silbergras-Kieferntrockenwald (Corynephoro-Pinetum sylvestris (Jurasc. 1928) Hofmann 1964) ["Für Dünenfestlegung wichtige, gefährdete Waldgesellschaft"] dürfte zum größeren Teil zum Empetro-Pinetum gehören, teilweise auch zum Peucedano-Pinetum oder zur Deschampsia flexuosa-Pinus sylvestris-Gesellschaft.
Nach Heinken & Zippel (1999, S. 62/63, S. 87 ff., dort auch provisorische Gliederung u. Benennung) gehören die in Deutschland als "Pyrolo-Pinetum" geführten Bestände nicht in die Klasse Pulsatillo-Pinetea (die damit für Deutschland zu streichen ist!), sondern zum Dicrano-Pinion. Der Name Pyrolo-Pinetum Schmidt 1936 wird nicht akzeptiert, weil floristisch stark abweichende und syntaxonomisch vermutlich nicht hierher gehörende Bestände aus den Alpen dort beschrieben wurden. Voraussichtlich handelt es sich in Deutschland um 2 Assoziationen:
a) Peucedano-Pinetum = Bestände d. Binnenlandes (NE-Deutsches Tiefland, Rhein-Main-Gebiet etc.)
b) Empetro-Pinetum = Bestände der Küstendünen. Floristisch stark abweichend, evtl. aber ohne gute Charakterarten.

 
XI ASS Empetro nigri-Pinetum Libbert 1940 nom. invers. propos. Küsten-Kiefern-Trockenwald 2 2 - -
  Empetro nigri-Pinetum sylvestris
Corynephoro-Pinetum sylvestris (Juraszek 1928) Hofmann 1964
Krähenbeeren-Kiefern-Trockenwald  
 

Zur Verbreitung und Dynamik dieser Küsten-Pyrolaceen-Kiefernwälder s. Heinken & Zippel 1999, Tuexenia 19: S. 87 ff.

Heinken empfiehlt, das Empetro-Pinetum der Küsten neu in die Standardliste und Rote Liste aufzunehmen. Er verweist aber selbst darauf, daß gute Kennarten (weitgehend?) fehlen. Aber er verlangt: "Die Küsten-Pyrolaceen-Kiefernwälder sollten getrennt bewertet werden, selbst wenn sie in das "Pyrolo-Pinetum" einbezogen werden sollten." Nach Heinken & Zippel (1999, S. 62/63, S. 87 ff., dort auch provisorische Gliederung u. Benennung [vorgeschlagene Namensinversion]) gehören die in Deutschland als "Pyrolo-Pinetum" geführten Bestände nicht in die Klasse Pulsatillo-Pinetea (die damit für Deutschland zu streichen ist!), sondern zum Dicrano-Pinion. Der Name Pyrolo-Pinetum Schmidt 1936 wird nicht akzeptiert, weil floristisch stark abweichende und syntaxonomisch vermutlich nicht hierher gehörende Bestände aus den Alpen dort beschrieben wurden. Voraussichtlich handelt es sich in Deutschland um 2 Assoziationen:
a) Peucedano-Pinetum = Bestände d. Binnenlandes (NE-Deutsches Tiefland, Rhein-Main-Gebiet etc.)
b) Empetro-Pinetum = Bestände der Küstendünen. Floristisch stark abweichend, evtl. aber ohne gute Charakterarten.
Der von Schubert et al. (1995) als Assoziation akzeptierte Silbergras-Kieferntrockenwald (Corynephoro-Pinetum sylvestris (Jurasc. 1928) Hofmann 1964) ["Für Dünenfestlegung wichtige, gefährdete Waldgesellschaft"] dürfte zum größeren Teil hierher gehören, teilweise auch zum Peucedano-Pinetum oder zur Deschampsia flexuosa-Pinus sylvestris-Gesellschaft.

 
XI ASS Hieracio schmidtii-Pinetum Stöcker 1965 Habichtskraut-Kiefernwald R - R -
  Hieracio pallidi-Pinetum Stöcker 1965
Hieracio pallidi-Pinetum Stöcker 1967
Hieracio schmidtii-Pinetum Stöcker 1965
   
 

Silikat-Felskieferwald. Nach Schubert et al. (1995) ein "langsamwüchsiger Kiefernwald auf schwer zugänglichen Felspodesten und Felsrippen sowie Steilhängen der Durchbruchstäler des Harzes ... Wichtige Reliktwaldgesellschaft des Praeboreal, unbedingt erhaltenswert!".

Schubert et al. (1995) akzeptieren die Eigenständigkeit des Hieracio pallidi-Pinetum Stöcker 1965 (bzw. Hieracio schmidtii-Pinetum Stöcker 1965) von Steilhängen in den Durchbruchstälern des Harzes und schreiben: "Wichtige Reliktwaldgesellschaft des Praeboreal, unbedingt erhaltenswert!" Heinken vermerkt hingegen: "Eigenständigkeit sehr fraglich. Wenn eigenständig, dann zum Dicrano-Pinion (bodensaurer Standort!). Endgültige Klärung erst mit der Synopsis d. Pflanzenges. (Heinken (et al.) in Vorbereitung) möglich. Einheit steht ökologisch zwischen Dicrano-Pinion und Luzulo-Quercetum silenetosum". Schuhwerk empfiehlt Unterordnung unter das Dicrano-Pinetum (Leucobryo-Pinetum) und vermerkt: "Ähnliches z.B. auch im Schwarzwald". Vom Workshop "Nadelwald" als eigene Assoziation innerhalb des Dicrano-Pinion akzeptiert.

 
XI ASS Leucobryo-Pinetum Matuszkiewicz 1962 Weißmoos-Kiefernwald 3 3 3 -
  Leucobryo-Pinetum Matuszkiewicz 1962 em. Heinken et Zippel 1999
Dicrano-Pinetum sylvestris Preising et Knapp in Knapp ex Oberd. 1957
Myrtillo-Pinetum Kobendza 1930
Calluno-Pinetum Passarge 1969
Vaccinio vitis-idaeae-Pinetum sylvestris
Sand-Kiefernwald  
 

Im Hügel- und Bergland regional auch mit 2 eingestuft; Bushart widerspricht dem vehement: "das Leucobryo-Pinetum ist in Nordbayern eine verbreitete Forstgesellschaft und insgesamt keineswegs gefährdet; flechtenreiche Ausbildungen im Hügelland wohl 2" [letztere bei uns wenigstens teilweise als Cladonio-Pinetum gefaßt]. Walentowski bemerkt ebenfalls in bezug aufbayern: "In Sandgebieten der Hügelländer z.T. großflächig verbreitet, i.d.R. als sekundäre Waldszustandsform mit Oberbodendegradation. Größte Flächenausdehnung auf mäßig trockenen bis mäßig frischen Standorten; stark gefährdet durch Flächenrückgang (früher durch Stroben-Anbau, heute durch gezielte Düngung und Laubholzeinbringung) und durch Zerstörung von Standorten (Kiesesand-Abbau)". Die auch von anderen Mitarbeitern vielfach gemeldeten Flächenverluste und Bedrohungen bestehen u.a. in der Buchenausbringung und der Aufgabe der Streunutzung; betroffen sind dabei vor allem die vielen Sekundärvorkommen. Nach Himmler ist "Pflege durch Waldweide und Streurechen denkbar".
Angefügtsei noch ein Kommentar von P. Schmidt: "neben standörtlicher Differenzierung deutliche Unterschiede zwischen Lausitz, Sächsischer Schweiz und Vogtland; bei geographisch und höhenstufenbedingten Untereinheiten Gefährdung etc. vergleichbar, deshalb keine getrennte Bewertung der Untergesellschaften im Tiefland (Lausitz), im Elbsandsteingebirge (Fels-Kiefernwald) und Vogtland (hier z.T. mit Erica carnea -> Erico-Pinetum Reich. 39); da ein Teil der Bestände (aktuell Pinetum) auf potentiellen Eichenwaldstandorten stockt u. zusätzliche Nährstoffeinträge erfolgen, wird der Flächenrückgang zunehmen; in der Lausitz Flächenverluste durch Braunkohlen-Abbau".

Hier in der emendierten Form von Heinken & Zippel (1999). Heinken notiert: "Erneute Emendierung nach Abtrennung des Cladonio-Pinetum, Begründung bei Heinken + Zippel (1999), S. 86 (Tuexenia 19). Neu aufzunehmen in die Liste: Cladonio-Pinetum Juraszek 1927 oder Kobendza 1930 (Prüfung steht noch aus) (Flechten-Kiefernwald). Abgrenzung s. Heinken u. Zippel S. 64 ff. Ausführliche Begründung: S. 75 f. Auch für die Bewertung in der Roten Liste empfiehlt sich eine Abtrennung der Flechten-Kiefernwälder!" Dierßen empfiehlt - Wallnöfer (1993) folgend - als gültigen Namen "Dicrano-Pinetum sylvestris Prsg. et Knapp in Knapp ex Oberd. 1957" zu verwenden. Nach Wallnöfer (l.c.) handelt es sich beim Leucobryo-Pinetum Matuszkiewicz 1962 um eine unberechtigte Umbenennung. Passarge füllte einen ergänzenden Bewertungsbogen aus mit "Vaccinio-vitis-idaeae-Pinetum sylvestris". Dabei dürfte es sich in Ostdeutschland kaum um das Vaccinio vitis-idaeae-Pinetum sylvestris H. Mayer et A. Hofmann 1969 handeln, das nach Wallnöfer in Österreich auf die montane Stufe der niederschlagsarmen Innen- und Zwischenalpen beschränkt ist. Die Angaben von Passarge werden hier mit zum Leucobryo-Pinetum gestellt, evtl. gehören sie auch teilweise zur Deschampsia flexuosa-Pinus sylvestris-Gesellschaft? Die Gesellschaft wurde vom Workshop "Nadelwald" gestrichen.

 
XI ASS Cladonio-Pinetum Juraszek 1927 Flechten-Kiefernwald 1 1 1 -
  Cladonio-Pinetum Kobendza 1930
Cladonio rangiferinae-Pinetum sylvestris
Leucobryo-Pinetum cladonietosum Matuszkiewicz 1962
   
 

Zahlheimer hält Kategorie 2 für ausreichend. Als Problem angeführt wird vor allem das fehlende Streurechen und der Sandabbau. Ewald bemerkt dazu:"Langfristige Erhaltung nur durch modifizierten Sandabbau ohne "Rekultivierung"?" Walentowski, der Kategorie 1für zwingend ansieht, begründet seine Einschätzung: "Die meisten Vorkommen sind als Folge der Humusregeneration seit Aufgabe der Streunutzung (forciert durch atmogene Stickstoffeinträge) in den letzten Jahrzehnten erloschen". Zu Verbreitung, Sukzession, Rückgang im Norddeutschen Tiefland etc. s. Heinken & Zippel (1999, Tuexenia 19: 68 ff.).

Heinken notiert: "Erneute Emendierung nach Abtrennung des Cladonio-Pinetum, Begründung bei Heinken + Zippel (1999), S. 86 (Tuexenia 19). Neu aufzunehmen in die Liste: Cladonio-Pinetum Juraszek 1927 oder Kobendza 1930 (Prüfung steht noch aus) (Flechten-Kiefernwald). Abgrenzung s. Heinken u. Zippel S. 64 ff. Ausführliche Begründung: S. 75 f. Auch für die Bewertung in der Roten Liste empfiehlt sich eine Abtrennung der Flechten-Kiefernwälder!" Von Drachenfels / Zacharias, Ewald, Walentowski und Passarge schließen sich dieser Empfehlung an, wobei die meisten von ihnen auch für die Abtrennung auf Assoziationsebene plädieren. T. Fischer lehnt die Fassung als eigenständige Assoziation ausdrücklich ab, da die entsprechenden Flechten, wenn auch in geringerer Stetigkeit und viel geringerer Menge, auch sonst überall im Leucobryo-Pinetum zu finden sind; er - und andere - befürworten die alternative Fassung als Leucobryo-Pinetum cladonietosum.

 
XI ASS Deschampsia flexuosa-Pinus sylvestris-Gesellschaft Drahtschmielen-Kiefernwald * * * -
  Avenella flexuosa-Pinus sylvestris-Gesellschaft    
 

Dynamik, Verbreitung etc. s. Heinken & Zippel (1999), Tuexenia 19, S. 90 ff.

Drachenfels / Zacharias vermerken: "Zu ergänzen als Basalgesellschaft des Dicrano-Pinion: Deschampsia flexuosa-Pinus sylvestris-Ges. (s. Heinken u. Zippel (1999). Umfaßt den Großteil der Kiefernforsten auf bodensauren Standorten, aber auch Sukzessionsbestände. Auch Heinken empfiehlt eine eigene Bewertung dieses Syntaxons.

 
XI ASS Betula pubescens-Sorbus aucuparia-Gesellschaft Birken-Blockwälder R - R -
  Vaccinium myrtillus-Betula cfr. carpatica-Gesellschaft
Betulo carpaticae-Sorbetum aucupariae Lohmeyer et Bohn 1972
Betula pendula-Sorbus aucuparia-Gesellschaft (Bohn 1981)
Vaccinium myrtillus-Betula carpatica-Gesellschaft
   
 

Die synsystematische Stellung der (Moor-)Birken-Blockwälder ist unklar (zwischen Dicrano-Pinion u. Piceion). Sie soll im Rahmen der anstehenden Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands geklärt werden. Die Unterscheidung von Betula pubescens und Betula carpatica ist problematisch; im Rahmen der syntaxonomischen Gliederung scheint eine Trennung der beiden Sippen wenig sinnvoll. Für Standardliste und Rote Liste werden alle diese Einheiten zu einer einzigen Gesellschaft zusammengefaßt.
Walentowski schreibt zur Betula pubescens-Sorbus aucuparia-Ges.: "(inkl. Betulo carpaticae-Sorbetum aucupariae Lohm. et Bohn 1972): Die montanen Silikatblock-Sauerhumus-Standorte bilden vegetationsgeschichtlich bedeutsame Refugien der Moorbirke (Morphotyp "carpatica"), häufig in Zwischenformen mit der Sandbirke (Betula pendula). Letztere ist langlebiger und kann die Moorbirke in reiferen Sukzessionsstadien ersetzen (vgl. Betula pendula-Sorbus aucuparia-Gesellschaft Bohn 1981)."
Auch die Vaccinium myrtillus-Betula carpatica-Gesellschaft ist eindeutig hier anzuschließen. Ebenfalls hier angeschlossen wurde das Betulo carpaticae-Piceetum Stöcker 1967 von Blockmeeren und Klippen des Hochharzes (das Schuhwerk hier ausgliedern möchte).
Hier einbezogen wird ferner die Luzula sylvatica-Betula carpatica-Gesellschaft, die Lohmeyer & Bohn 1972 bzw. Bohn 1981 von wechselfeuchten, lehmigen, mit Steinen und Blöcken durchsetzten sauren Böden mit mäßigem Nährstoffgehalt der Mittelgebirgshochlagen von Rhön, Vogelsberg, Westerwald und (mit "?") Eifel anführen.
Ewald kommentierte zu den Alpen: "Betula pubescens-Sorbus-Ges.: Moor- (bzw. Karpaten-)Birken-Ebereschengebüsche kommen in den Kalkalpen subalpin immer wieder im Latschengürtel vor, sind jedoch m. W. völlig unbearbeitet. Nach meinen Beobachtungen wären sie im Dicrano-Pinion schlecht aufgehoben, sondern gehören ins Erico-Pinion mugi bzw. Rhododendro-Vaccinion. Ich schlage deshalb vor ein Vorkommen der Ges. in den Alpen zu verneinen und einen Hinweis unter Rhododendro-Vaccinion mit D einzufügen.

 
XI VRB Piceion abietis Pawlowski in Pawlowski et al. 1928 Mitteleuropäische Fichtenwälder        
  Vaccinio-Abietenion Oberd. 1962
Vaccinio-Piceenion Oberd. 1962
   
 

Auf die Aufteilung in Unterverbände (Vaccinio-Abietenion Oberd. 1962 und Vaccinio-Piceenion Oberd. 1962) kann an dieser Stelle verzichtet werden.

 
XI ASS Luzulo nemorosae-Abietetum Oberd. 1957 nom. conserv. propos. Hainsimsen-Fichten-Tannenwald 3 - 3 3
  Luzulo-Abietetum Oberd. 1957
Luzulo-Abietetum (Zeidler 1953) Oberd. 1957
Luzulo nemorosae-Piceetum (Schmid et Gaisberg 1936) Br.-Bl. et Sissingh in Br.-Bl. et al. 1939
   
 

Ewald kommentierte: "Einstufung stark Tannen-abhängig. Wenn Tanne nicht nötig, dann Bergland: *, Alpen: *. Wenn doch Bergland: V, Alpen: 3". Walentowski sieht ein weiteres Problem: "Gefährdung resultiert z.T. aus Forstwegebau". Reif macht sich grundsätzliche Gedanken: "Viele Luzulo-Abieteten sind sekundäre Wälder. Zum Erhalt würden sie der Pflege bedürfen. Ob das sinnvoll ist, wäre fallweise zu diskutieren".

Nach Wallnöfer (1993:293) stellt die in Deutschland übliche Bezeichnung "Luzulo-Abietetum Oberdorfer 1957" eine unberechtigte Umbenennung des Luzulo nemorosae-Piceetum (Schmid et Gaisberg 1936) Br.-Bl. et Sissingh in Br.-Bl. et al. 1939 dar. Unsere Mitarbeiter aus Deutschland sehen das aber ganz anders: Sie bewerten hier keine Fichtenwälder, sondern Tannenwälder! Insbesondere Walentowski (Promotion, S. 167) kam auf der Grundlage umfangreicher Tabellen zum Schluß, daß die beiden Einheiten nicht deckungsgleich sind. Im Workshop "Laubwald" wurde das "Luzulo-Abietetum" zur Konservierung vorgeschlagen. Möglicherweise ist das aber nicht nötig, wenn das "Luzulo nemorosae-Piceetum" etwas ganz anderes darstellt.
Insgesamt handelt es sich um eine Gesellschaft basen- und nährstoffarmer Böden im subatlantisch-montanen Bereich von westlichem Schwarzwald, Bayerischem Wald und Randalpen. Gefährdet durch das Tannensterben im Schwarzwald.
Schuhwerk bemerkt beim Calamagrostio villosae-Fagetum: "Eine Fassung der 3 Vacc.-Abietenion-Ass. [Luzulo-Abietetum, Vaccinio-Abietetum und Calamagrostio villosae-Fagetum] als geogr. Rassen einer Ass. Luzulo-Piceetum wäre ebenso denkbar. Die 3 Assoziationen schwach begründet, keine Kennarten!"

 
XI ASS Betula carpatica-Picea abies-Gesellschaft Karpatenbirken-Fichten-Wald R - R -
  Betulo carpaticae-Piceetum Stöcker 1967    
 

Meist als "Betulo carpaticae-Piceetum Stöcker 1967" bezeichnete Regionalgesellschaft des Ostharzes. Wegen fehlender Kennarten hier als "Betula carpatica-Picea abies-Gesellschaft" geführt.

 
XI ASS Vaccinio-Abietetum Oberd. 1957 Preiselbeer-Fichten-Tannenwald 3 - 3 -
  Myrtillo-Abietetum Grüneberg et Schlüter 1957
Abietetum-Pinetum Reinhold 1944
Molinio-Piceetum (Reinhold 1939) Grosser 1964
   
 

Nach Ewald "Tannenrückgang infolge Verbißbelastung, Tannensterben und ungeeigneter Verjüngungsverfahren". Reif ergänzt: "Gefährdung sekundärer Vaccinio-Abieteten durch "naturnahe Waldwirtschaft"". In bezug auf Ostdeutschland meldet P. Schmidt: "früher Westerzgebirge und Vogtland, heute allenfalls fragmentarisch oder kaum noch der Ges. zuzuordnende Restbestände, die forstlich überprägt sind und kaum noch Tanne aufweisen". Das hier einbezogene "Molinio-Piceetum" kommentiert er: "auf jeden Fall interessanter u. auch gefährdeter Vegetationstyp, jedoch Syntaxonomie noch zu klären; der Name wurde nicht nur im Sinne von Grosser 1964 verwendet, sondern z.T. auch für Fichtenwälder (bzw. -forsten) in Randlagen von Gebirgs-Regenmooren (Erzgebirge)".

Seibert (1992) beschreibt: "... hat im Vergleich zum Luzulo-Abietetum einen mehr boreal-kontinentalen Charakter und ist daher im Osten des Gebietes stärker vertreten, wie er überhaupt eine großflächig auftretende Gesellschaft ist. Ursprünglich dürfte er im ostbayerischen Grenzgebirge vom Bayerischen Wald bis zum Frankenwald auf sehr basen- und nährstoffarmen Standorten weit verbreitet gewesen sein. Nach Westen reicht er über die Schwäbisch-fränkischen Waldberge bis in den Schwarzwald, wo er vor allem auf dessen Ostabdachung zu finden ist. Der Fichten-Tannenmischwald ist in Höhenlagen bis 1200 m angesiedelt. Während er im Westen seine untere Grenze bei wenig unter 600 m findet, geht er im Osten (Oberpfalz, Frankenwald) bis unter 400 m hinunter."
Schuhwerk bemerkt beim Calamagrostio villosae-Fagetum: "Eine Fassung der 3 Vacc.-Abietenion-Ass. [Luzulo-Abietetum, Vaccinio-Abietetum und Calamagrostio villosae-Fagetum] als geogr. Rassen einer Ass. Luzulo-Piceetum wäre ebenso denkbar. Die 3 Assoziationen schwach begründet, keine Kennarten!"
Schubert et al. (1995) schließen das Molinio-Piceetum (Reinhold 1939) Grosser 1964 hier mit ein.
Schmidt erläutert hierzu: "Molinio-Piceetum ist ein Tieflands-Kiefern-Fichtenwald der Lausitz (Grosser 1964). Auf jeden Fall interessanter und auch gefährdeter Vegetationstyp, jedoch Syntaxonomie noch zu klären; der Name wurde nicht nur im Sinne von Grosser 1964 verwendet, sondern z.T. auch für Fichtenwälder (bzw. -forsten) in Randlagen von Gebirgsregenmooren (Erzgebirge)". Der Beschreiber der Gesellschaft, N. Grosser, meldet jetzt: "Bei genauerer Prüfung zeigt es sich, daß die Gesellschaft eher dem Calamagrostio villosae-Pinetum Staszk. 1958 prov. entspricht (s. Matuszkiewicz. Mitt. Flor. Soz. AG 9, 1962, S.178). Örtlich kann es sich auch um Halbforsten des Calamagrostio villoso-Quercetum Passarge 1969 handeln (= westl. Vikariante zu Calamagrostio villosae-Pinetum).
"Molinio-Piceetum" (Calamagrostio villosae-Pinetum Staszk. 1958 erscheint in lokalklimatischen Kaltluftlagen (auch Moor-Randlage), wo sonst noch Calamagrostio villoso-Quercetum Passarge 1959) zu erwarten wäre (Naturraum 89).

 
XI ASS Calamagrostio villosae-Fagetum Mikyska 1972 Reitgras-Fichten-Buchenwald 3 - 3 -
  Acero-Piceetum Reinhold 1939    
 

Nach Bushart Vorkommen in Thüringen, Sachsen-Anhalt, aber auch in Bayern. Nur regional gefährdet. P. Schmidt meint: "immissionsbedingte Auflichtung der Restbestände fördert Dominanz von Calamagrostis villosa; derzeitiger Waldumbau führt zur Erhöhung des Buchenanteiles in der Baumschicht, diesbezüglich steigende Tendenz". Walentowski schätzt: "Kann womöglich im Falle weiterer Klimaerwärmung in die tiefsubalpine Fichtenwald-Höhenstufe des Calamagrostio villosa-Piceetum (die es nach pollenanalytischen Befunden offenbar erst seit dem Hochmittelalter gibt), vordringen."

Hier nur unter großem Vorbehalt akzeptiert; möglicherweise ganz aufzulösen [Beschluß Workshop "Nadelwald"] oder besser als ranglose Gesellschaft zu führen. Seibert (1992) schreibt zum Calamagrostio villosae-Fagetum: "Der Reitgras-Fichtenwald ist aus den herzynischen Gebirgen vom Bayerischen und Böhmerwald bis zum Fichtel- und Erzgebirge belegt. Er bildet hier sozusagen das kontinentale Gegenstück zu dem subatlantischen Luzulo-Abietetum des Schwarzwaldes ... das Calamagrostio-Fagetum ist in der montanen und hochmontanen Stufe (Berglandstufe) etwa zwischen 700 und 1200 m weit verbreitet ...". Türk wehrt sich gegen die Möglichkeit der Auflösung der Assoziation: "unbedingt belassen! Großflächige Vorkommen z. B. im Thüringer Wald; bildet hier die pnV der Hochlagen oberhalb 700 m NN (hier keine natürliche Fichtenstufe!). Auch als schmale, aber typische hochmontane Höhenstufe unterhalb der Fichtenwälder im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald sowie im Erzgebirge!"
Hierher gehört ein Teil des "Acero-Piceetum Reinhold 1939". Schubert schreibt dazu: "von Reinhold (1939, Thar. Forstl. Jb. 90) in der Gliederung sächs. Fichtenwälder beschrieben. m.E. Unterges. des Calamagrostio villosae-Piceetum, z.T. Calamagrostio villosae-Fagetum. Interessant, aber keine eigene Assoziation."

 
XI ASS Bazzanio-Piceetum Br.-Bl. et Sissingh in Br.-Bl. et al. 1939 Peitschenmoos-Fichtenwald * - * *
  Vaccinium uliginosum-Picea-Gesellschaft    
 

Ewald meldet: "Ass. Bazzanio-Piceetum. Wenn das Pino-Sphagnetum (Oxycocco-Sphagnetea) in den Alpen als * bewertet, dann muß auch hier * vergeben werden. Ich würde aufgrund von Entwässerungen beide für die Alpen als 3 führen!" Walentowski fordert: "Vor allem die Vorkommen als Moorrandwald in präalpiden Hochmoorkomplexen sollten dringend unter Schutz gestellt werden." Ewald möchte die Primärbestände getrennt betrachten und schreibt zu ihnen: "Rückgang durch Vererdung von Moorkörpern und nachfolgende Eutrophierung wird durch Zuwachs aus Moorsukzessionen mindestens kompensiert. Zu schützen sind Primärbestände in kompletten Hochmoorzonationen (B.-P. sphagnetosum magellanici)".

P. Schmidt merkt an: "es ist noch ungeklärt, ob im Erzgebirge vorkommende, der Ges. nahekommende Bestände wirklich dazu gehören oder nicht eher dem Vaccinio uliginosi-Piceetum oder dem Calamagrostio villosae-Piceetum sphagnetosum zuzuordnen sind; Problem befindet sich derzeit in Diskussion".

 
XI ASS Calamagrostio villosae-Piceetum (Tx. 1937) Hartmann et Schlüter 1966 nom. conserv. propos. Reitgras-Fichtenwald 3 - 3 -
  Calamagrostio villosae-Piceetum (Tx. 1937) Hartmann 1953 ex Schlüter 1969
Soldanello montanae-Piceetum Volk in Br.-Bl. et al. 1939
Acero-Piceetum Reinhold 1939
Anastrepto-Piceetum Stöcker 1967
   
 

In der weit gefaßten Form nach Ansicht etlicher Mitarbeiter insgesamt nicht gefährdet, bei engerer Fassung als "Soldanello montanae-Piceetum je nach Auffassung stark gefährdet oder - viel wahrscheinlicher - gar nicht vorkommend. In den Alpen fehlend! Nach Schuhwerk sind "die sog. "Auen-Fichtenwälder" im Bayerischen Wald (das eigentliche Soldanello-Piceetum) dort deutlich stärker gefährdet als die der Hochlagen." Türk meldet: "starker Rückgang durch "Neuartige Waldschäden"", weshalb die Gesellschaft hier doch in Kategorie 3 aufgenommen wird. Walentowski kommentiert ausführlich: "Waldverjüngung des hercynischen Fichten-Hochlagenwaldes ist außerhalb von Nationalpark und Naturreservaten vielfach in Frage gestellt. Ursache ist ein Faktorenkomplex von drastischer Waldauflichtung (Entnahme von Kiefernholz), Walddüngung (gegen die Hochlagenversauerung) und hygienisch sauberer Waldräumung. Folgen: üppigstes Wachstum von Gras- und Farnteppichen, Fehlen von Jungbäumen vor Konkurrenz und Gleitschnee schützenden Kleinstrukturen (Rannen, umgestürzte Wurzelteller, etc.)."

Nach Wallnöfer (1993:291) stellt der in Deutschland üblicherweise verwendete Name "Calamagrostio villosae-Piceetum (Tx. 1937) Hartmann 1953 ex Schlüter 1969" eine unberechtigte Umbenennung des Soldanello montanae-Piceetum Volk in Br.-Bl. et al. 1939 dar. Von einem Teil der Mitarbeiter wird die weite Fassung dieser Assoziation ausdrücklich begrüßt, doch es gibt auch viele Gegenstimmen. So kommentiert P.A. Schmidt kritisch: "Die herzynischen Fichtenwälder dem Soldanello-Piceetum zuzuordnen, halte ich für inakzeptabel". Ewald meint vorsichtiger: "Mir gefällt Calamagrostio villosae-Piceetum als große herzynische Assoziation wesentlich besser. In den deutschen Alpen wenige Vorkommen von Soldanella montana, aber keine Bestände dieser Assoziation!". Auch A. Fischer schließt sich dieser Haltung an und betont, daß das Soldanello-Piceetum eine reine Lokalassoziation ist, deren Namen nicht auf das Calamagrostio villosae-Piceetum übertragen werden sollte. Der Workshop "Nadelwald" empfahl die Konservierung des Namens Calamagrostio villosae-Piceetum gegenüber dem Soldanello-Piceetum. Hölzel macht dabei nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam, daß das Calamagrostio-Piceetum in den Alpen fehlt und dort durch das Homogyno-Piceetum ersetzt wird. Dierßen lehnt den Vorschlag der Konservierung des Calamagrostio villosae-Piceetum ausdrücklich ab, weil Calamagrostis villosa viel zu gesellschaftsvag ist, als daß sie eine Assoziation charakterisieren könnte - und ein entsprechend nichtssagender Name dann auch nicht vor der Ausmusterung geschützt werden sollte.
Hierher gehört der größere Teil des "Acero-Piceetum Reinhold 1939". Schubert schreibt dazu: "von Reinhold (1939, Thar. Forstl. Jb. 90) in der Gliederung sächs. Fichtenwälder beschrieben. m.E. Unterges. des Calamagrostio villosae-Piceetum, z.T. Calamagrostio villosae-Fagetum. Interessant, aber keine eigene Assoziation.
Seibert (1992) schreibt zum "Calamagrostio villosae-Fagetum" in Süddeutschland: "Der Reitgras-Fichtenwald ist aus den herzynischen Gebirgen vom Bayerischen und Böhmerwald bis zum Fichtel- und Erzgebirge belegt. Er bildet hier sozusagen das kontinentale Gegenstück zu dem subatlantischen Luzulo-Abietetum des Schwarzwaldes ... das Calamagrostio-Fagetum ist in der montanen und hochmontanen Stufe (Berglandstufe) etwa zwischen 700 und 1200 m weit verbreitet ...". Nach Ansicht der meisten Mitarbeiter ist diese Gesellschaft überflüssig (überwiegend zum Calamagrostio villosae-Piceetum zu rechnen, teilweise auch zum Luzulo-Fagetum oder anderen Fageten).
Mit Schubert et al. (1993) wird hier auch das Anastrepto-Piceetum Stöcker aus den höchsten Lagen Ostdeutschlands angeschlossen (andere Mitarbeiter halten auch einen Anschluß beim Bazzanio-Piceetum oder beim Betulo carpaticae-Piceetum für denkbar).

 
XI ASS Homogyno-Piceetum Zukrigl 1973 nom. conserv. propos. Alpenlattich-Fichtenwald * - - *
  Larici-Piceetum (Br.-Bl.et al. 1954) Ellenberg et Klötzli 1972    
 

Nach Ewald "Bestand in den letzten 50 Jahren ± stabil - aber: Reduktion der natürlichen Verbreitung im Mittelalter, daher heute geringe Flächenausdehnung". Reif sieht aktuelle Schädigung durch Emissionen.

Wallnöfer (1993:289) bemerkt: "In der österreichischen Literatur ist der Name Homogyno-Piceetum Zukrigl 1973 für die Assoziation der subalpinen Silikat-Fichtenwälder allgemein gebräuchlich. Nach Grundsatz IV des Codes der pflanzensoziologischen Nomenklatur ist jedoch der früher veröffentlichte Name von Ellenberg & Klötzli (1972) als korrekter Name des Syntaxons zu akzeptieren." Die Gesellschaft kommt auch im deutschen Alpenraum in Höhen oberhalb 1000 m auf Silikat vor. Auch hier wurde sie stets mit dem Namen "Homogyno-Piceetum" belegt. Ewald (1999 und schriftl.) und Heinken möchten diesen Namen (nach Abtrennung des Adenostylo glabrae-Piceetum) beibehalten, Schuhwerk und Dierßen beugen sich dem Code. Der Workshop "Nadelwald" beschloß die Beantragung der Namenskonservierung für das Homogyno-Piceetum.

 
XI ASS Adenostylo glabrae-Piceetum M. Wraber ex Zukrigl 1973 Alpendost-Fichtenwald * - - *
  Adenostyles alpina-Picea abies-Gesellschaft    
 

Ewald erläutert: "Die Einschätzung bezieht sich auf das subalpine, oberhalb 1400 m in den Bayerischen Alpen verbreitete Adenostylo glabrae-Piceetum".

Die Fassung der bisher meist zum Larici-Piceetum (= Homogyno-Piceetum) gerechneten Adenostyles alpina-Picea abies-Ges. (Alpen oberhalb 1400 m) als selbständige Assoziation "Adenostylo glabrae-Piceetum" durch Ewald (1999, Tuexenia 19 Tab. S. 114, Syntaxonomie S. 118) fand bei unseren Mitarbeitern breite - wenn auch nicht vollständige - Zustimmung.

 
XI ASS Asplenio-Piceetum Kuoch 1954 Strichfarn-Fichtenwald * - R *
    Block-Fichtenwald
Blockschutt-Fichtenwald
 
 

Ewald befürwortet für das Hügel- und Bergland Kategorie R und kommentiert: "wenige Vorkommen unsicherer Natürlichkeit an der hohen westlichen Schwäb. Alb)".

 
XI ASS Vaccinio-Pinetum cembrae (Pallmann et Haffter 1933) Oberd. 1962 Lärchen-Arven-Wald R - - R
  Laricetum
Laricetum deciduae Bojko 1931
Rhodothamno-Laricetum Zukrigl 1973
Lärchen-Zirben-Wald  
 

Ewald fordert: "Bestände sollten beobachtet werden (Naturverjüngung), u.U. Stützung durch forstliche Maßnahmen prüfen".

Anders als in Österreich von Wallnöfer (1993) akzeptieren unsere Mitarbeiter kein eigenständiges Laricetum deciduae Bojko 1931 bzw. Rhodothamno-Laricetum Zukrigl 1973. Nach Meinung mehrerer Mitarbeiter gehört es eindeutig zum Vaccinio-Pinetum cembrae (Lärchen-reiche Initialphase).

 
XI VRB Linnaeo-Piceion Br.-Bl. et Sissingh in Br.-Bl. et al. 1939 corr. Oberd. 1979 Boreale Fichtenwälder        
       
 

Der Verband und seine Gesellschaften kommen nur in Skandinavien vor, nicht in Deutschland!

 
XI KLA Vaccinio uliginosi-Pinetea sylvestris Passarge et Hofmann 1968 Moorwälder        
  Uliginosi-Betulo-Pinetea (Passarge 1968) Scamoni 1984
Vaccinietea uliginosi Lohmeyer et Tx. in Tx. 1955
Vaccinietea uliginosi Lohmeyer et Tx.1955
Molinio-Betuletea pubescentis Passarge et Hofmann 1968
Eriophoro-Betuletea Passarge1973
   
 

Der Beitrag von Wagner & Wagner (2000) in diesem Band beschreibt Umfang und Grobgliederung des Verbandes. Die Klasse im Umfang dieser Publikation wurde in den Workshops "Laubwald" und "Nadelwald" ausdrücklich als eigenständige Klasse befürwortet und deshalb hier - in Abweichung zur Klassenübersicht bei Mucina (1997) - als solche akzeptiert. Die Klasse war und ist nicht unumstritten und wird - auch im Kreise der Mitarbeiter - vielfach völlig abgelehnt. A. Fischer hält die Einführung der Klasse für zumindest sehr verfrüht, da noch nicht ausreichend Tabellenmaterial gesichtet und die Klasse ausführlich diskutiert worden sei. Dierschke empfiehlt ähnlich: "Die Klasse Vaccinio uliginosi-Pinetea sollte man einer gründlichen Arbeit überlassen. Es reicht, wenn ihre Möglichkeit angegeben ist. Weit entfernt von den Vaccinio-Piceetea ist sie ohnehin nicht." Dierßen kommentiert: "Die Ausgliederung der Moorwälder finde ich ok., denke aber, daß dies auf Ordnungsebene der Vaccinio-Piceetea ausreicht: Vaccinio uliginosi-Pinetalia bei den Vaccinio-Piceetea." Dierßen fordert ausdrücklich das Einziehen der Klasse; Mast besteht ausdrücklich auf deren Beibehaltung. Die Diskussion über die Berechtigung der Klasse ist also keineswegs abgeschlossen.

 
XI ASS Molinia caerulea-Betula pubescens-Gesellschaft Pfeifengras-Moorbirken-Wald * * * -
       
XI ORD Vaccinio uliginosi-Pinetalia sylvestris Passarge et Hofmann 1968 Moorwälder ombrotropher Standorte        
  Sphagno-Betuletalia Lohmeyer et Tx. 1955
Eriophoro-Pinetalia Passarge et Hofmann 1968
Rauschbeeren-Kiefern-Moorwälder  
 

Hier in der emendierten Form nach Schubert et al. (1995). Vgl. hierzu auch den Beitrag von Wagner & Wagner (2000) in diesem Band.

 
XI VRB Betulion pubescentis Lohmeyer et Tx. ex Scamoni et Passarge 1959 Beerstrauch- und Torfmoos-Moorwälder        
  Betulion pubescentis Lohmeyer et Tx. ex Oberd. 1957 Birken- und Kiefern-Bruchwälder  
 

Der Großteil der Mitarbeiter ist sich darin einig, daß das Piceo-Vaccinienion uliginosi nicht als Unterverband beim Dicrano-Pinion bleiben kann. Wallnöfer (1993) stellte die entsprechenden Einheiten als Verband Betulion pubescentis Lohmeyer et Tx. in Tx. ex Oberd. 1957 neben das Dicranio-Pinion und das Piceion excelsae zu den Vaccinio-Piceetea. Akzeptiert man eine eigene Moorwald-Klasse, gehört das Betulion pubescentis eindeutig hierher. So schreibt Mast ausdrücklich: "Dieser Unterverband ist aus dem Dicrano-Pinion auszugliedern und als Betulion pubescentis in eine eigene Klasse zu stellen. [s. Dierschke, Syntax. Übersicht in "Pflanzensoziologie", 1994, s. Mast (1999), Archiv naturwiss. Dissertationen, S. 107, s. Heinken u. Zippel, Tuexenia 19 (1999): S. 62 f.]; Vaccinietea uliginosi (prov.); Vaccinietalia uliginosi (prov.); Betulion pubescentis Lohm. et R. Tx. ex Scamoni et Pass. 59; hierher alle Birken-, Kiefern-, Fichtenmoorwälder". Siehe hierzu insbesondere auch das Gliederungsschema der Moorwald-Klasse von Wagner & Wagner (2000) in diesem Band.
Von den Gegenstimmen sei die von Türk wiedergegeben: "... im übrigen scheint mir das von Seibert in Oberdorfer (1992) erarbeite Gliederungsschema, das mit zwei Unterverbänden innerhalb des V. Dicrano-Pinion, dem Dicrano-Pinenion und dem Piceo-Vaccinienion uliginosae (= Betulion pubescentis), arbeitet, die engen syntaxonomischen Beziehungen zwischen den Moorkiefern- bzw. Moorbirken-Bruchwäldern auf der einen und den mehr bodentrockenen Kiefern- bzw. Birken-Ebereschen-Block- und Felswäldern besser wiederzugeben. " Ganz abgelehnt wird die Klasse insbesondere von denjenigen, die formationsbezogene Kennarten ganz ablehnen. Deren Akzeptanz war aber weitgehend Konsens bei den Mitarbeitern und ist heute in Mitteleuropa klar mehrheitsfähig.

 
XI ASS Vaccinio uliginosi-Betuletum pubescentis Libbert 1933 Birken- und Kiefern-Bruchwälder 3 3 3 *
  Betulion pubescentis-Basalgesellschaft    
 

Die Gesellschaft wird hier in der emendierten Form von Mast (1999) betrachtet. Die Bestände des Betulion pubescentis werden hier in einer einzigen Gesellschaft zusammengefaßt. Als Assoziation einbezogen wird also für Deutschland insbesondere das Vaccinio uliginosi-Pinetum sylvestris Kleist 1929 em. Matuszkiewicz 1962 (= Ledo-Pinetum sylvestris Tx. 1955), die Blechnum-Betula pubescens-Gesellschaft (Betuletum pubescentis Tx. 1937 p.p.), das Vaccinio uliginosi-Pinetum rotundatae Oberd. 1934 em Seibert in Oberd. 1992, Teile des Bazzanio-Piceetum sensu auct., das Betulo carpaticae-Piceetum Stöcker 1967 [Schuhwerk befürwortet die Eigenständigkeit dieser Gesellschaft] u.a. Wegen fehlender Kennarten eingeschlossen wird hier auch das Empetro-Betuletum carpaticae Van der Werf ex Westhoff et van Oosten 1991, das Westhoff et al. (1993) in ihrer Roten Liste des Wattenmeers u.a. für Niedersachsen und Schleswig-Holstein anführen. Nach Dierßen gibt es hierzu jedoch keine Belege aus Deutschland. Möglicherweise hierher gehört das von anmoorigen Dünentälern genannte Salici repentis (arenariae)-Betuletum pubescentis Preising 1984. Hier mit eingeschlossen wird auch das Sphagno girgensohnii-Piceetum Kuoch 1954 das Wallnöfer für Österreich als eigenständige Assoziation anerkennt. Auf die getrennte Ausweisung einer "Betulion pubescentis-Basalgesellschaft" - wie bei Mast (1999) - kann im Rahmen der Erstellung einer Roten Liste verzichtet werden.

 
XI ZEH Vaccinio-Betuletum pubescentis Libbert 1933 s.str. Birken-Bruchwald 3 3 2 -
  Sphagno-Betuletum pubescentis (Libbert 1933) Passarge 1968
Blechnum-Betula pubescens-Gesellschaft
Vaccinio uliginosi-Betuletum carpaticae Lohmeyer et Bohn 1972
Betuletum carpaticae Lohmeyer et Bohn 1972
Betulo carpaticae-Piceetum Stöcker 1967
Eriophoro-Betuletum pubescentis Hueck 1925 em. Passarge 1968
Carici-Betuletum pubescentis (Steffen 1931) Passarge 1968
Pleurozio-Betuletum pubescentis Hueck 1925 em. Passarge 1968
Empetro-Betuletum carpaticae Van der Werf ex Westhoff et van Oosten 1991
Salici repentis (arenariae)-Betuletum pubescentis Preising 1984
   
 

Mast faßtzusammen: "Tendenz leicht zunehmend (durch Sukzession entwässerter Hochmoore -> Sekundärstandorte); Tendenz stark abnehmend (in der Vergangenheit)". Walentowski kommentiert: "Moorbirkenreiche Moorwälder dürften v.a. im Ostbayerischen Grenzgebirge (40), im Voralpinen Hügel- und Moorland (03) und in den Bayerischen Alpen (01, 02) oft nur Degradationsstadien oder Initialphasen von Kiefern- und Spirken-Moorwäldern darstellen. Natürliche Relikt-Standorte in Bayern wohl nur in der Hohen Rhön. Gefährdet vor allem durch Entwässerung, Eutrophierung der Landschaft und Umwandlung in Fichtenforst."

 
XI ZEH Vaccinio-Pinetum sylvestris De Kleist 1929 Rauschbeeren-Kiefern-Moorwald 3 3 3 R
  Vaccinio uliginosi-Pinetum sylvestris De Kleist 1929 em. Matuszkiewicz 1962
Ledo-Pinetum sylvestris (Hueck 1929) R. Tx. 1955
Ledo-Pinetum Tx. 1955 em. Passarge 1961
Eriophoro-Pinetum Hueck 1925 em. Passarge 1968
Waldkiefer-Bruchwald  
 

Nach Türk eine "in Ostbayern sowie im NO-Deutschen Tiefland verbreitete (aber nicht häufige!) Assoziation". Bushart hält die vom Workshop "Nadelwald" vorgenommene Einschätzung für zu optimistisch: "die relativ günstige Einschätzung überrascht doch einigermaßen. In Rheinland-Pfalz nur geringste Restvorkommen (1), in Nordbayern kaum besser (1-2) und im gesamten deutschen Mittelgebirgsraum nicht gerade das Paradebeispiel einer Gesellschaft, der man laufend begegnet. Etwas besser vielleicht die Situation in den kristallinen Grenzgebirgen: Bayerischer / Oberpfälzer Wald etwa 2, kaum 3. Die günstige Bewertung im Hügel- und Bergland könnte also höchstens durch die ausgedehnte präalpine Moorlandschaft kommen, die aber ja nun gerade durch vielerlei Faktoren bis heute stark gefährdet (2) ist."
Großer kommentiert das hier einbezogene "Ledo-Pinetum": "Während die Gesellschaft im pflanzensoziologischen Sinn erhalten bleibt, geht durch Aufforstungen und Bestandspflege die natürliche Struktur verloren. Natürliche Strukturreste des Ledo-Pinetum sind nur noch sehr selten. Stellenweise sind Ledo-Pineten Paraklimaxgesellschaften (nach Jahrhunderte alter Waldweide u. danach Streunutzung). Seltener ist das Ledo-Pinetum molinietosum (oder ledetosum): Ledum-Vaccinium myrtillus-Kiefernwald auf Mineralboden. Naturraum 89 "Oberlausitzer Heideland".

 
XI ZEH Vaccinio-Pinetum rotundatae Oberd. 1934 Spirken-Moorwald 3 - 3 *
  Pino rotundatae-Sphagnetum Kästner et Flößner 1933
Pino rotundatae-Sphagnetum Kästner et Flößner 1933 em. Neuhäusl 1969
Pino mugo-Sphagnetum magellanici Kästner et Flößner 1933 em. Neuhäusl 1969 corr. Dierßen 1977
Sphagnetum magellanici pinetosum rotundatae
Sphagnetum magellanici-recurvi pinetosum
Moorkiefer-Bruchwald  
 

Wieder einmal sind besonders primäre Vorkommen gefährdet. Größere Flächenanteile der Gesellschaft stehen unter Naturschutz.

Im Sinne der Emendierung durch Seibert in Oberdorfer (1992); bisher oftmals als "Sphagnetum magellanici pinetosum rotundatae" bei den Oxycocco-Sphagnetea untergebracht.

 
XI ZEH Vaccinio-Piceetum Tx. 1955 Rauschbeeren-Fichten-Moorwald 3 - 3 -
  Sphagno-Piceetum Kuoch 1954
Sphagno girgensohnii-Piceetum Kuoch 1954
Sphagnum-Picea abies-Gesellschaft
Piceo abietis-Sphagnetum magellanici Krisai 1988
Piceo-Sphagnetum magellanici Krisai 1988
Piceo-Sphagnetum
Vaccinio uliginosi-Piceetum R. Tx. 1955
Vaccinium uliginosum-Picea-Gesellschaft
   
 

Nach Quinger "im Alpenvorland an den Moorrändern, wurden nicht selten durch forstliche Nutzungen geschädigt".

 
XI ORD Carici lasiocarpae-Pinetalia sylvestris Wagner nom. prov. Moorwälder ombrominerotropher Standorte        
       
 

Vgl. hierzu den Beitrag von Wagner & Wagner (2000) in diesem Band.

 
XI VRB Carici lasiocarpae-Pinion sylvestris Wagner nom. prov. Fadenseggen-Moorwälder        
       
 

Vgl. hierzu den Beitrag von Wagner & Wagner (2000) in diesem Band.

 
XI ASS Carex lasiocarpa-Pinus rotundata-Gesellschaft Fadenseggen-Moorkiefern-Wald 2 2 3 R
       
 

Nach einem Beschluß des Workshop "Nadelwald" gehören Carex lasiocarpa-Pinus rotundata-Gesellschaft, Rhamnus cathartica-Betula carpatica-Gesellschaft ("Rhamno-Betuletum Kloss 1965") und Carex fusca-Betula pubescens-Gesellschaft nicht ins Betulion pubescentis sondern in einen eigenen Verband minerotropher Moorwälder; Wagner & Wagner (2000) - vgl. den Beitrag in diesem Band - führen ihn als "Carici lasiocarpae-Pinion sylvestris" in der Ordnung "Carici lasiocarpae-Pinetalia sylvestris".

 
XI ASS Rhamnus cathartica-Betula carpatica-Gesellschaft Kreuzdorn-Moorbirken-Wald R - R R
  Rhamno-Betuletum carpaticae Kloss 1962
Rhamno-Betuletum Kloss 1965
   
 

Wegen unklarer synsystematischer Stellung wird das "Rhamno-Betuletum" hier als ranglose Gesellschaft gefaßt. Nach einem Beschluß des Workshop "Nadelwald" gehören Carex lasiocarpa-Pinus rotundata-Gesellschaft, Rhamnus cathartica-Betula carpathica-Gesellschaft ("Rhamno-Betuletum Kloss 1965") und Carex fusca-Betula pubescens-Gesellschaft nicht ins Betulion pubescentis sondern in einen eigenen Verband minerotropher Moorwälder; Wagner & Wagner (2000) - vgl. den Beitrag in diesem Band - führen ihn als "Carici lasiocarpae-Pinion sylvestris" in der Ordnung "Carici lasiocarpae-Pinetalia sylvestris". Dierßen wehrt sich gegen den Workshop-Beschluß: "Rhamno-Betuletum Kloss und Carex fusca-Betula pubescens-Gesellschaft halte ich für kaum identifizierbare bzw. unterscheidbare Einheiten. Sie sollten nicht in der Roten Liste erscheinen".

 
XI ASS Carex fusca-Betula pubescens-Gesellschaft Braunseggen-Moorbirken-Wald 1 1 - -
       
 

Nach einem Beschluß des Workshop "Nadelwald" gehören Carex lasiocarpa-Pinus rotundata-Gesellschaft, Rhamnus cathartica-Betula cathartica-Gesellschaft ("Rhamno-Betuletum Kloss 1965") und Carex fusca-Betula pubescens-Gesellschaft nicht ins Betulion pubescentis sondern in einen eigenen Verband minerotropher Moorwälder; Wagner & Wagner (2000) - vgl. den Beitrag in diesem Band - führen ihn als "Carici lasiocarpae-Pinion sylvestris" in der Ordnung "Carici lasiocarpae-Pinetalia sylvestris". Dierßen wehrt sich gegen den Workshop-Beschluß: "Rhamno-Betuletum Kloss und Carex fusca-Betula pubescens-Gesellschaft halte ich für kaum identifizierbare bzw. unterscheidbare Einheiten. Sie sollten nicht in der Roten Liste erscheinen".

 
XI KLA Querco-Fagetea Br.-Bl. et Vlieger in Vlieger 1937 Eurosibirische Fallaubwälder        
    Sommergrüne Laubwälder
Buchen- und Sommergrüne Eichenwälder Europas
Europäische Sommerwälder außerhalb der Naßstandorte
 
XI ORD Quercetalia roboris Tx. 1931 Bodensaure Eichenmisch- und Buchenwälder        
    Eichen-Birken-Wälder
Bodensaure Eichen-Birkenwälder
 
XI VRB Quercion roboris Malcuit 1929 Bodensaure Eichenmischwälder        
  Tilio-Quercetum Markgraf    
 

Großer bemerkt zum hier nicht akzeptierten Tilio-Quercetum": "Gehört zu den Zielbestimmungen des Waldumwandlungsprogrammes (Sachsen und Brandenburg)".

Nicht zugeordnet wurde hier das "Tilio-Quercetum Markgraf " (trockene, basenarme Tal- und Flugsande; planar, subkontinental; Berlin (Jungfernheide)), da völlig unklar ist, wohin es soziologisch gehört. Hier unberücksichtigt bleiben die Prunus serotina-Gesellschaft und die Amelanchier lamarckii-Gesellschaft, die als Vorwaldstadien im Bereich des Quercion roboris auftreten und die hier in den Gesellschaftskreis urban-industrieller Gebüsche gestellt werden.

 
XI ASS Betulo pendulae-Quercetum roboris Tx. 1930 nom. invers. propos. Hängebirken-Stieleichenwälder 2 2 3 -
  Betulo-Quercetum roboris Tx. 1930
Betulo-Quercetum roboris Tx. 1937
Querco roboris-Betuletum Tx. 1937
Querco roboris-Betuletum verrucosae
Betulo-Quercetum roboris Tx. (1936) 1937
Fago-Quercetum petraeae sensu Tx. 1955
Vaccinio vitis-idaeae-Quercetum Oberd. 1957
Molinio-Quercetum (Tx. 1937) Scamoni et Passarge 1959
Molinio caeruleae-Quercetum (Tx. 1937) Scamoni et Passarge 1959
Rhamno-Quercetum roboris (Succow 1970) Knapp et al. 1985
Lysimachio-Quercetum roboris Passarge 1968
Stellario-Quercetum Wiedenroth 1964
Stellario holosteae-Quercetum Scamoni 1960
Agrostio-Quercetum roboris Passarge (1953) 1968
Agrostio tenuis-Quercetum roboris Passarge 1968
Melampyro-Quercetum roboris (Tx. 1930) Passarge 1968
Holco-Quercetum robori-petraeae
Holco mollis-Quercetum roboris Lemée 1937
Holco-Quercetum roboris Lemée 1937 em. Oberd. 1992
Holco mollis-Quercetum Lemée 1937 nom. invers. et em. Oberd. 1987
Holco molis-Quercetum (robori-petraeae) Lemée 1937 corr. et em. Oberd. 1992
Violo-Quercetum Oberd. 1957
Violo rivinianae-Quercetum roboris Oberd. 1957
Populo-Quercetum petraeae Tx. 1951
Populo-Quercetum petraeae Tx. 1952
Populo tremulae-Quercetum petraeae Tx. (1951) 1952
Vaccinio vitis-idaeae-Quercetum petraeae Oberd. 1957 em. Neuhäusl et Neuhäuslova-Novotna 1967
Vaccinio-(Pino)-Quercetum petraeae (Reinhold 1939) Oberd. 1957
Ilici-Quercetum Tx. 1930
Betulo-Quercetum petraeae Schwickerath 1933
Betulo-Quercetum petraeae Tx. 1937
Periclymeno-Quercetum petraeae Knapp per Sauer 1955
   
 

Hölzel kommentiert: "Im Hügelland fast ausschließlich sekundär auf Standorten des Luzulo-Fagetum (Haubergswirtschaft); dort langfristig durch Sukzession "bedroht" - ob negativ?" Mast bemerkt zur Assoziation: "überwiegend durch Waldweide entstanden, durch dynamische Vorgänge (Zunahme von Buche) erfolgt vielfach "Umwandlung" in Buchenwald". Härdtle formuliert: "Bestände sind syndynamisch betrachtet sehr jung und entwickeln sich vielerorts weiter zu Buchen-dominierten Gesellschaften". Auch Heinken sieht beim Flächenverlust: "Heutige Hauptursache: Sukzession zum Luzulo-Fagion". P. Schmidt erwähnt: "Nährstoffeinträge und Waldumbau von Kiefernforsten auf potentiellen Standorten dieser Ges. können Tendenz-Angabe beeinflussen". Pallas nennt auch andere Gefährdungsfaktoren: "Gefährdung durch Verbiß der Naturverjüngung durch überhöhte Wildbestände (m.E. sehr wesentlich); wechselfeuchte Ausbildungen gefährdet durch Entwässerungsmaßnahmen".

Die von Härdtle et al. (1997) extrem weit gefaßte Assoziation wird von den meisten Mitarbeitern akzeptiert oder zumindest geduldet. Walentowski wehrt sich heftig gegen die sehr weite Fassung der Assoziation: "Die bei Härdtle et al. (1997) vorgelegte Fassung des Betulo-Quercetum, welche das Vaccinio vitis-idaeae-Quercetum einbezieht, wird entschieden abgelehnt. Ich bewerte hier das Betulo-Quercetum Tx. (1929) 1937 em. Oberdorfer 1985 in Oberdorfer 1992, das in Bayern nur kleinflächig im Odenwald-Spessart-Gebiet vorkommt. Gesondert bewerte ich das Vaccinio vitis-idaeae-Quercetum und das Genisto tinctoriae-Quercetum (letzteres entspricht dem Luzulo-Quercetum bei Härdtle et al. 1997)." Bushart sieht das ganz ähnlich und lehnt vor allem die Einbeziehung des Vaccinio vitis-idaeae-Quercetum kategorisch ab. Schubert (vgl. auch Schubert 1995) besteht auf der getrennten Bewertung von Betulo pendulae-Quercetum roboris (i.e.S.), Agrostio-Quercetum und Holco mollis-Quercetum. Pallas, Mitautor der Synopsis von Härdtle et al. (1997), hat selbst Bedenken gegen die sehr weite Fassung der Gesellschaft nach Süden und Westen (dort Einbeziehung des Ilici-Quercetum). Auch P.A. Schmidt beklagt die sehr weite Fassung der Assoziation, die jetzt eine kaum noch überschaubare Fülle von Untereinheiten umfaßt.

 
XI ASS Deschampsio flexuosae-Quercetum roboris Passarge 1966 Drahtschmielen-Stieleichenwald 2 2 - -
  Deschampsio flexuosae-Quercetum sessiliflorae Firbas et Sigmond 1928
Dicrano-Quercetum roboris Barkman 1975
   
 

Großer kommentiert die Vorkommen in der Oberlausitz: "Wurden vermutlich schon im XIII. Jh. als Hutewälder genutzt, z. T. auch Mittelwaldbetrieb. Der rel. geringen Ertragsfähigkeit wegen schon im XIX. Jh. in Kiefern-Forsten umgewandelt (Oberlausitzer Heideland, Naturraum 89)." Pallas sieht eine "Gefährdung der Eichennaturverjüngung durch Wildverbiß durch überhöhten Wildbesatz". Härdtle erwähnt: "Direkte Eingriffe: In älteren Beständen Syndynamik in Richtung bodensaurer Buchenwald. Floristische Verarmung: schleichende Zunahme von Nitrophyten".

Die Abtrennung des (in Deutschland auf die Nord- und Nordwestdeutsche Tiefebene beschränkten) Deschampsio flexuosae-Quercetum roboris vom Betulo-Quercetum roboris wird nicht von allen Mitarbeitern mitgetragen, zumal letztere Assoziation sehr weit gefaßt wurde und eine Reihe anderer, eher als getrennt akzeptierter Syntaxa (Süddeutschlands) dort einbezogen wurden. Ewald ist der Überzeugung: "man sollte mit 3 Quercion-Ass. (Betulo-Quercetum, Luzulo-Quercetum, Calamagrostio-Quercetum in D auskommen!"

 
XI ASS Luzulo-Quercetum petraeae Hilitzer 1932 nom. invers. propos. Hainsimsen-Traubeneichenwälder 3 2 3 -
  Quercus sessilis-Luzula nemorosa-Assoziation Hilitzer 1932
Luzulo-Quercetum Hilitzer1932
Genisto tinctoriae-Quercetum Klika 1932
Genisto tinctoriae-Quercetum petraeae Klika 1932
Luzulo-Quercetum petraeae Hilitzer 1932 nom. invers. propos.
Luzulo-Quercetum (Hilitzer 1932) Passarge 1953 em. Neuhäusl et Neuhäuslova 1967
Luzulo-Quercetum petraeae Knapp 1942 em.
Luzulo-Quercetum petraeae Knapp 1948 em. Oberd. 1950
Luzulo albidae-Quercetum petraeae Knapp 1942 em. Oberd. 1967
Luzulo luzuloides-Quercetum petraeae Knapp 1942 em. Oberd. 1967
Luzulo-Quercetum Passarge 1953
Genisto germanicae-Quercetum Aichinger 1933
Quercetum medioeuropaeum sensu auct.
Quercetum peucedanetosum Zeidler et Straub 1967
Quercetum petraeae Issler 1926
Cynancho-Quercetum Passarge 1957
Vincetoxico-Quercetum roboris Passarge 1957
Violo-Quercetum sensu Welß 1985
Querceto-Cytisetum nigricantis Pauca 1941
Cytiso-Quercetum Pauca 1941
Cytiso nigricantis-Quercetum petraeae Pauca 1941
Viscario-Quercetum Stöcker 1960
Viscario-Quercetum Stöcker 1965
Calluno-Quercetum Schlüter 1959
Pyrolo-Quercetum petraeae Passarge 1957
Calamagrostio arundinaceae-Quercetum petraeae sensu auct. non (Hartmann 1934) Scamoni et Passarge 1959
Calamagrostio villosae-Quercetum Passarge 1969
Hainsimsen-Habichtskraut-Traubeneichenwälder  
 

Ewald formuliert: "Tendenz: leicht abnehmend ? Bergland: Aufgabe von Niederwald-, Streu- und Weidenutzung, Sukzession zum Buchenwald; gebietsweise auch Zunahme als Zwischenwald nach Kiefer?" Härdtle resümiert: "Ursachen der Gefährdung von Pflanzengesellschaften: teils auf potentiell Buchen-fähigen Standorte (-> Zunahme von Fagus); floristische Verarmung: schleichende Zunahme von Nitrophyten; Schutzmaßnahmen: (P) - für einen Teil der Bestände (z.B. Niederwälder)". Für die Pfalz bemerkt Himmler: "Früher in Kiefernforste umgewandelt; die meisten Eichenbestände des Pfälzerwaldes gehören eher zum Luzulo-Fagetum. Luzulo-Quercetum wohl fast nur am Haardtrand, dort Expansion der Kastanie und Robinie."
Welß kommentiert: "Genisto-Quercetum: im Bergland 3 (wirklich gut entwickelte Bestände sind allerdings äußerst selten; dann ist vielleicht 2 oder 1 berechtigt)". Flintrop / Nowak hingegen konstatieren eine stärekere Gefährdung nur für Sekundärbestände: "Primärbestände haben lediglich Gefährdungsstufe "V" ." Walentowski bemerkt (zum Genisto tinctoriae-Quercetum): "In Bayern auf recht unterschiedlichen sauer-oligotrophen Trocken- und Feuchtstandorten. Zumeist stehen heute Kiefernforste anstelle des Eichenmischwaldes. Zahlreiche Restbestände sind nach Aufgabe der Nieder-/Mittelwaldnutzung erloschen oder in Sukzession zum Luzulo-Fagetum begriffen. (Weitere Gefährdung durch Sandabbau und Steinabbau)."

In der Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands verwendeten Härdtle et al. (1997) den Namen "Luzulo-Quercetum petraeae Hilitzer 1932 nom. invers." Dieser Name wird von vielen Mitarbeitern abgelehnt, nach Aussprache im Workshop "Laubwald" hier aber dennoch benutzt. Wilmanns schlug vor den Namen Luzulo-Quercetum petraeae als nomen ambiguum zu verwerfen, da z.B. in Süddeutschland unter diesem Begriff vielfach auch eichenreiche Bestände des Luzulo-Fagetum subsumiert wurden. Schmidt kommentierte noch drastischer: "Name verworfen, wieder ausgegraben, emendiert - furchtbarer nomenklatorischer Salat!" Walentowski schließt sich an: "ich würde mit derselben Begründung wie Oberdorfer in Oberdorfer 1992 den Namen "Genisto tinctoriae-Quercetum (petraeae) Klika 1932" vorziehen, da der Name "Luzulo-Quercetum" zu vieldeutig geworden ist. Pallas macht darauf aufmerksam, daß der Name Genisto-Quercetum allerdings ebenfalls für sehr verschiedene Dinge verwendet wurde. Nomenklatorisch ist das Luzulo-Quercetum petraeae Hilitzer 1932 korrekt - wenn der Name später auch für anderes verwendet wurde, ändert das nichts an der Brauchbarkeit der Originalbeschreibung.
Pallas vermerkt zum vielfach als Alternative vorgeschlagenen, aber wohl noch weniger brauchbaren Namen Genisto (tinctoriae)-Quercetum (petraeae): "Nochmals zum Genisto-Quercetum Klika 1932. ... es ist nicht deutlich geworden, dass ich die Originaldiagnose des Genisto-Quercetum als bodensauren Eichenwald ablehne. Ich möchte Bedenken dagegen anmelden, wie leicht die Befürworter des Genisto-Quercetum mit der Originaldiagnose von Klika 1932, Tabelle p. 336/337 einverstanden sind. Acidophyten sind bei weitem in der Unterzahl, und ich kann nicht verstehen, warum eine Tabelle mit Galium sylvaticum, Stellaria holostea, Lathyrus vernus, Hepatica triloba, Poa nemoralis und Dominanz mesotraphenter Arten als charakteristische Artenkombination eines bodensauren Eichenwaldes so vorbehaltlos akzeptiert wird. Die Bedenken sind also nicht gegen den Namen gerichtet, aber gegen den Inhalt."
Bushart, der im Luzulo-Quercetum ebenfalls ein nomen ambiguum sieht, meldet: "Ich persönliche bevorzuge eine Abspaltung der naturbedingten Bestände des Hieracio-Quercetum (flachgründige Felsen, incl. Cladonio portentosae-Quercetum) vom anthropogenen Rest".

 
XI ZEH Cladonio portentosae-Quercetum Pallas 1996 Bodensaurer Flechten-Eichenwald R - R -
       
 

Pallas kommentiert: "Gefährdung kann ich nicht bewerten, passende Standorte sind wohl von Natur aus selten. Genau studiert hat diese Wälder H. Schöller. Abb.: Schöller 1991, Bibl. Lichenologica 42, p. 89 Abb. 54 Schöller 1997, Kleine Senckenberg-Reihe 27, p. 102, Abb. 77". Unsere Gefährdungseinschätzung erfolgte in Abstimmung mit Herrn Schöller.

Aus der Eifel beschriebene, kaum belegte und umstrittene Gesellschaft, die zwischen Genisto tinctoriae-Quercetum (bzw. Deschampsio-Quercetum) und Cladonio-Pinetum vermittelt. Hier nicht als Assoziation sondern als flechtenreiche Ausbildung des Luzulo-Quercetum gewertet, aber getrennt (und unter dem provozierenden Arbeitsnamen "Cladonio portentosae-Quercetum" belassen) für die Rote Liste bewertet. Die Meinungen zu dieser Gesellschaft gehen aber nach wie vor sehr weit auseinander. Viele Mitarbeiter halten sie für völlig verzichtbar.

 
XI ASS Calamagrostio arundinaceae-Quercetum petraeae (Hartmann 1934) Scamoni et Passarge 1959 Waldreitgras-Traubeneichenwälder 2 2 2 -
  Pino sylvestris-Quercetum petraeae (Hartmann 1934) Reinhold 1944 nom. illegit.
Pino-Quercetum petraeae (Hartmann 1934) Reinhold 1939
Vaccinio vitis-idaeae-Quercetum petraeae
Vaccinio vitis-idaeae-Quercetum Oberd. 1957
   
 

Die Gesellschaft wurde im Hügel- und Bergland teilweise "nur" als gefährdet eingestuft. Hölzel erläutert aber: "auch im Hügelland Kategorie 2, aktuell z. B. in Nordbayern fast nicht existent (Umwandlung in Kiefernforste)." Türk meldet: "Wenn hierunter auch das Vaccinio-Quercetum subsumiert wird, von dem es z.B. im Nordostbayerischen Grenzgebirge einige schöne, naturnahe Bestände gibt, dann 2/2/-/2; besser wäre das Vaccinio-Quercetum als eigene Ass. beizubehalten, da es sich um einen Stiel(!)eichenwald handelt, der z.B. auf den Sandstandorten Nordbayerns auf umfangreichen Flächen die pnV bildet (vgl. neueste Veg.karte: "Regionale natürlichen Waldzusammensetzung Bayerns", Walentowski et al. 2000)".

Auch mit dieser Gesellschaft sind nicht alle Mitarbeiter einverstanden; es werden dabei verschiedene Anschlußmöglichkeiten an andere Quercion roboris-Gesellschaften diskutiert. Mit einbezogen wird hier der größere Teil des "Vaccinio vitis-idaeae-Quercetum Oberd. 1957".

 
XI VRB Luzulo-Fagion Lohmeyer et Tx. in Tx. 1954 Hainsimsen-Buchenwälder        
  Luzulo-Fagenion Lohmeyer et Tx. in Tx. 1954
Luzulo-Fagenion (Lohmeyer ex Tx. 1954) Oberd. 1957
Luzulo-Fagetalia Scamoni et Passarge 1959
Ilici-Fagenion (Br.-Bl. 1967) Tx. 1979 em. Oberd. 1984
Ilici-Fagion
Bodensaure, nährstoffarme Buchenwälder  
 

Das Luzulo-Fagion wird hier - wie bei Härdtle - als Gegenstück zum Quercion roboris in die Quercetalia roboris gestellt. Grundsätzlich wäre auch die Ausweisung einer eigenen Ordnung Luzulo-Fagetalia Scamoni et Passarge 1959 möglich, die dann mit den Quercetalia roboris zu einer Klasse Quercetea roboris Br.-Bl. et Tx. 1943 zusammengefügt neben die (restliche) Klasse Querco-Fagetea gestellt werden müßte. Der Ausweisung eines Unterverbandes Luzulo-Fagenion innerhalb des Fagion wird ganz überwiegend eine Absage erteilt. Nicht gesondert ausgewiesen wird hier das Ilici-Fagenion bzw. Ilici-Fagion. Die von Oberdorfer 1992 vorgeschlagene Ilex aquifolium-Fagus-Gesellschaft wird von dem meisten Mitarbeitern als überflüssig betrachtet und zum Luzulo-Fagion gerechnet, die Deschampsia flexuosa-Fagus sylvatica-Gesellschaft zeigt zwar Anklänge an diesen mediterranen Verband, läßt sich aber ebenfalls beim Luzulo-Fagion unterbringen.

 
XI ASS Luzulo-Fagetum Meusel 1937 Hainsimsen-Buchenwald 3 2 3 3
  Luzulo-Fagetum Meusel 1937 em. Heinken 1995
Luzulo luzuloides-Fagetum Meusel 1937
Luzulo albidae-Fagetum Meusel 1937
Luzulo-Fagetum silvaticae Meusel 1937
Fago-Quercetum Tx. 1955
Fago-Quercetum petraeae Tx. 1955
Calamagrostio villosae-Fagetum Mikyska 1972
Violo-Quercetum (Tx. 1937) Oberd. 1957
Violo-Quercetum petraeae (Tx. 1937) Oberd. 1957
Holco-Quercetum
Aceri-Fagetum J. Bartsch et M. Bartsch 1940
Majanthemo-Fagetum Passarge 1959
Maianthemo-Fagetum Passarge 1960
Maianthemo-Fagetum Passarge 1959 em. Schubert 1995
Luzula pilosa-Fagus sylvatica-Gesellschaft
Luzulo pilosae-Fagetum Matuszkiewicz 1973
Carici piluliferae-Fagetum Passarge 1956
Carici piluliferae-Fagetum Passarge et Hofmann 1968
Pino-Fagetum Scamoni (1956) 1959
Pino-Fagetum Scamoni 1959
Myrtillo-Fagetum Passarge 1965
Myrtillo-Fagetum Passarge (1966) 1968
Myrtillo-Fagetum Passarge 1968
Rhytidiadelpho-Fagetum Passarge 1966
Petraeo-Fagetum Scamoni 1959
Mnio-Fagetum Passarge 1966
Trientali-Fagetum Jeschke 1964
Molinio-Fagetum Scamoni 1959
Frangulo-Fagetum (Hartmann 1941) Scamoni 1959
Leucobryo-Fagetum Scamoni 1963
Dicrano-Fagetum Passarge et Hofmann 1965
Milio-Fagetum Burrichter 1973
Milio-Fagetum Burrichter et Wittig 1977
Milio-Fagetum Burrichter et Wittig 1977 non Frehner 1963
Oxali-Fagetum Burrichter et Wittig 1977
Oxali-Fagetum von Glahn 1981
Ilex aquifolius-Fagus-Gesellschaft
Lycopodium annotinum-Fagus sylvatica-Assoziation
Lycopodio-Fagetum
Dryopteris-Fagus-Gesellschaft
Maianthemum bifolium-Carpinus betulus-Mittelwald-Gesellschaft als Nutzungsform des Luzulo-Fagetum milietosum
Sileno-Fagetum Passarge
Melampyro-Fagetum Oberd. 1957
Galio harcynici-Fagetum Stöcker 1964
Polygonato verticillati-Fagetum Oberd. 1957
   
 

Hölzel widerspricht der Einschätzung im Workshop "Laubwald": "3 für Hügelland und Alpen halte ich für völlig übertrieben, insbesondere auch im Vergleich zur Einschätzung der anderen Buchenwälder. Während der vergangenen 50 Jahre dürfte es kaum noch zu massiven Flächenverlusten durch Nadelholzanbau gekommen sein! Großflächige naturnahe Bestände noch in zahlreichen Mittelgebirgen!" Zahlheimer bezeichnet die Einstufungen ebenfalls als "übertrieben". Für eine aktuelle Gefährdung sprechen vor allem die unabsehbaren Folgen von "saurem Regen" und den darauf folgenden Kalkungen.

Hier in der emendierten Form von Heinken (1995) gefaßt und bewertet. Heinken kommentiert: "Zum Luzulo-Fagetum-Komplex. Bei Beachtung der Prioritätsregel (!) können folgende Namen als Diskussionsgrundlage dienen:
>> Luzulo-Fagetum Meusel 1937 für die montanen Ausbildungen, evtl. für alles. Dieser Fassung (Luzulo-Fagetum für alle bodensauren Buchenwälder) möchte ich nochmals zustimmen.
>> Deschampsio flexuosae-Fagetum Schröder 1938 nom. invers. et mutat. propos. für planare zentraleuropäische Ausbildungen. (Später als Pino-Fagetum oder Trientali-Fagetum anderer Autoren.)
>> Periclymeno-Fagetum Passarge 1957 (Name bleibt so, Art. 14 CPN) für planare subatlantische Ausbildungen.
>> Maianthemo-Fagetum Passarge 1960 für die Flattergras-Buchenwälder. Die Auffassung des Maianthemo-Fagetum Passarge 1960, Arch. Forstwes. 9(6): 523, Tab. 24, als Flattergras-Buchenwald, wie bei Pott 1995, ist von mir initiiert worden und geht auch so in Ordnung. Wer einen eigenständigen Flattergras-Buchenwald akzeptiert, sollte also der bei Pott dargestellten Sichtweise folgen.
Diese (zweite) vorgeschlagene Untergliederung der bodensauren Buchenwälder des Flachlandes hört sich zunächst ganz gut an, ist aber aus folgenden Gründen abzulehnen:
1. Das Maianthemo-(=Milio-)Fagetum hat natürlich keine Kennarten und steht floristisch und ökologisch im Grenzbereich zwischen Luzulo-Fagetum (Luzulo-Fagion) und Galio-Fagetum (Fagion). Eigenständige Assoziationen für derartige Übergangsbereiche halte ich für ungünstig, auch wenn sie in einigen Regionen recht weit verbreitet sind. Im Übrigen müßte es das Maianthemo-Fagetum dann auch im Bergland geben.
2. Die ärmeren bodensauren Buchenwälder im Tiefland besitzen selbstverständlich ebenfalls keine Kennarten. Darüber hinaus sind sie
nicht so unterschiedlich, dass sich zwei Assoziationen (atlantisch - zentraleuropäisch) rechtfertigen lassen. Dann müßte man das
Luzulo-Fagetum im Bergland entsprechend unterteilen (s. z.B. Heinken 1994: Coll. Phytosoc. 23). Gerade auf den armen Sandstandorten gleichen sich Buchenwälder im atlantischen und zentraleuropäischen Bereich völlig, da alle differenzierenden Arten (z.B. Lonicera periclymenum) auf diesen Standorten fehlen, d.h. ich kann einer Vegetationsaufnahme nicht ansehen, ob sie aus Nord-Brandenburg oder West-Niedersachsen stammt. Das sollte Grund genug sein, die Gliederung bei Pott (1995), die übrigens ohne irgendeine Datengrundlage (=Vegetationstabelle) entstanden ist, zu verwerfen. (Wenn unbedingt der Wunsch nach einer planaren Buchenwald-Assoziation besteht, darf es nur eine einzige sein.)
Das Deschampsio-Fagetum Passarge 1956, Magdeburgerforth-Arbeit, ist ein Kiefern-Halbforst und scheidet daher aus der Betrachtung aus. Das "schmerzt" nicht weiter, denn nomenklatorisch ist der Name ohnehin ein illegitimes jüngeres Homonym (Art. 31) zum Deschampsio-Fagetum Schröder 1938. Korrekt: der von Passarge beschriebene Bestand ist ein Kiefernforst mit ein wenig Buchenverjüngung, nach heutiger Sichtweise etwa eine Deschampsia flexuosa-Pinus sylvestris-Gesellschaft bzw. ein Leucobryo-Pinetum."
Das Luzulo-Fagetum wird hier in sehr weiter Fassung bewertet. Insgesamt werden hier eine große Zahl von lokalen oder auch weiter verbreiteten Gesellschaften ohne Kennarten einbezogen. Als Beispiel dafür sei die Ilex aquifolius-Gesellschaft aus dem Saarland und dem südlichen Rheinland-Pfalz (Bienwald) angeführt. In dieser weiten Form umfaßt das Luzulo-Fagetum mehrere Dutzend auf Assoziationsrang beschriebene Syntaxa. Am ehesten noch als eigenständig zu betrachten sind die bodensauren Tieflagen-Buchenwälder. Sie werden im Westen vielfach als "Periclymeno-Fagetum Passarge 1957" (= Lonicero periclymeni-Fagetum Passarge 1957, hierher auch große Teile des Fago-Quercetum) geführt, im Osten als "Deschampsio (flexuosae)-Fagetum Schröder 1938". Faßt man sie zusammen, hätte der Name "Deschampsio (flexuosae)-Fagetum Schröder 1938" Priorität. Doch rasch beginnen die Schwierigkeiten. Die (sub-)atlantischen Differentialarten wie Lonicera periclymenum und Ilex aquifolium gibt es nicht nur im Tiefland, sondern auch im W-Teil des Hügel- und Berglandes bis in den äußersten Südwesten Deutschlands. Bei Ausfall von Luzula luzuloides und stärkerem Auftreten von Birken und Eichen rechnet Pott auch diese Bestände nicht zum Luzulo-Fagetum sondern zum Periclymeno-Fagetum.
Umgekehrt wird das Deschampsio-Fagetum Schröder 1938 Nordostdeutschlands äußerst unterschiedlich behandelt. Schubert et al. (1995) erwähnen es überhaupt nicht. Sie unterscheiden ein "Luzulo luzuloides-Fagetum Meusel 1937" der kollinen und montanen Stufe von einem "Maianthemo-Fagetum Passarge 1959 em. Schubert 1995". Zu ersterem Stellen sie das "Avenello-Fagetum Passarge 1960", zu letzterem u.a. das "Deschampsio-Fagetum Passarge 1956", zudem aber auch die Luzula pilosa-Fagus sylvatica-Gesellschaft, das Carici piluliferae-Fagetum Passarge 1956, das Pino-Fagetum Scamoni 1959, das Myrtillo-Fagetum Passarge 1965, das Rhytidiadelpho-Fagetum Passarge 1966, das Petraeo-Fagetum Scamoni 1959, das Mnio-Fagetum Passarge 1966, das Trientali-Fagetum Jeschke 1964, das Molinio-Fagetum Scamoni 1959, das Frangulo-Fagetum (Hartmann 1941) Scamoni 1959, das Leucobryo-Fagetum Scamoni 1963 und das Dicrano-Fagetum Passarge et Hofmann 1965.
Pott (1995) führt das "Maianthemo-Fagetum Passarge 1960" an (mit "Milio-Fagetum Burrichter et Wittig 1977" und "Oxali-Fagetum von Glahn 1981" als Synonymen). Das Maianthemo-Fagetum bei Pott (1995) und bei Schubert et al. (1995) sind also zwei völlig verschiedene Dinge! Das Milio-Fagetum bzw. das Maianthemo-Fagetum im Sinne von Pott (1995) werden oft als Luzulo-Fagetum milietosum gefaßt. Egal ob als Subassoziation oder eigenständige Assoziation geführt, nimmt der z.T. große Flächen einnehmende Flattergras-Buchenwald floristisch und ökologisch eine Übergangsstellung zu artenreicheren Waldmeister-Buchenwäldern ein.
Nochmals zum umstrittenen "Deschampsio flexuosae-Fagetum silvaticae Schröder 1938 nom. invers. propos.": Inhaltlich - hier besteht weitgehende Einigkeit bei den Mitarbeitern - handelt es sich um ein Luzulo-Fagetum außerhalb des Areals von Luzula luzuloides. Schuhwerk meint dazu: "m.E. eher historische Form des Luzulo-Fagetum: Zeit hat für Einwanderung der Luzula nicht gereicht". Heinken (1995: Diss. Bot. 239, S. 46 ff. + Tab. A2 ff., Heinken (1995): Coll. Phytosoc. = umfangreiche tabellarische Übersicht NW-Mitteleuropa. S.a. aktuelle Fassung in Ellenberg (1996): Vegetation Mitteleuropas.) sieht in der Gesellschaft eine Tieflands-Ausbildung des Luzulo-Fagetum, die er nicht als eigenständiges Syntaxon führen möchte. Dem schließen sich etliche Mitarbeiter an. Dierschke akzeptiert die Gesellschaft bedingt und schreibt: "Zu Luzulo-Fagetum. Läßt sich als Gebietsassoziation Deschampsio-Fagetum des Tieflandes auffassen". Pallas betont, daß das "Deschampsio-Fagetum Schröder 1938" nicht mit der Deschampsia flexuosa-Fagus sylvatica-Gesellschaft von Passarge (1956) identisch sei - letztere lehnt er ab, erste akzeptiert er hingegen mit dem Hinweis: "Originaldiagnose: Beih. Bot. Centralblatt 58 B: 42, ursprgl. Fagus silvatica-Aira flexuosa-Ass., umfaßt auch das spätere Pino-Fagetum der Ostdeutschen". Ausdrücklich akzeptiert wird die Schrödersche Assoziation auch von Dierßen (stellt sie zum Quercion roboris). Klotz schließt sie hingegen - wie Schubert (1995), zusammen mit dem Pino-Fagetum ins Maianthemo-Fagetum Passarge 1959 em. Schubert ein.

 
XI ZEH Deschampsio-Fagetum Schröder 1938 Planarer Drahtschmielen-Buchenwald 2 2 - -
  Deschampsio flexuosae-Fagetum silvaticae Schröder 1938 nom. invers. propos.
Fagus silvatica-Aira flexuosa-Ass. Schröder 1938
Deschampsio-Fagetum Schröder 1938
Deschampsio-Fagetum Schröder 1938 em. Schubert 1995
Deschampsio (flexuosae)-Fagetum Schröder 1938
Deschampsio-Fagetum Passarge 1956
Deschampsia flexuosa-Fagus sylvatica-Gesellschaft
Avenello-Fagetum Passarge 1960
Deschampsia flexuosa-Fagus sylvatica-Gesellschaft (sensu Passarge 1956)
   
 

Härdtle betont die "floristische Verarmung durch schleichende Zunahme von Nitrophyten". Auch Reif sieht als Hauptproblem "Eutrophierung, Immissionen".

 
XI ZEH Periclymeno-Fagetum Passarge 1956 Bodensaurer atlantischer Drahtschmielen-Buchenwald 3 2 3 -
  Periclymeno-Fagetum Passarge 1957
Lonicero periclymeni-Fagetum Passarge 1957
   
 

Pallas bemerkt: "Es gibt Bestände dieser Ass., noch vielfach kleinflächig, es fehlen aber großflächige und optimal entwickelte Bestände in Schutzgebieten, die speziell den Erhalt von "Vorzeige-Periclymenco-Fagetum" zum Ziel hätten. (evtl. in Ostniedersachsen in Naturwaldreservaten ausreichend repräsentiert)".

Berechtigung der Gesellschaft umstritten.

 
XI ZEH Maianthemo-Fagetum, ärmere Ausbildungen Passarge 1960 Maiglöckchen-Buchenwald nährstoffarmer Standorte 3 2 3 -
       
 

Berechtigung der Gesellschaft umstritten.

 
XI ORD Quercetalia pubescentis Klika 1933 Wärmeliebende Eichenmischwälder        
  Quercetalia pubescentis Br.-Bl. 1931
Quercetalia pubescentis Tx. 1931
Quercetalia pubescentis (Br.-Bl. 1932) Klika 1933
Quercetalia pubescenti-petraeae Klika 1933 corr. Moravec in Béguin et Theurillat 1984
Quercetalia pubescenti-petraeae Klika 1933
Quercetalia pubescentis-petraeae Klika 1933
Quercetea pubescentis Doing-Kraft ex Scamoni et Passarge 1959
Orno-Ostryon (Tom.) Br.-Bl. 1950
Anemono-Quercetum Oberd. 1957
Anemono sylvestris-Quercetum Oberd. 1957
Anemoneto sylvestris-Quercetum Oberd. 1957
Scorzonero-Quercetum (Meusel 1939) Förster 1968
Flaumeichenwälder
Xerotherme Eichenmischwälder
Xerotherme submediterrane Flaumeichenwälder und subkontinentale Eichen-Steppenwälder
Wärmegebundene Eichenmischwälder
 
 

Die Aufteilung der Ordnung in zwei Verbände (Quercion pubescenti-petraeae Br.-Bl. 1932 nom. mut. propos. und Potentillo albae-Quercion petraeae Zólyomi et Jakucs 1957 nom. nov. Jakucs 1967) ist nicht zwingend, und wird hier nicht nachvollzogen. Auf die Ausweisung einer eigenen Klasse wird ebenfalls verzichtet. Von den vielen aus dieser Ordnung genannten Syntaxa sollen zwei nicht näher zugeordnet werden, beide aus der Roten Liste der DDR von Knapp et al. (1985): das Anemono-Quercetum Oberd. 1957 (= Anemoneto sylvestris-Quercetum Oberd. 1957) und das Scorzonero-Quercetum (Meusel 1939) Förster 1968. Beide zeigen Beziehungen zu trockenen Kiefernwäldern (z.B. des Pyrolo-Pinetum) und könnten teilweise auch dort zugeordnet werden. Beide Einheiten sind eventuell zu komplex aufgenommen.

 
XI VRB Quercion pubescenti-petraeae Br.-Bl. 1932 nom. mutat. propos. Wärmeliebende Eichenmischwälder Mitteleuropas        
  Quercion pubescentis-sessiliflorae Br.-Bl. 1932
Quercion pubescenti-sessiliflorae Br.-Bl. 1932
Quercion pubescenti-petraeae Br.-Bl. 1932 em. Rivas-Martínez 1972
Quercion pubescentis Tx. 1931
Quercion pubescentis Br.-Bl. 1932 em. Rivas-Martínez 1972
Buxo-Quercetum Br.-Bl. 1931
Potentillo albae-Quercion petraeae Zolyomi et Jakucs 1957 nom. nov. Jakucs 1967
West-submediterrane Flaumeichenwälder
Flaumeichenwälder
 
 

Hier ohne nähere Zuordnung angeschlossen und als Assoziation für Deutschland abgelehnt wird das "Buxo-Quercetum". Schmidt und Passarge akzeptieren diese Gesellschaft, kennen sie aber nicht aus ihrem eigenen Bearbeitungsgebiet. Zacharias / von Drachenfels notieren: "An der Untermosel gibt es sehr kleinflächig Buxus-Eichen-Hainbuchen-Niederwälder (u.a. mit Helleborus foetidus) auf mäßig basenreichen Silikatstandorten. Gehören diese zum Buxo-Quercetum? Im Kontakt zu Felshängen vermutlich auch natürliche Waldgesellschaft". Eben diese Bestände wurden - z.B. in der ausführlichen Bearbeitung des Verbandes durch Müller (1992) auch schon ins Aceri monspessulani-Quercetum petraeae (Knapp 1944) Oberd. 1957 gestellt. Müller betont dabei, daß es sich bei letzterer Gesellschaft um eine artenverarmte Gebietsassoziation handelt. Das Buxo-Quercetum war in Deutschland immer wieder von einem Punkt an der Grenze zur Schweiz angeführt worden, dem Grenzacher Horn am Hochrhein. Müller (1992) bringt eben diese Bestände beim Quercetum robori-petraeae unter und auch Oberdorfer (1994) hält einen solchen Anschluß für akzeptabel ("viell. incl. eines bei Grenzach (Hü) artenverarmten Buxo-Quercetum Br.-Bl. 1931"). Alle anderen Mitarbeiter, die das Buxo-Quercetum bewerten, lehnen ein Vorkommen dieser Gesellschaft in Deutschland ab. Die Einheit ist für Deutschland also wohl zu streichen.
Mit einbezogen wird hier das öfters als eigener Verband geführte "Potentillo albae-Quercion petraeae Zólyomi et Jakucs 1957 nom. nov. Jakucs 1967". Als Verband wäre er insgesamt nur schwach gekennzeichnet. Aus deutscher Sicht ist eine Einbeziehung in das Quercion pubescenti-petraeae problemlos möglich, zumal alle von hier genannten Gesellschaften zu einer einzigen zusammengefaßt werden könn(t)en. Trotz erheblicher Bedenken wird hier weitgehend der Gliederung durch Müller (1993) gefolgt. Beim Potentillo albae-Quercetum petraeae werden - wie bei Schubert et al. (1995) - einige zwischen Quercion roboris und Quercion petraeae-pubescentis stehende Gesellschaften ostdeutscher Bundesländer einbezogen.

 
XI ASS Quercetum pubescenti-petraeae Imchenetzky 1926 nom. invers. propos. Eichen-Elsbeeren-Wald 3 2 3 -
  Quercetum pubescenti-petraeae (Imchenetzky 1926) Heinis 1933
Querco-Lithospermetum Gauckler 1938
Lithospermo-Quercetum Br.-Bl. 1932
Lithospermo-Quercetum petraeae Br.-Bl. 1932
Lithospermo purpureocoerulei-Quercetum petraeae Br.-Bl. 1932 nom. invers. propos.
Clematido rectae-Quercetum montanum Oberd. 1957
Carex alba-Quercus robur-Gesellschaft
Carici-Tilietum cordatae Th. Müller et Görs 1958
Cytiso nigricantis-Quercetum roboris (Oberd. 1957) Th. Müller in Oberd. 1992
Viscario-Quercetum Stöcker 1960
Dictamno-Quercetum cytisetosum Förster 68
Lathyro nigri-Quercetum petraeae sensu Richard 1961 non Horvát 1959
Genista sagittalis-Quercus petraea-Gesellschaft
Cytiso nigricantis-Quercetum petraeae Pauca 1941
Mitteleuropäischer Flaumeichen-Mischwald  
 

Nach Scheuerer ist das "Cytiso nigricantis-Quercetum roboris" im Hügel- und Bergland gefährdet, nach Bushart aber "in Bayern selten, aber aktuell kaum gefährdet". Himmler kommentiert in bezug auf die Pfalz die hier einbezogene "Genista sagittalis-Quercus petraea-Gesellschaft": "vor allem an Steinbruchkronen, auch an Buntsandsteinfelsen. Thermophile Ausbildungen (mit Hieracium peleterianum) durch Robinie und Kastanie bedroht".

Die Assoziation wird hier weit gefaßt, ausgespart - und als eigene Gebietsassoziation gefaßt - bleibt allerdings das Aceri monspessulani-Quercetum petraeae Oberd. 1957, das bei noch weiterer Fassung ebenfalls ins Quercetum pubescenti-petraeae einbezogen werden könnte. Einbezogen werden hingegen die Buchs-Vorkommen (ohne Acer monspessulanus) in thermophilen Eichenwäldern, die des öfteren als Arealrand-Fragmente des Buxo-Quercetum Br.-Bl. 1931 gedeutet wurden [Bushart widerspricht diesem Vorgehen: "Wie bereits einmal erwähnt, gehören die rheinland-pfälzischen Buxus-Vorkommen allesamt ins Aceri monspessulani-Quercetum. An einer Einbeziehung letzterer Ges. in das Quercetum pubescentis kann ich nichts Positives finden, da es sich beim Aceri monspessulani-Quercetum immer im primäre Bestände handelt, beim Quercetum pubescentis ('Lithospermo-Quercetum') um ein Sammelsurium, welches auch Ersatzgesellschaften von Galio-Carpineten und Carici-Fageten enthält.]
Zum Namen: Heinken plädiert dafür, den hier sehr oft verwendeten und eindeutigen Namen Lithospermo-Quercetum zu konservieren. Er schreibt: "m.E. ist nicht geklärt, ob Lithospermo-Quercetum nicht doch der geeignete korrekte Name ist (nomina conservanda in der Syntaxonomie; "Quercetum pubescenti" evtl. nicht übereinstimmend). Zur Fassung der Assoziation: hier sollten auch Bestände ohne Quercus pubescens aber mit zahlreichen thermophilen Arten des nördlichen deutschen Mittelgebirgsraumes und des Odergebietes einbezogen werden". Letzteres lehnen von Drachenfels / Zacharias ab: "Lithospermo-Quercetum i.S. Preising et al. aus Niedersachsen wird heute zum Galio-Carpinetum gestellt. Thermophile Ausbildungen vermitteln zum Quercetum pubescenti-petraeae".
Ewald fordert, alle westlich-submediterranen Eichen-Waldgesellschaften des Quercion pubescenti-petraeae in diese Gesellschaft einzubeziehen und daneben nur noch das weiter östlich verbreitete Potentillo-Quercetum zuzulassen. Gleich et al. (1997) führen die Gesellschaft für das zentrale Nordbayern mit "ob im Gebiet?" an, Walentowski lehnt ein Vorkommen der Gesellschaft in Bayern hingegen ausdrücklich ab. Er schreibt: "Die Angaben zum "Quercetum pubescenti-petraeae", müssen korrigiert werden. Das west-submediterrane Quercetum pubescenti-petraeae kommt in Bayern nicht vor. Das, was in unserer Liste von 1990 [Walentowski et al. 1990] als Sammelassoziation "Lithospermo-Quercetum" angeführt ist, gehört zu der subkontinentalen Gruppe der Quercetalia pubescentis-petraeae und muss nach neuer Systematik wie folgt aufgeteilt werden: 1. Die Eichen-Trockenwälder des Fränkischen Keuper-Lias-Landes, der Mainfränkischen Platten und der Südrhön (fragmentarisch auch Isar-Inn-Schotterplatten nördlich von München) gehören zum Potentillo albae-Quercetum petraeae. An schroffen Hängen des Gipskeupers gibt es eine extreme Cytisus nigricans-Untergesellschaft; im Maintal bei Karlstadt und im Saaletal bei Hammelburg gibt es eine Ausbildung mit Acer monspessulanum. 2. Die Eichen-Trockenwälder der Südlichen Frankenalb gehören zum Cytiso nigricantis-Quercetum roboris (Syn.: Querco-Lithospermetum Gauckler 1938, Clematido rectae-Quercetum montanum Oberd. 1957). Die wärmeliebenden Eichenwälder des Donaurandbruches, in denen ebenfalls Cytisus nigricans vorkommt, gehören hingegen zum "xerothermen Flügel" der bodensauren Eichenmischwälder (also Verb. Quercion robori-petraeae)."
Zum Buxo-Quercetum Br.-Bl. 1931: Die Fassung dieser Gesellschaft als Assoziation ist unbestritten, ihr Vorkommen in Deutschland wird aber fast durchweg abgelehnt: Schmidt und Passarge akzeptieren diese Gesellschaft, kennen sie aber nicht aus ihrem eigenen Bearbeitungsgebiet. Eben diese Bestände wurden - z.B. in der ausführlichen Bearbeitung des Verbandes durch Müller (1992) auch schon ins Aceri monspessulani-Quercetum petraeae (Knapp 1944) Oberd. 1957 gestellt. Das Buxo-Quercetum war in Deutschland immer wieder von einem Punkt an der Grenze zur Schweiz angeführt worden, dem Grenzacher Horn am Hochrhein. Müller (1992) bringt eben diese Bestände beim Quercetum robori-petraeae unter und auch Oberdorfer (1994) hält einen solchen Anschluß für akzeptabel ("viell. incl. eines bei Grenzach (Hü) artenverarmten Buxo-Quercetum Br.-Bl. 1931").
Alle anderen Mitarbeiter, die das Buxo-Quercetum bewerten, lehnen ein Vorkommen dieser Gesellschaft in Deutschland ab. Die Einheit ist für Deutschland also zu streichen.
Der Workshop "Laubwald" beschloß - trotz verschiedener Plädoyers für dessen Beibehaltung - die ersatzlose Streichung des "Cytiso nigricantis-Quercetum roboris" für Deutschland. Der große Teil der Bestände dürfte bei diesem Vorgehen im weit gefaßten Quercetum pubescenti-petraeae unterzubringen sein. Müller (1993) hatte sich kritisch mit der Fassung des Cytiso nigricantis-Quercetum roboris auseinandergesetzt: "Von Pauca 1941 wurde aus dem Bihargebirge / Rumänien als nov. ass. ein Querceto-Cytisetum nigricantis beschrieben, von Grüneberg und Schlüter 1957 aus dem Thüringischen Schiefergebirge als ass. nov. ein Cytiso-Quercetum, von Schubert 1972 aus dem südlichen Teil der ehemaligen DDR ein Cytiso-Quercetum Pauca 41 und von Stöcker 1965 aus dem Bodetal / Harz als ass. nov. ein Viscario-Quercetum. Vergleicht man die diagnostisch wichtigen Arten dieser Gesellschaften mit denen unseres Cytiso nigricantis-Quercetum roboris, dann zeigt sich, daß jene mit unserer Assoziation nichts zu tun haben. Vielmehr handelt es sich um Subassoziationen mit Campanula persicifolia des Genisto tinctoriae-Quercetum petraeae Klika 32, einer Assoziation des Verbandes Quercion robori-petraeae Br.-Bl. 31. In den ersten drei Fällen liegt eine Vikariante mit Cytisus nigricans vor, im nächsten Fall eine Vikariante ohne diese Art. Das Cytiso-Quercetum roboris besiedelt sehr steile Hänge, Felsköpfe oder Verebnungen der Felsflanken im Bereich des Weißen Jura des Donauzugs der Fränkischen und Schwäbischen Alb. Meist handelt es sich um Traufwald oder kleinere Buschwaldflecken; ausgedehnte Bestände sind selten."
Die Genista sagittalis-Quercus petraea-Gesellschaft wird von unseren Mitarbeitern nicht als für die Deutschlandliste relevantes Syntaxon angesehen; sie wurde vom Workshop "Laubwald" ersatzlos gestrichen. Müller (1993) schrieb zu der von ihm eingeführten Genista sagittalis-Quercus petraea-Gesellschaft: "Diese Gesellschaft entspricht dem von Richard 1961 vom Schweizer Jura beschriebenen Lathyro nigri-Quercetum petraeae. Unter dem gleichen Namen hat aber schon I. Horvat 1959 eine Ostryo-Carpinion orientalis-Gesellschaft publiziert ... Die Genista sagittalis-Quercus petraea-Gesellschaft findet man vorzugsweise nahe des Steilabbruchs der Weiß-Jura-beta-Hochflächen auf etwas saueren, mindestens in den oberen Bodenschichten ± kalkfreien verbraunten Rendzinen bis in die höchsten Lagen der Schwäbischen Alb, z.B. noch in 950 m Höhe am Lochenhorn bei Balingen. Leider sind die Bestände dieser Gesellschaft nur auf kleinen Flächen erhalten, da das Gentiano-Brometum meist bis an die Hangkante genutzt wird. Man sollte deshalb darauf achten, daß die wenigen kleinen Buschwäldchen erhalten werden und nicht zu Startplätzen für Drachenflieger oder Paragleiter umfunktioniert werden. Über die weitere Verbreitung dieser Gesellschaft ist noch sehr wenig bekannt ... Sie dürfte aber in entsprechenden Lagen auch in anderen Gebieten vorhanden sein ..."

 
XI ASS Aceri monspessulani-Quercetum petraeae Oberd. 1957 Felsenahorn-Traubeneichen-Wald R - R -
  Aceri monspessulani-Quercetum petraeae (Knapp 1944) Oberd. 1957 Traubeneichen-Wald mit Französischem Maßholder
Maßholder-Eichenwald
 
 

Nach Bushart: "in Rheinland-Pfalz Zentrum der Vorkommen, dort selten bis sehr selten, aber aktuell kaum gefährdet. Weitere Vorkommen in Bayern (Unterfranken), dort extrem selten".

Die Eigenständigkeit der Assoziation ist nicht unumstritten. Insbesondere Ewald lehnt sie ab und fordert ihre Einbeziehung ins Quercetum pubescenti-petraeae, Bergmeier möchte sie ebenfalls hier als Untereinheit einbeziehen. Müller (1992) hat sich in seiner umfassenden Bearbeitung des Quercion pubescentis dafür ausgesprochen das Aceri monspessulani-Quercetum petraeae Oberd. 1957 zu akzeptieren, auch er betont aber, daß es sich um eine artenverarmte Gebietsassoziation handelt, die überregional auch ins Quercetum pubescenti-petraeae einbezogen werden könnte. Da die Gesellschaft recht gut floristisch definiert ist und in der Literatur und von einer größeren Zahl kritischer Projekt-Mitarbeiter - wenn auch z.T. "mit Unbehagen" - als eigenständige Assoziation akzeptiert wird, wird sie hier als getrennte Einheit geführt. Zur Umgrenzung der Einheit sei ein Teil der Beschreibung von Müller (1993) angeführt: "Es besiedelt warm-trockene, ± felsige oder skelettreiche Hänge über kalkarmen aber basenreichen Gesteinen (Porphyr, Melaphyr, Schiefer) vom Donnersberg-Nahetal-Gebiet bis zum Mosel-Tal und zum Mittelrheingebiet. Bestände der Subassoziation mit Dianthus carthusianorum stocken auf besonders flachgründigen und damit auch besonders trockenen Standorten. Im Moseltal kommt an ganz entsprechenden Standorten Buxus sempervirens hinzu und verleiht der nach ihm benannten Subassoziation eine besondere, mindestens physiognomisch an das Buxo-Quercetum erinnernde Note (sie wurde deshalb auch von Dahmen 1955 als Querceto-Buxetum bezeichnet, während er die typische Subassoziation als Querceto-Lithospermetum angibt). Bei der typischen Subassoziation sind die Standortsverhältnisse nicht mehr so extrem. Noch günstiger sind sie bei der Subassoziation mit Corydalis solida, deren Bestände ausgesprochen frühjahrsfrische und humose Böden besiedeln."

 
XI ASS Potentillo albae-Quercetum petraeae Libbert 1933 Steppen-Eichenwald 2 1 2 -
  Potentillo albae-Quercetum petraeae Libbert 1933 nom. invers. Oberd. 1957 em. Th. Müller 1992
Dictamno-Sorbetum Knapp 1942
Clematido rectae-Quercetum collinum Oberd. 1957
Dictamno-Quercetum Förster 1968
Galio sylvatici-Quercetum Förster 1968
Selino-Quercetum Meusel et Niemann 1971
Vincetoxico-Quercetum roboris Passarge 1957
Cynancho-Quercetum Passarge 1957
Trifolio alpestris-Quercetum Stöcker 1965
Trifolio-Quercetum Stöcker 1965
Vicio cassubicae-Quercetum petraeae Passarge 1977
Ostmitteleuropäisch-subkontinentaler Eichen-Trockenwald  
 

Bushart kommentiert: "Potentillo-Quercetum: in Rheinland-Pfalz extrem selten, dito in Bayern, gefährdet u.a. durch forstliches Durchwachsen in dichtere Bestände (Entwicklung zum Galio-Carpinetum)". Auch Ewald sieht im Hügel- und Bergland die Gefährdung in "Aufgabe von Mittel-, Niederwald, Streu- und Weidenutzung". Walentowski sieht für Bayern genauso: "Wichtigste Gefährdungsursache der kleinstflächigen Restbestände der Hute-, Nieder- und Mittelwaldnutzung". Himmler meldet aus der Pfalz: "Am Haardtrand Hauptgefährdung durch Kastanie". Härdtle bemängelt: "Im norddeutschen Tiefland nur in kleinstflächigen Reliktbeständen. Schleichender Schwund bezeichnender Sippen und Zunahme von Nitrophyten". P. Schmidt meint in bezug auf Ostdeutschland: "offensichtlich kaum noch Bestände, die sicher dieser Gesellschaft zugeordnet werden können, wohl aber vorhanden waren (deshalb auch 0 denkbar) und als potentielle Waldges. angenommen wird".

Das Potentillo albae-Quercetum wird hier weit gefaßt. Müller (1993) schreibt zum Potentillo albae-Quercetum petraeae (s.str.): "Diese Gesellschaft hat in Süddeutschland ihren Verbreitungsschwerpunkt im fränkischen Raum ... Von hier aus reicht sie aber ausläuferartig über die Fränkische Alb bis in das nördliche Alpenvorland, in das mittlere Neckargebiet und erreicht sogar das nördliche oberrheinische Hügelland (rheinhessisches Hügelland: Gaualgesheimer Kopf) und die südliche Oberrheinebene (Colmarer Trockengebiet)."
Walentowski korrigiert die Angaben in der bayerischen Roten Liste von Walentowski et al. (1990): "Das, was in unserer Liste von 1990 als Sammelassoziation "Lithospermo-Quercetum" angeführt ist, gehört zu der subkontinentalen Gruppe der Quercetalia pubescentis-petraeae und muss nach neuer Systematik wie folgt aufgeteilt werden ... Die Eichen-Trockenwälder des Fränkischen Keuper-Lias-Landes, der Mainfränkischen Platten und der Südrhön (fragmentarisch auch Isar-Inn-Schotterplatten nördlich von München) gehören zum Potentillo albae-Quercetum petraeae. An schroffen Hängen des Gipskeupers gibt es eine extreme Cytisus nigricans-Untergesellschaft; im Maintal bei Karlstadt und im Saaletal bei Hammelburg gibt es eine Ausbildung mit Acer monspessulanum." Walentowski kommentiert auch das "Cynancho-Quercetum Passarge 1957": ist keine eigenständige Assoziation. Die Eichenwälder mit Vincetoxicum gehören teilweise zum Potentillo albae-Quercetum s.l. (vgl. Türk 1993), teilweise aber auch zum Luzulo luzuloidis-Quercetum Pass. 1953 (= Genisto tinctoriae-Quercetum) (vgl. Scheuerer 1989)".

 
XI ORD Fagetalia sylvaticae Pawlowski in Pawlowski et al. 1928 Mesophytische Buchen- und Laubmischwälder        
  Fagetalia sylvaticae Pawlowski 1928
Carpino-Fagetalia Scamoni et Passarge 1959
Querco-Fagetalia Vanden Berghen 1958
Buchen- und Edellaubmischwälder
Frische Sommerwälder
Edellaubwälder
Mesophytische, buchenwaldartige Laubwälder Europas
 
XI VRB Alno-Ulmion minoris Br.-Bl. et Tx. ex Tschou 1948 / 1949 nom. conserv. propos. Hartholz-Auenwälder        
  Alno-Ulmion Br.-Bl. et R. Tx. 1943
Alnion incanae Pawlowski in Pawlowski et Wallisch 1928
Alnenion glutinoso-incanae Oberd. 1953
Ulmenion minoris Oberd. 1953
Alno-Ulmion-Basalgesellschaft
Alno-Macrophorbietum Lemée 1937
Alno-Fraxinetum Beauv. 1934
Aegopodio-Fraxinetum Noirfalise et Sougnez 1961
Cirsio-Alnetum Noirfalise et Sougnez 1961
Alnetum glutinosae Roll 1938
Ribeso sylvestris-Alnetum glutinosae Tx. et Ohba 1975
Ribo sylvestris-Alnetum glutinosae Lemée 1937 corr. Tx. 1975
Luzulo sylvatici-Alnetum glutinosae
Luzula sylvatica-Picea abies-Gesellschaft
Auenwälder  
 

Achtung: Alle flächig (und daher gut ausgeprägten) Ausbildungen von Alno-Ulmion-Gesellschaften sind ungleich stärker gefährdet als kleine Fragmente!

Da im Workshop "Laubwald" auf der Konservierung des "Alno-Ulmion" bestanden wurde, wird hier der Name "Alno-Ulmion Br.-Bl. ex Tschou 1948 / 1949" für die Konservierung vorgeschlagen. An sich stünde hier mit dem "Alnion incanae Pawlowski in Pawlowski et Wallisch 1928" ein gültiger und prioritärer Name zur Verfügung. Er wird allerdings von nahezu allen Mitarbeitern abgelehnt. Dierschke empfiehlt: "Neuerdings wird Alnion incanae als "richtiger" Name propagiert. Ich halte ihn für unsinnig; er sollte nicht in der Roten Liste benutzt werden!" Auch andere Mitarbeiter sehen das so. In Deutschland (und darüber hinaus) war der Name Alno-Ulmion über Jahrzehnte hinweg in Gebrauch. Schwarzerlen, Eschen und Ulmen prägen das Bild der meisten Gesellschaften, Grauerlen fehlen oder - schlimmer - wurden neuerdings gepflanzt ... Im Workshop Laubwald wurde daher - einem Vorschlag von Mast folgend - empfohlen, den bisher gebräuchlichen und aussagekräftigen Namen "Alno-Ulmion" als nomen conservandum zu erhalten. Dierßen gibt allerdings zu bedenken: "wenn wir bezüglich der Benennung von Einheiten traditionell argumentieren “über Jahrzehnte hinweg in Gebrauch”, bekommen wir international eine syntax. Nomenklatur, die nicht kompatibel ist (“kleinstaaterisches Denken nicht überwindet”) und syntaxonomische Regeln ignoriert. Der Name Alnion incanae ist in Polen langfristig im Gebrauch sowie in Skandinavien exzellent anwendbar; warum alles ausschließlich durch die deutsche Brille betrachten?" Dazu kommt, daß die Beschreibung sämtlicher Assoziationen und höheren Einheiten bei Braun-Blanquet (1943) ungültig nach Artikel 8 bzw. 7 CPN ist (fehlende Tabellen, keine eindeutigen bibliographischen Verweise (kein Literaturverzeichnis)). Damit kann der Name "Alno-Ulmion" prinzipiell nicht mit Autor "Br.-Bl. 1943" konserviert werden, sondern allenfalls als "Alno-Ulmion Br.-Bl. ex ...". Ältester gültiger Name ist unter dieser Vorgabe wahrscheinlich "Alno-Ulmion Br.-Bl. ex Tschou 1948 / 1949". Rennwald ist von der Idee der Konservierung des "Alno-Ulmion" unter diesen Umständen nicht überzeugt.
Mast (1999) empfiehlt die Ausweisung einer Alno-Ulmion-Basalgesellschaft. Für die Rote Liste ist diese wahrscheinlich entbehrlich, zumindest dann, wenn das Pruno-Fraxinetum als Zentralassoziation (mit "Mülleimer-Funktion") erhalten bleibt. Nur von wenigen Mitarbeitern akzeptiert wird das "Ribeso sylvestris-Alnetum glutinosae Lemée 1937 corr. Passarge 1958". Zumeist wird es als (subatlantische) Variante des Pruno-Fraxinetum interpretiert, z.T. aber auch zum Carici remotae-Fraxinetum oder zum Stellario nemorum-Alnetum glutinosae gestellt. Stete Kennarten fehlen ("Ribes sylvestris" wird meist als Ribes rubrum var. sylvestre aufgefaßt; das Taxon hat also keinen syntaxonomisch brauchbaren Rang und kann daher nicht als Kennart einer Assoziation gelten); als Zentralassoziation hat das Pruno-Fraxinetum Vorrang. Die Gesellschaft wird daher hier aufgelöst (und überwiegend zum Pruno-Fraxinetum gestellt). Dennoch soll erwähnt werden, was nach Seibert (1992) darunter zu verstehen ist: "Die Gesellschaft wurde unter sehr verschiedenen Namen beschrieben. Müller (1985) begründet eingehend die Richtigkeit der oben gewählten Bezeichnung und gibt eine ausführliche Beschreibung dieser Gesellschaft. Das Ribeso sylvestris-Fraxinetum ist eine bachbegleitende Auwaldgesellschaft, die in den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich verbreitet ist und auf die angrenzenden subatlantischen Gebiete Süddeutschlands, wie Oberrheinebene, Kraichgau, Neckar-, Main- und Taubergebiet übergreift. Er ersetzt hier das Pruno-Fraxinetum, das östlich anschließt, und übernimmt aus ihm im Grenzgebiet die sonst fehlende Traubenkirsche (Prunus padus). Durch Ribes rubrum var. sylvestre ist die Gesellschaft nur schwach charakterisiert, zumal diese namengebende Art nur mit geringer Stetigkeit auftritt. Leichter ist sie an ihrem Hochstauden-Reichtum zu erkennen, der für das Synonym Alno-Macrophorbietum den Anlaß gegeben hat ..."
Hier ebenfalls abgelehnt wird die von Seibert (1992) diskutierte "Carex remota-Alnus glutinosa-Gesellschaft", die Liepelt & Suck (1990) in der Hocheifel als Assoziation (Lysimachio nemori-Alnetum glutinosae) gefaßt haben. Diese Bach-Erlen-Eschenwälder quelliger Standorte oder Milzkraut-Erlen-Quellwälder vermitteln zwischen Erlen-Eschen- und Erlen-Bruchwäldern. Sie stellen zwar durchaus einen eigenen Typ dar, sind aber nicht durch Kennarten gekennzeichnet und können als quellige Ausbildungen verschiedenen Alno-Ulmion-, teilweise wohl auch Alnion-Gesellschaften gefaßt werden.
Gänzlich abzulehnen ist das "Luzulo sylvatici-Alnetum glutinosae" in der Roten Liste Niedersachsens von Preising et al. (1984). Walentowski meint dazu: "ich könnte mir vorstellen, daß diese Waldgesellschaft ebenso wie der "Fichten-Bachuferwald (Luzula sylvatica-Picea abies-Gesellschaft)" in das Circaeo-Alnetum glutinosae einzubeziehen ist". Mast geht davon aus, daß hier nicht alles zum Alno-Ulmion gehört, sondern Teile auch zu Entwässerungsstadien des Alnion.

 
XI ASS Alnetum incanae Lüdi 1921 Grauerlen-Auwald 3 - 2 3
  Myosotis palustris-Alnus incana-Gesellschaft (des Salicion albae) Grauerlen-Auenwald
Grauerlenwald
 
 

Die Hauptvorkommen der Gesellschaft liegen in den Alpen, wo sie gefährdet sind. Walentowski erläutert: "Formenreich! In Bayern Vorkommen der "Alpen-Variante" (Alpen, Alpenvorland bis hinab zur Donau) und der Vikariante des Bayerischen und Böhmerwaldes (v.a. hochmontane Vorkommen im Inneren Bayerischen Wald). Die Restvorkommen im Alpenvorland unterliegen einer starken Sukzessionstendenz zum Adoxo-Aceretum!" Hölzel kommentiert das Workshop-Ergebnis: "Im Alpenvorland mittelfristig stark gefährdet durch Verlust der Auendynamik, Sukzession zu Ahorn-Eschenwäldern!" Zahlheimer plädiert für Kategorie 3 im Hügel- und Bergland und Kategorie V für die Alpen.

Trotz einiger Bedenken mit hierher gestellt wird die "Myosotis palustris-Alnus incana-Ges. (des Salicion albae)", die von den allermeisten Mitarbeitern als eigenständige Ges. abgelehnt wird. Walentowski meldet: "Formenreich! in Bayern Vorkommen der "Alpen-Vikariante" ... und der Vikariante des Bayerischen und Böhmerwaldes ...". Er weist aber auch darauf hin, daß bei Alnus incana-Beständen grundsätzlich auf den Status der Art zu achten ist, da Alnus incana vielfach entlang von Bächen gepflanzt wird. Mast vermerkt: "Umfang und Kennartengarnitur bedürfen Revision. Im Tiefland generell fehlend, Status von A. incana muß beachtet werden!"

 
XI ASS Stellario nemorum-Alnetum glutinosae Lohmeyer 1957 Hainmieren-Schwarzerlenwald 3 2 3 -
    Schwarzerlen-Galeriewald  
 

Walentowskis Angabe aus Bayern gilt auch für andere Bundesländer: "Oft nur als sehr schmaler Galeriewald entlang von Silikatgebirgs-Bachläufen. Oft durch die unmittelbar angrenzende landwirtschaftliche Nutzung unmittel- oder mittelbar beeinträchtigt." Zahlheimer argumentiert entgegen: "Mit der heute vielerorts stattfindenden Verbreiterung der Gehölzstreifen an den Bächen und der Umwandlung standortfremder Erstaufforstungen in den Bachauen in standortgerechte in Ausbreitung begriffen. Im Hügelland daher allenfalls V."

zur Abgrenzung siehe Mast (1999): Archiv. naturwiss. Diss. 8

 
XI ASS Pruno-Fraxinetum Oberd. 1953 Traubenkirschen-Eschen-Auwald 3 2 3 -
  Alno glutinosae-Fraxinetum Mikyska 1943
Pruno padi-Fraxinetum Oberd. 1953
Pruno padi-Fraxinetum excelsioris Oberd. 1953
Pado-Fraxinetum Oberd. 1953
Alnetum glutinosae Issler 1926
Querco-Carpinetum filipenduletosum Tx. 1937
Querco-Carpinetum alnetosum Faber 1933
Querco-Carpinetum alnetosum Oberd. 1936
Piceo-Alnetum Rubner 1954
Ribeso sylvestris-Alnetum glutinosae Tx. et Ohba 1975
Ribo sylvestris-Alnetum glutinosae Lemée 1937 corr. Tx. 1975
Alno-Fraxinetum Oberd. 1949
Filipendulo-Alnetum Passarge 1968
Filipendulo-Fraxinetum Passarge 1968
Filipendulo-Fraxinetum (Lemée 1937) Passarge 1968
Alno-Ulmetum Passarge 1953
Carici remotae-Fraxinetum typicum sensu auct.
Traubenkirschen-Eschen-Auen-Wald
Schwarzerlen-Eschenwald
Schwarzerlen-Eschen-Auwald
 
 

Walentowski erläutert: "In Bayern weit verbreitet; viele Standorte sind wohl erst sekundär entstanden (einerseits aus Bruchwald, andererseits aus Auwald-Standorten), das Puno-Fraxinetum dürfte jedoch seinerseits vielfach durch die Umwandlung in (andere) Forste (z.B. Fichtenforst) bedroht sein, ebenso durch Siedlung (z.B. Sportplätze etc.)." Nach Türk fehlt die Gesellschaft in den Alpen, "gibt es aber im Alpenvorland, z.B. Innmoräne, Rotter Forst; hier 3!"
Der Workshop "Laubwald" kam zum Ergebnis: "besteht aus 2 Typen, davon ist ein Typ als Entwässerungsstadium von Alnetea-Gesellschaften anzusehen (bzw. geht aus Rubus idaeus-Alnus glutinosa-Gesellschaft hervor) und ist nicht gefährdet. Der 2. Typ wird als gefährdet eingestuft." Zahlheimer widerspricht der Einstufung: "Im Hügelland und in Deutschland keinesfalls Gef.St. 2! Im Hügelland nur V."

Dierßen, Ewald und Härdtle verweisen darauf, daß - zumindest bei sehr weiter Fassung der Assoziation - der Name "Alno glutinosae-Fraxinetum Mikyska 1943" Gültigkeit haben müßte. So schlägt Ewald vor: "m.E. sollten Pruno-Fraxinetum und Carici remotae-Fraxinetum (+ einige Mikroass.) im weitgefaßten Alno-Fraxinetum zusammengefaßt werden." So weit geht beim Zusammenfassen sonst kein Mitarbeiter. Um den in Mitteleuropa über viele Jahrzehnte hinweg geläufigen Namen nicht verwerfen zu müssen, wurde an einen Konservierungsvorschlag für das "Pruno-Fraxinetum" gedacht; Mast hält das aber für überflüssig und begründet: "Das Alno-Fraxinetum Mikyska ist meiner Ansicht nicht gültig beschrieben, da in der Originalveröffentlichung Mikyska die Ass. "Alno glutinosae-Fraxinetum stellarietosum nemori" nennt (er meint damit die gesamte Gesellschaft), was dem Stellario-Alnetum inhaltlich voll entspricht. Zudem unterscheidet Mikyska innerhalb des "Alno glutinosae-Fraxinetum stellarietosum nemori" ausdrücklich zwei Subassoziationen (Subass. von Crepis paludosa mit einer starken inhaltlichen Nähe zum Stellario nemori-Alnetum crepidetosum paludosae Lohm. 1957 und Subass. von Mercurialis perennis mit inhaltlichen Überschneidungen zum Pruno-Fraxinetum mercurialietosum, s. z.B. Dierschke et al. 1987 Tuexenia 7), so dass der Name insgesamt mit dem Anhängsel "stellarietosum nemori" als ungültig anzusehen ist".
Das Pruno-Fraxinetum wird nicht nur in vielen Arbeiten erwähnt, sondern auch von fast allen Mitarbeitern akzeptiert. Einige von ihnen verweisen darauf, daß die Assoziation nicht durch Kennarten gekennzeichnet ist, also nur als Zentralassoziation gefaßt werden kann. Im System von Mast (1999: Archiv naturw. Diss.) stellt sie den weitaus größten Teil der "Alno-Ulmion-Basalgesellschaft". Da für die Rote Liste soweit möglich auf Basalgesellschaften verzichtet werden soll, wird hier das Pruno-Fraxinetum aufrechterhalten; mit einbezogen wird dabei der ärmere Flügel des einst weit gefaßten Carici remotae-Fraxinetum.
Hierher gestellt wird - wenn auch nicht vollständig übereinstimmend - das Alno-Ulmetum Passarge 1953, in dessen Ablehnung als Assoziation alle Mitarbeiter außer Passarge zustimmten, und das Filipendulo-Alnetum glutinosae Passarge 1968. Das Circaeo-Alnetum glutinosae wird hingegen ausgeklammert.

 
XI ZEH Circaeo-Alnetum glutinosae Oberd. 1953 Hexenkraut-Schwarzerlenwald 3 2 3 -
  Fraxino-Alnetum glutinosae Matuszkiewicz 1952
Fraxino-Alnetum glutinosae Matuszkievicz 1952
Fraxino-Alnetum Matuszkievicz 1952
Piceo-Alnetum glutinosae Rubner 1954
Piceo-Alnetum glutinosae Rubner ex Oberd. 1957
Luzula sylvatica-Picea abies-Gesellschaft
   
 

Bushart meldet: "Mittelfränkische Vorkommen sind teilweise in einer deutlichen Grenzsituation zum Sphagno-Alnetum / Lysimachio nemorum-Alnetum. Stark gefährdet (2), weil meist überfichtet (was forstlich aber Unsinn ist, weil stark windwurfgefährdet, wird aber trotzdem immer wieder probiert)."

Das Circaeo-Alnetum glutinosae wird hier auf Drängen einer Vielzahl von Mitarbeitern dem Pruno-Fraxinetum unterstellt, für die Rote Liste aber doch als getrennte Einheit bewertet. Der ältere Name "Fraxino-Alnetum Matuszkiewicz 1952" wird von Walentowski und Scheuerer (2000) als "Circaeo-Alnetum fraxinetosum" interpretiert. Als Assoziationsnamen ist er zu verwerfen, da er ein jüngeres primäres Homonym zum "Alno glutinosae-Fraxinetum Mikyska 1943" (= Pruno-Fraxinetum) darstellt. Das Circaeo-Alnetum wird von den meisten Mitarbeitern abgelehnt und dem Pruno-Fraxinetum zugeordnet. Die zwei wohl besten Kenner der Gesellschaft in Deutschland, Ewald und Walentowski, betrachten die Gesellschaft als unbedingt selbständig. Walentowski & Scheuerer (2000) nennen Circaea intermedia als regionale Kennart und eine Reihe von Differentialarten, meist Bodensäurezeiger, als weitere kennzeichnende Arten.
Seibert (1992) schrieb zum Pruno-Fraxinetum: "... Eine ebenfalls arme Subassoziation ist das P.-F. violetosum palustris aus den höheren Lagen des Fichtelgebirges, dem die Traubenkirsche fast völlig fehlt. Einem Teil der Gesellschaft ist die Fichte beigemischt, weshalb die Autorin (Glenk-Geißendorf) ihn dem Piceo-Alnetum zuordnet. Auch der Höhenausbildung mit Aconitum vulparia gehören solche fichtenreichen Bestände aus dem Alpenvorland an, die von Rubner (1954) als Piceo-Alnetum benannt, später von Oberdorfer et al. (1967) wegen der in den Tabellen aufgeführten Circaea alpina dem baltischen Circaeo-Alnetum Oberd. 53 zugeordnet wurden. Wie Pfadenhauer (1969) feststellen konnte, handelt es sich in allen Beständen nicht um Circaea alpina sondern um C. intermedia, weshalb er diese Zuordnung verwirft und auch auf Grund der gesamten Artenkombination keinen Anlaß sieht, eine eigene Assoziation auszuscheiden. Die Eingliederung in eine eigene Aconitum vulparia-Höhenausbildung innerhalb der Chaerophyllum hirsutum-Form des Pruno-Fraxinetum scheint die Sonderstellung dieser Bestände genügend zu würdigen ..." Per Fußnote vermerkt der Herausgeber (Oberdorfer 1992) dazu: "Zweifellos zeigen die ostbayerischen Gesellschaften, die Rubner (1954) als Piceo-Alnetum beschrieben hat, enge strukturelle Beziehungen zum osteuropäischen Circaeo-Alnetum Oberd. 53 (Fraxino-Alnetum Matusz. 52). Sie sind deshalb bei Oberdorfer (1987) - als nach Westen vorgeschobene Vorkommen - als Circaea intermedia-Rasse zum Circaeo-Alnetum gestellt worden. Da es sich um eine Grenzsituation handelt, kann aber auch die hier vom Autor (Seibert) inzwischen vorgenommene Zuordnung zum Pruno-Fraxinetum vertreten werden."
Walentowski & Scheuerer (2000) schreiben jetzt: "Beim Hexenkraut-Schwarzerlenwald (Circaeo alpinae-Alnetum glutinosae) der Schöllnacher Bucht (Vorderer Bayerischer Wald) handelt es sich um den westlichen Ausklang des osteuropäisch-baltischen "nassen Fichten-Erlenauenwaldes". Nach eigenen Beobachtungen kommt die Waldgesellschaft auch im Inneren Bayerischen Wald (...), im oberbayerischen Alpenvorland (...), im Tertiärhügelland (...) und im Mittelfränkischen Becken (...) vor. Die nach Westen vorgeschobenen Vorkommen Ostbayerns, Mittelfrankens, Thüringens (Westhus et al. 1993, S. 21) und vermutlich auch des nordöstlichen Rheinischen Schiefergebirges (Süderbergland; Dinter 1990 sub "Myosotis-Erlenbruch") können als Circaea intermedia-Vikariante zum Circaeo-Alnetum gestellt werden (Oberdorfer 1992, S. 152). Physiognomie: Typischerweise handelt es sich um einen Fichten-Schwarzerlenwald ohne Esche, woher auch die von Rubner (1954) und Sokolowski (1980) gewählte Bezeichnung "Piceo- Alnetum glutinosae" resultiert ...".
Hier zugeordnet wird auch die "Luzula sylvatica-Picea abies-Gesellschaft". Walentowski vermerkt: "diesen Begriff darf man auf keinen Fall für einen Bachuferwald verwenden! Absoluter nomen ambiguum! (z.B. "Luzulo-Piceetum", Luzulo-Abietetum ...), kann evtl. zusammen mit der Luzula sylvatica-Alnus glutinosa-Gesellschaft in das Circaeo-Alnetum glutinosae (inkl. "Piceo-Alnetum glutinosae Rubner 1954") einbezogen werden." Mast schreibt zu diesem Piceo-Alnetum glutinosae Rubner 1954: "Mischassoziation", die z.T. zum Alnion gehört, z.T. zum Alno-Ulmion, vermutlich meist als Höhenform oder anthropogen beeinflußter Form den anderen Ges. zuzuordnen. Beschreibungen aus dem Thüringer Wald sind meist dem Torfmoos-Erlenbruch anzugliedern". Er lehnt das Circaeo-Alnetum grundsätzlich ab, da Circaea intermedia z.B. am Nordrand der Mittelgebirge z.T. hochstet in ganz anderen Waldgesellschaften auftritt.

 
XI ASS Carici remotae-Fraxinetum W. Koch 1926 ex Faber 1937 Winkelseggen-Erlen-Eschenwald 3 1 3 V
  Carici remotae-Fraxinetum W. Koch 1926
Carici remotae-Fraxinetum W. Koch 1926 ex Faber 1936
Equiseto telmateiae-Fraxinetum Oberd. 1957 ex Seibert 1987
Carex remota-Alnus incana-Gesellschaft
Carici remotae-Alnetum incanae Feldner 1978
Carici remotae-Fraxinetum typicum sensu auct.
Bach-Eschenwald
Bach-Eschen-Wald
 
 

Im Schwarzwald nach Wilmanns ungefährdet. Auch Zahlheimer sieht eine schwächere Gefährdung: "M. E. im Hügelland V, in den Alpen *". Ewald vermutet: "leichte Flächenzunahme auf ehemaligen Naßwiesen des Gebirgsraumes?"

Die Gesellschaft wird hier in der emendierten Form von Mast (1999) betrachtet. Sie umfaßt also nur die ehemalige Subassoziation mit Carex pendula, also den basenreichen Flügel der einst weiter gefaßten, in jener Form aber kennartenlosen Gesellschaft. Mast vermerkt dazu: "Es muss betont werden, dass die emendierte Fassung dem entspricht, was Koch und p.p. Faber beschrieben haben. Viele beziehen sich beim Carici-Fraxinetum auch auf Tüxen 1937, dessen Fassung zum guten Teil eine andere war (eben mit Carex remota als Kennart der Assoziation)".
Einbezogen sind das ehemalige "Equiseto telmateiae-Fraxinetum Oberd. 1957 ex Seibert 1987" und - als Höhenform - die "Carex remota-Alnus incana-Gesellschaft" (= Carici remotae-Alnetum incanae Feldner 1978). Raab bedauert: "Eine Einbeziehung des Equiseto-telmateiae-Fraxinetum in das Carici remotae-Fraxinetum ist zumindest in Bayern zu überdenken. Dieses ist gut charakterisiert und besiedelt auch andere Standorte (Quellnischen, -mulden), ohne zügiges Wasser."
Bushart meldet erhebliche Bedenken an: "Den Kommentaren ist zu entnehmen, dass das Ribeso sylvestris-Alnetum von den meisten Mitarbeitern für überflüssig erachtet wird, da es sich meist zwanglos entweder dem Carici remotae-Fraxinetum oder dem Pruno-Fraxinetum anschließen lässt. Das sah ich bisher auch so. Während meiner Geländearbeiten in Rheinland-Pfalz traf ich auf Bestände, die ich als Ribeso-Alnetum ansprach. Der spätere Tabellenvergleich ergab, dass sie problemlos im Carici remotae-Fraxinetum (bisheriger Auffassung) unterzubringen sind. Das Problem: sie sind NUR im Carici remotae-Fraxinetum typicum bisheriger Prägung unterzubringen. Wenn nach dem zitierten Vorschlag von Mast diese Gesellschaft in Zukunft nur noch den reicheren Flügel (Carici remotae-Fraxinetum caricetosum pendulae) enthalten soll, hängt nicht nur das bisherige Carici remotae Fraxinetum typicum in der Luft (wie berichtet), sondern auch die erwähnten Bestände des Ribeso-Alnetum sind nirgendwo sonst unterzubringen. Immerhin halte ich letzteres für gefährdet (BL 3), so dass es Eingang in eine Rote Liste der Pflanzengesellschaften finden sollte. Also was tun? Mein Vorschlag lautet, das Carici remotae-Fraxinetum in der bisher gebräuchlichen und bekannten Form (also NICHT in der von Mast emendierten Form) beizubehalten. Dann sind alle fraglichen Bestände enthalten, und sowohl auf das Ribeso-Alnetum als auch auf die Carex remota-Alnus-Gesellschaft kann getrost verzichtet werden. Aber NUR dann!"

 
XI ASS Querco-Ulmetum Issler 1924 Eichen-Ulmen-Auwald 1 1 1 -
  Querco-Ulmetum minoris Issler 1924
Fraxino-Ulmetum Tx. 1952
Fraxino-Ulmetum (Tx. 1952) Oberd. 1953
Fraxino-Ulmetum campestris-effusae (Tx. 1952) Oberd. 1953
Crataego-Ulmetum minoris
Crataego-Ulmetum laevis
Violo odoratae-Ulmetum
Ficario-Ulmetum
Crataego-Quercetum
Sambuco-Ulmetum minoris Passarge 1953
Carpino betuli-Ulmetum glabrae Hofmann 1960
Carpino-Ulmetum glabrae Hofmann 1960
Carpino-Ulmetum scabrae Hofmann 1960
Carpino-Ulmetum carpinifoliae Passarge 1953
Ulmo-Carpinetum Bogenrieder et Hügin 1978 non Passarge 1953
Equisetum hyemale-Quercus robur-Bestand des Alno-Ulmion
Quercus robur-Auenwald
Eichen-Ulmen-Auen-Wald
Eichen-Ulmenwald
Mitteleuropäischer Eschen-Ulmen-Eichen-Auwald
Hartholzaue
 
 

Zahlheimer widerspricht der Einschätzung des Workshops "Laubwald": "Auf keinen Fall im Hügelland und in Deutschland Gef. St. 1, sondern 2." Einige Einzelstimmen:
Bettinger (Saarland): "ehemals an Saar und Mosel verbreitet, durch Flußkorrekturen (Saarausbau) und Zersiedlung fast vollständig verschwunden, nur noch Reliktvorkommen an Mittlerer Prims".
Himmler (Pfalz); "Rückgang ist zum Stillstand gekommen, aber schleichende Degradierung durch Verändrung des Wasserregimes (Leinpfad!), Ausbreitung von Esche und Forstahornen. Nahezu völliger Verlust der tiefen Hartholzaue".
P. Schmidt: "Rückgang liegt überwiegend schon im Zeitraum von vor > 50 Jahren (Flußausbau, -regulierung, landwirtschaftliche Nutzung der Auen usw.); zusätzl. Gefährdungsfaktor: Ulmensterben; im benachbarten Sachsen-Anhalt (Mittlere Elbe) auch Etablierung".
Walentowski (Bayern):"Aufgrund drastischer, mit Ausbau- und Begradigungsmaßnahmen einhergehender Standortsveränderungen in den großen Flußtälern, nachfolgender land- und forstwirtschaftlicher Nutzungsintensivierungen, Ausweitung von Siedlung und Verkehr, Abbau etc. in den letzten 150 Jahren stark zurückgedrängt. Restvorkommen vielfach mit Sukzessionstendenz zum Adoxo-Aceretum."

Das Querco-Ulmetum gehört zu den wenigen, von unseren Mitarbeitern uneingeschränkt akzeptierten Gesellschaften. Für die östlichen Bundesländer kommentiert Passarge: "außerdem im N: Crataego-Ulmetum minoris (Elbe) und Crataego-Ulmetum laevis (Oder)". Beide Einheiten werden - mangels Kennarten - hier mit zum Querco-Ulmetum gestellt, ebenso ein Schwarm weiterer ulmenreicher Auwald-Gesellschaften oder - als Fragmente - der "Equisetum hyemale-Quercus robur-Bestand des Alno-Ulmion" und der "Quercus robur-Auenwald" (in Trautmann et Lohmeyer 1960; Knopp 1987). Besonders zu erwähnen ist das Ulmo-Carpinetum Bogenrieder et Hügin 1978 non Passarge 1953. Es besiedelt frische bis mäßig trockene, basen- bzw. kalkreiche Auenlehme mit sporadischer Überflutung am mittleren und südlichen Oberrhein (anthropogene Galio-Carpineten?).

 
XI VRB Carpinion betuli Issler 1931 Eichen-Hainbuchen-Wälder        
  Carpinion betuli Issler 1931 em. Oberd. 1953
Carpinion betuli Issler 1931 em. Oberd. 1957
Pulmonario-Carpinenion betuli Oberd. 1957
Galio sylvatici-Carpinenion betuli Oberd. 1957
Tilio cordatae-Carpinenion betuli Oberd. 1957
Carpino-Ulmetum carpinifoliae Passarge 1953
Carpino-Ulmetum minoris Passarge 1953
Carpino-Ulmetum minoris Passarge 1953 em. Schubert 1995
Carpino-Ulmetum scabrae Hofmann 1960
Carpino betuli-Ulmetum glabrae Hofmann 1960
Carpino-Ulmetum glabrae Hofmann 1960
Fagus sylvatica-Alnus glutinosa-Bestand
Ulmus minor-Carpinus betulus-Mittelwald-Bestand
Cypripedium calceolus-Carpinus betulus-Mittelwald
   
 

Die synsystematische Stellung und Gliederung der mitteleuropäischen Eichen-Hainbuchenwälder war und ist umstritten. Heinken schreibt zum Carpinion betuli: "Im Prinzip ist der gesamte Verband für Deutschland fraglich (s. Zacharias 1996), sollte aber (vorerst) beibehalten werden, weil erstens eine umfassende Neubearbeitung der Fagetalia fehlt und zweitens Eichen-Hainbuchenwälder gut erkennbar und damit für die Rote Liste gut zu bewerten sind." Auf die Gliederung des Verbandes in Unterverbände (Pulmonario-Carpinenion betuli, Galio sylvatici-Carpinenion betuli, Tilio cordatae-Carpinenion betuli) kann hier verzichtet werden.
Unter großem Vorbehalt zum Carpinion gestellt, aber nicht als Assoziation akzeptiert wird hier das "Carpino-Ulmetum minoris Pass. 1953 em. Schubert 1995". Schubert et al. (1995) lassen es als dritte Assoziation im Carpinion gelten. Sie schließen dabei das "Carpino-Ulmetum glabrae Hofmann 1960" mit ein. Es handelt sich um "Ulmenreiche Hainbuchenwälder auf erosionsgefährdeten Hangschultern und Oberhängen mit oft unreifen aber nährstoffreichen Böden. Die Strauchschicht ist meist üppig entwickelt. In der Feldschicht viele stickstoffliebenden Pflanzen." Wallnöfer et al. (1993) stellen beide Gesellschaften ins "Aceri-Carpinetum Klika 1941" und mit diesem in die "Linden- und Hasel-reiche Gesellschaftsgruppe" des Tilio platyphylli-Acerion pseudoplatani Klika 1955. Vom Standort her stellt sich die Gesellschaft ganz als Schutthang- und Blockwald dar, wahrscheinlich wurden die Hainbuche und andere Carpinion-Arten hier anthropogen gefördert. Unabhängig von der Akzeptanz dieser Gesellschaft für die Deutschlandliste gilt: "Als Schutzwälder von großer ökologischer Bedeutung. Selten geworden, gefährdet (Schubert et al. 1995).
Als singuläre Erscheinungen betrachtet und für die Bundesliste abgelehnt werden "Fagus sylvatica-Alnus glutinosa-Bestand", "Ulmus minor-Carpinus betulus-Mittelwald-Bestand" und "Cypripedium calceolus-Carpinus betulus-Mittelwald".

 
XI ASS Stellario-Carpinetum Oberd. 1957 Sternmieren-Eichen-Hainbuchen-Wald 3 2 3 -
  Stellario-Carpinetum betuli (Tx. 1930) Oberd. 1957
Stellario holosteae-Carpinetum betuli Oberd. 1957
Stellaria holostea-Carpinus-Fagion-Gesellschaft
Querco-Carpinetum mogontiacense Knapp 1960
Querco-Carpinetum planare Oberd. 1952
Querco-Carpinetum Tx. 1937
Querco-Carpinetum medioeuropaeum Tx. 1937
Lathraeo-Carpinetum (Markgraf 1922) Scamoni et Passarge 1959
Cardamine pratensis-Carpinus betulus-Gesellschaft
Ilex-Carpinus betulus-Gesellschaft
Filipendulo-Carpinetum Schubert 1972
Dactylido-Carpinetum Hofmann 1959
Stachyo-Carpinetum Tx. 1930
Stachyo-Carpinetum (Tx. 1930) Passarge 1968
Carpini-Fraxinetum Dierßen 1988
   
 

Bushart nimmt Stellung zum Ergebnis des Workshops "Laubwald": "Stellario-Carpinetum: ich plädiere im Bergland ebenfalls für Gefährdungsstufe 2 (und damit bundesweit ebenso). Natürliche Standorte sind hier deutlich seltener als im Flachland, aber wegen der relativen Standortsgunst ebenso oft landwirtschaftlich genutzt. Bei realen Eichen-Hainbuchenwäldern handelt es sich nicht unbedingt um Stellario-Carpineten, sondern sehr oft um wirtschaftsbedingte Eichen-Hainbuchen-Fazies von Buchenwäldern."

Wie der Carpinion-Verband überhaupt, sind auch sämtliche Gesellschaften keineswegs unumstritten. Flintrop / Nowak möchten das klassische Stellario-Carpinetum am besten ganz verschwinden lassen: "Korrekt: Stellaria holostea-Carpinus-Fagion-Gesellschaft. Die Gesellschaft hat keine Kennart und gehört floristisch ins Fagion!" Da die synsystematische Neubearbeitung der Fagetalia für Deutschland noch aussteht, soll diesem tiefgreifenden Vorschlag (noch) nicht gefolgt werden.
Aus überregionaler Sicht nicht als eigenständige Einheit betrachtet wird hier die "Cardamine pratensis-Carpinus betulus-Gesellschaft", die zwischen Alno-Ulmion und Stellario-Carpinetum vermittelt. Hier einbezogen wird schließlich das "Carpino-Fraxinetum Dierßen 1988". Dierßen (1988) führt in seiner Roten Liste als Synonym für das neu zu beschreibende "Carpino-Fraxinetum" das "Querco-Carpinetum stachyetosum". Der Autor sieht in seiner Gesellschaft Auwälder auf reichen Mullböden in fast ebener Lage, in denen die (Stau-)Nässezeiger zurücktreten und zu den Eschen und Erlen auch Hainbuchen und sogar Buchen treten. Wir möchten entsprechende Bestände mit Pott (1995) und anderen Autoren beim Stellario-Carpinetum stachyetosum belassen.

 
XI ASS Galio-Carpinetum Oberd. 1957 Waldlabkraut-Eichen-Hainbuchen-Wald 3 3 3 -
  Querco-Carpinetum submontanum Oberd. 1952
Querco-Carpinetum Tx. 1937
Querco-Carpinetum medioeuropaeum Tx. 1937
Poa chaixii-Carpinetum Oberd. 1957
Selino-Quercetum Meusel et Niemann 1971
Carex alba-Quercus robur-Gesellschaft
Carici-Tilietum cordatae Th. Müller et Görs 1958
Querco-Carpinetum collinum Oberd. 1952
Tilio-Carpinetum Traczyk 1962
Polytricho-Carpinetum Scamoni 1959
Elsbeeren-Eichen-Hainbuchen-Wald  
 

In Deutschland meist anthropogen bedingte Ersatzgesellschaften von Buchenwäldern, vor allem Hordelymo-Fagetum und Carici-Fagetum. Mit allen Übergängen zu diesen. Von daher - wie der ganze Carpinion betuli-Verband - als selbständige Gesellschaft im Gebiet umstritten. Flintrop / Nowak schließen daraus: "Korrekt: Galium sylvaticum-Carpinus-Cephalanthero-Fagion-Gesellschaft. Die Gesellschaft hat keine Kennart und gehört floristisch ins Cephalanthero-Fagion!" Da die synsystematische Neubearbeitung der Fagetalia für Deutschland noch aussteht, soll diesem tiefgreifenden Vorschlag (noch) nicht gefolgt werden. Ausdrücklich hingewiesen sei aber auf eine Notiz von Türk: "Galio-Carpinetum: Natürlich gibt es Vorkommen, wo die Ass. sogar relativ großflächig die pnV bildet, z.B. im Unter- und Mittelfränkischen Trockengebiet auf Gipskeuper (azonale Standorte mit Pelosolcharakter)!"
Hier einbezogen werden aus dem Gebiet vorliegende Angaben zum Tilio-Carpinetum Traczyk 1962. Heinken kommentiert: "streichen! ost-mitteleuropäische Regionalassoziation außerhalb des Buchen-Areals. Die als Tilio-Carpinetum beschriebenen Bestände d. Mitteldeutschen Trockengebietes gehören zum Galio-Carpinetum". Ebenfalls hier einbezogen wird - mit Vorbehalt - das (nicht gültig beschriebene) Polytricho-Carpinetum Scamoni 1959. Zumindest teilweise wäre es wohl besser zum Quercion roboris zu stellen.
Das Carici-Tilietum cordatae wird hier ebenfalls (schon wegen fehlender Kennarten) gestrichen. Die Gesellschaft wird hier aufgelöst und zwischen Galio-Carpinetum und Quercetum pubescenti-petraeae aufgeteilt. Müller (1992) argumentierte allerdings dagegen: "Der Eichen-Lindenwald ist durch Kennarten im strengen Sinn nur schwach charakterisiert. Oberdorfer hat deshalb am Assoziationsrang Zweifel gehegt und hat die Frage aufgeworfen, ob der eine oder andere Bestand nicht zwangloser dem Quercetum pubescenti-petraeae, dem Galio-Carpinetum oder auch (in den Auen) dem Querco-Ulmetum zugeordnet werden könnte. Müller dagegen sieht darin ein Auseinanderreißen einer in sich geschlossenen Gesellschaft, die zwar eindeutig noch zum Galio-Carpinenion, aber nicht zum Galio-Carpinetum gehört. Herrschende Baumarten sind die Eichen und mitwüchsig die Winter-Linde, die hier eine erstaunliche Vitalität aufweist ... Beim Eichen-Linden-Wald handelt es sich um eine ausgesprochen thermophile, Trockenheit ertragende Waldgesellschaft ... Der Wald besiedelt ausgesprochen steile Hänge in südlicher Exposition und "umgibt gürtelartig den Flaumeichenbuschwald" (Hügin 1979) der noch extremeren Standorte, so im Kaiserstuhl, am Isteiner Klotz und Grenzacher Horn. An anderen Stellen besiedelt er steile, trockenwarme Schotterterrassen, so am Hochrhein und im östlichen Bodenseegebiet (Argental). "Die Besonderheit dieses Waldtyps besteht nicht in der Seltenheit der einzelnen Arten, sondern in der eigentümlichen Artenverbindung. Es handelt sich um eine Pflanzengesellschaft, die wegen ihrer Seltenheit bis jetzt noch ziemlich unbekannt ist und erst in den letzten Jahren als eigenständige Waldgesellschaft erkannt wurde. Wahrscheinlich ist der Weißseggen-Eichen-Lindenwald eine wärmezeitliche Reliktgesellschaft. Ihre Erfassung und Erforschung steht noch am Anfang, so daß jeder Einzelbestand dringend benötigt wird" (Bundesanstalt f. Vegetationskunde, Naturschutz und Landschaftspflege 1973) ... An das Carici-Tilietum können auch Entwicklungsstadien der trocken gewordenen Alluvialauen des Oberrhein- und Argentales angefügt werden." Hier angeschlossen wird die kennartenlose Carex alba-Quercus robur-Gesellschaft von Bogenrieder und Hügin (1978), die genausogut zu den Quercetalia pubescentis gestellt werden könnte. Reif schreibt dazu: "das ist das Carici albae-Tilietum cordatae; bzw. Sukzessionsstadium des früheren Hartholz-Auwaldes dorthin". Die einzige Angabe aus dem Tiefland stammt von Passarge (Kategorie 2); Dierßen und Reif bewerten die Bestände der südbadischen Trockenaue übereinstimmend mit R. Klotz notiert beispielhaft: "Nicht in Ostdeutschland! ob überhaupt?"

 
XI VRB Tilio platyphylli-Acerion pseudoplatani Klika 1955 Hang- und Schluchtwälder        
  Tilio-Acerion Klika 1955
Tilienion platyphylli (Moor 1975) Th. Müller in Oberd. 1992
Lunario-Acerenion pseudoplatani (Moor 1973) Th. Müller in Oberd. 1992
Deschampsio flexuosae-Acerenion pseudoplatani Th. Müller in Oberd. 1992
Dryopteris dilatata-Acer pseudoplatanus-Gesellschaft
Deschampsio cespitosae-Aceretum pseudoplatani Bohn 1984
Deschampsia flexuosa-Acer pseudoplatanus-Gesellschaft
Juniperus sabina-Taxus-Steilhangwald
Schutthang-, Schlucht- und Blockwälder
Linden-Ahorn-Schluchtwälder
Edellaubbaum-Mischwälder, Linden-Ahornwälder, Sommerlinden-, Bergulmen- und Bergahorn-Mischwälder
 
 

Auf die Einteilung in Unterverbände (Tilienion platyphylli, Lunario-Acerenion pseudoplatani, Deschampsio flexuosae-Acerenion pseudoplatani) kann und soll hier verzichtet werden. Siehe hierzu auch die Diskussion der Clematis vitalba-Corylus avellana-Gesellschaften beim Berberidion. Besonders weit auseinander gehen die Vorstellungen darüber, wie die Gesellschaften im Lunario-Acerenion pseudoplatani zu fassen sind. Hier stehen mehrere Dutzend Assoziationsnamen zur Verfügung, die eine große Standortsvielfalt repräsentieren, die aber allesamt ohne gute Kennarten bleiben. Konsequenterweise könnte man alles zu einem einzigen sehr weit gefaßten Aceri-Fraxinetum zusammenfassen, was aber der Vielfalt und Eigenart der Einheiten überhaupt nicht entspricht.
Wallnöfer et al. (1993) akzeptieren für Österreich 10 Assoziationen der "Ahorn-reichen Gesellschaftsgruppe" des Tilio-Acerion. 6 dieser Assoziationen kommen auch in Deutschland vor: Corydali cavae-Aceretum pseudoplatani Moor 1938, Carici pendulae-Aceretum pseudoplatani Oberd. 1957 [= Adoxo-Aceretum pseudoplatani Passarge 1960], Scolopendrio-Fraxinetum Schwickerath 1938, Lunario-Aceretum pseudoplatani Richard ex Schlüter in Grüneberg et Schlüter, Arunco-Aceretum Moor 1952 und Ulmo-Aceretum pseudoplatani Beger 1922). Eine weitere kommt hier dazu: Sorbo ariae-Aceretum pseudoplatani Moor 1952.
Da hier die meisten (keineswegs alle!) Mitarbeiter die Zusammenfassung von Corydali cavae-Aceretum pseudoplatani Moor 1938, Scolopendrio-Fraxinetum Schwickerath 1938, Lunario-Aceretum pseudoplatani Richard ex Schlüter in Grüneberg et Schlüter und Arunco-Aceretum Moor 1952 zu einem Fraxino-Aceretum pseudoplatani W. Koch ex R Tx. 1937 begrüßen, soll sie hier auch vorgenommen werden. Sorbo ariae-Aceretum pseudoplatani Moor 1952, Ulmo-Aceretum pseudoplatani Beger 1922 und Adoxo-Aceretum pseudoplatani Passarge 1960 (non Carici pendulae-Aceretum pseudoplatani Oberd. 1957) werden vorläufig als eigenständige Assoziationen akzeptiert. Für alle drei gibt es allerdings auch Vorschläge, sie ins Fraxino-Aceretum einzubeziehen.
Die von Bohn 1981 vorgeschlagene "Dryopteris dilatata-Acer pseudoplatanus-Gesellschaft" wird teilweise akzeptiert, als Fragmentgesellschaft soll sie aber nicht in Standardliste und Rote Liste aufgenommen werden. Gleiches gilt für das "Deschampsio cespitosae-Aceretum pseudoplatani Bohn 1984", eine Gesellschaft (wechsel)feuchter, saurer, nährstoffarmer, sandig-lehmiger bis lehmiger, oft grus-, stein- und blockhaltige Böden an Hängen, Hangmulden, Sätteln und in Täler in montanen Mittelgebirgslagen von Westerwald, Vogelsberg und Rhön (Harz?).
Für die überregionale Liste ebenfalls abgelehnt wird die "Deschampsia flexuosa-Acer pseudoplatanus-Gesellschaft" von Klauck (1987). Meist sieht man in ihr ein Fragment des Tilio-Acerion, Schuhwerk gibt aber zu bedenken: "würde ich aber nach der Tabelle in Oberd. 4 (316/5) ins Luzulo-Fagion umordnen. Für Tilio-Acerion-Zuordnung reicht Acer pseudoplatanus alleine keinesfalls aus!"
Walentowski berichtet aus Bayern: "Bisher wenig Daten aus Bayern (einzelne Aufnahmen z.B. bei Scheuerer 1991). In der montanen bis hochmontanen Stufe des Bayerischen Waldes auf sauren Block-Humusböden in kühl-feuchter Mittelgebirgslage als Ausklang des Tilio-Acerion gegen das Piceion aber des öfteren zu erwarten. Nicht gefährdet."
Der "Juniperus sabina-Taxus-Steilhangwald" in der Roten Liste von Vorarlberg (Grabherr 1986) kommt in Deutschland wohl nicht vor und gehört vielleicht auch gar nicht hierher, sondern als Ausbildung zum Seslerio-Fagetum.

 
XI ASS Aceri-Tilietum platyphylli Faber 1936 nom. conserv. propos. Spitzahorn-Sommerlinden-Wald V - V R
  Tilio-Aceretum Faber 1936
Aceri-Tilietum Faber 1936
Aceri-Tilietum Faber 1936 ex Tx. 1952
Aceri platanoidis-Tilietum platyphylli Faber 1936
Aceri platanoidis-Tilietum platyphylli Faber 1936 ex Tx. 1952
Sorbo ariae-Aceretum pseudoplatani Moor 1952
Aceri-Tiletum myrtilletosum Oberd. 1992
Querco petraeae-Tilietum platyphylli Rühl 1967
Poo nemoralis-Tilietum cordatae Firbas et Sigmond 1928
Asperulo (odoratae)-Tilietum Keller 1974
Cynancho-Tilietum Winterhoff 1962
Vincetoxico-Tilietum platyphyllis Winterhoff 1962
Spitzahorn-Linden-Wald  
 

Nach Scheuerer im Hügel- und Bergland durch "Verfichtung" deutlich rückläufig und daher besser Kategorie V. Nach Türk hier und für Deutschland sogar Kategorie 3. Himmler schreibt zu Rheinland-Pfalz: "Sehr selten; wird von Robinien durchsetzt, auch Eutrophierung durch die Luft wirkt sich aus (-> Brombeeren)." Sonst vielfach für ungefährdet gehalten. Nach Ewald und Hölzel tritt die Gesellschaft in den Alpen nur sehr kleinflächig am Kochelsee und an Südhängen im Berchtesgadener Land, und muß dort mit "R" eingestuft werden. Bushart meldet: "Aceri-Tilietum: die Einbeziehung des Querco-Tilietum ist vor allem angesichts der Tatsache zu akzeptieren, dass eine ausreichende Gefährdungseinschätzung mangels flächendeckender Daten nicht möglich ist. Querco-Tilietum in Rheinland-Pfalz R oder G. Aceri-Tilietum im Berg-/Hügelland V, in den Alpen R (ausschließlich Berchtesgadener Land), insgesamt V."
Walentowski schreibt zum "Querco petraeae-Tilietum platyphylli": "Kleinflächig auf Sonderstandorten (Steinschutt- und Blockhalden aus silikatischen Gesteinen ud Keupersandsteinen) in warmen u. niederschlagsärmeren submontanen Lagen. In Bayern v.a. im Frankenwald (tief eingeschnittene Kerbtäler !), in der Rhön (z.B. Basaltblockhalde am Bauersberg) und im Fränkischen Keuper-Lias-Land (Rätschluchten)."

Das Aceri-Tilietum wird von den Mitarbeitern weitgehend als Assoziation akzeptiert. Nur Mast lehnt die Gesellschaft ab mit dem Hinweis: "gehört zum Fraxino-Aceretum". Müller (1992) führt neben dem Aceri-Tilietum noch das Querco petraeae-Tilietum platyphylli