Rote Listen: Geschichte, Konzepte und Umsetzung sowie alternative Ansätze*  
 

Christian Köppel

[als Fußnote: *Der Beitrag ist in Teilen folgender Arbeit entnommen: Doczkal, D., E. Rennwald & C. Köppel: Rote Listen: Geschichte, Konzepte und Umsetzung. - In: Köppel C., E. Rennwald & N. Hirneisen (Hrsg. 1998[1999]): Rote Listen auf CD-ROM. Vol. 1/1: Mitteleuropa. - Verlag für interaktive Medien, Gaggenau.

1. Einführung
Rote Listen sind wissenschaftliche Fachgutachten über den Zustand der Natur. Sie dokumentieren das aktuelle Ausmaß der Gefährdung von Pflanzen- und Tierarten bzw. deren Lebensräumen (UPPENBRINK 1996). Ihre Idee ist die Reduzierung der komplexen Gefährdungssituation einer Art auf ein einfaches Klassifizierungsschema. Sie sind seit über 20 Jahren einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Ihr Erfolg zeigt sich an der kaum noch zu überblickenden Zahl publizierter Roter Listen. Bei den Recherchen für die "Rote Liste CD-ROM" (KÖPPEL et al. 1998[1999]) stießen die Herausgeber im deutschsprachigen Raum auf rund 2.000 publizierte Rote Listen!

2. Zur Geschichte der Roten Listen
Rote Listen wurden zuerst (ab 1966) von der IUCN unter dem Namen "Red Data Book" später auch "Red List" veröffentlicht. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) wurde 1948 gegründet. Sie ist eine weltweit arbeitende Organisation mit Sitz in Gland/Schweiz. Das Erscheinen des Red Data Book 5 im Europäischen Naturschutzjahr 1970 lenkte erstmals die Aufmerksamkeit zahlreicher Botaniker und Zoologen sowie einer breiten Öffentlichkeit auf das Problem eines rasanten Artenrückgangs (RAUSCHERT et al. 1978).

In Deutschland waren die Arbeiten von KREH (1951), DROST (1966) und ERZ (1967) Vorläufer Roter Listen im heutigen Sinne (Hinweise auf das Verschwinden von Arten gibt es zahlreich bereits in früheren Veröffentlichungen). Es handelte sich um kommentierte Verzeichnisse gefährdeter Pflanzen- bzw. Vogelarten mit Schutzanweisungen. Die erste - auch als solche bezeichnete - Rote Liste des deutschen Sprachraums veröffentlichte die DEUTSCHE SEKTION DES INTERNATIONALEN RATES FÜR VOGELSCHUTZ (DS/IRV) (1971). Davon angeregt wurde schon kurz darauf eine Rote Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen der BRD in Angriff genommen (LOHMEYER et al. 1972, SUKOPP 1972, 1974). Innerhalb weniger Jahre erschienen weitere Rote Listen über Pflanzen und verschiedene Tiergruppen (v.a. über Vögel), die sich räumlich entweder auf ein Bundesland oder einen Staat bezogen. Mit nur geringer Verzögerung erschienen Rote Listen auch in der DDR (ab 1976), in der Schweiz (ab 1977), in Österreich (ab 1977), deutlich später auch in Liechtenstein (ab 1984) und erst neuerdings in Südtirol (1994).
Die erste umfassende Übersicht der in der BRD gefährdeten Tiere und Pflanzen wurde 1977 veröffentlicht (BLAB et al. 1977). Deren 1984 erschienene vierte Auflage hat dem Rote Liste-Instrument endgültig zum Durchbruch verholfen.

Zunächst gab es viele unterschiedliche Ansätze. Später orientierten sich die meisten Roten Listen an der Vorgabe von BLAB et al. (1977) bzw. BLAB et al. (1984). Dabei wurden häufig die Definitionen der Kategorien abgewandelt und die Einstufungen standen oft nicht in Einklang mit den Definitionen. Seit einigen Jahren gibt es einen Trend zur Vereinheitlichung und "Objektivierung" Roter Listen. Vor allem die Ansätze der IUCN (1994) und von SCHNITTLER et al. (1994) bzw. SCHNITTLER & LUDWIG (1996) sind wegweisend. Ein Ende der konzeptionellen Entwicklung Roter Listen ist noch nicht erreicht.
Während in der Schweiz und Österreich manche Rote Listen Rechtskraft haben, sind sie in den anderen deutschsprachigen Ländern nicht rechtsverbindlich.
Im Gegensatz zur Bundesrepublik Deutschland (West) war in der DDR die Entstehung der ersten Roten Liste zentral koordiniert und beruhte auf einer Folge hierarchischer Arbeitsschritte. Die Kategorien wurden statt mit Zahlen durch Serien von Ausrufezeichen dargestellt (Abb. 1). Im Gegensatz zur alten BRD wurde in den Roten Listen der DDR weder das Ausmaß noch die Geschwindigkeit des Rückgangs zur Einstufung verwendet, sondern nur die "bedrohliche Kleinheit des verbliebenen Restes".

Definition BRD DDR
Ausgestorben 0 +
Verschollen 0? +?
Vom Aussterben bedroht 1 !!!
Stark gefährdet 2 !!
Gefährdet 3 !
Potentiell gefährdet 4 (!!!), (!!), (!)

Abb. 1: Vergleich der Kategorien-Symbole in den Roten Listen der alten BRD und der DDR.

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands erschienen folgende Rote Listen: Wirbeltiere (NOWAK et al. 1994), Biotoptypen (RIECKEN et al. 1994), marine Gebiete (MERCK & NORDHEIM (1996) [1997], NORDHEIM & MERCK 1995, NORDHEIM et al. 1996), Pflanzen (BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ 1996) und aktuell Tiere (BINOT et al. 1998).
Die erste umfassende Rote Liste gefährdeter Tiere Österreichs erschien 1983 (GEPP 1983), nachdem bereits einige regionale Rote Listen vorlagen, z.B. für die Steiermark (GEPP 1981b). Die Bundes-Liste der Tierarten wurde seither mehrfach neu aufgelegt (zuletzt 1994) und einer Neubearbeitung unterzogen. Das Kategorien-System ist eng an das von BLAB et al. (1977, 1984) vorgeschlagene angelehnt, mit nur marginalen Änderungen der Formulierungen. Bemerkenswert ist, daß bei GEPP (1983) bereits Zusatzinformationen zu Gefährdungsursachen, Vorkommen in den einzelnen Bundesländern sowie chorologische Eigenschaften (Arealdynamik, Endemiten, etc.) berücksichtigt sind. Die Neubearbeitung enthält eine Kategorie "5" = "Ungenügend erforscht (IUCN: insufficiently known)". Für die Pflanzen erschien eine erste Rote Liste 1986 (NIKLFELD 1986, eine Neubearbeitung wird in Kürze erscheinen), für einzelne Bundesländer bereits ab 1978, z.B. für das Burgenland (TRAXLER 1978).
Für die Autonome Provinz Bozen-Südtirol erschien eine erste Rote Liste gefährdeter Tierarten 1994. Diese ist ganz im Stil der Roten Liste für Österreich gehalten, was nicht zuletzt am Projektleiter (J.GEPP, 1994) liegt. Eine Rote Liste der Pflanzen steht noch aus.
In der Schweiz erfolgte bei den botanischen Roten Listen (Z.B. LANDOLT 1991) eine Anlehnung an das Kategoriensystem der IUCN, während die zoologischen Roten Listen das System von BLAB et al. (1984) verwenden. Die offiziellen Roten Listen der Schweiz werden vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) herausgegeben und haben durch Art. 14 Abs. 3 der Verordnung vom 16. Januar 1991 über den Natur- und Heimatschutz Rechtskraft. In der Einleitung zur Roten Liste (BUWAL 1994) ist zu lesen: "Gewisse Rote Listen sowie bestimmte Rote Liste-Arten geniessen einen qualifizierten rechtlichen Schutzstatus, der über denjenigen von Artikel 14 Absatz 3 NHV hinausgeht. In der Fischereiverordnung (Artikel 5 und Anhang 1) sind die in der Roten Liste der Fische und Rundmäuler aufgeführten Arten als gefährdet bezeichnet; die Kantone sind verpflichtet, die erforderlichen Massnahmen zu deren Lebensraumschutz zu ergreifen (Artikel 5 Absatz 2 des Fischereigesetzes). Rote Liste-Arten, die zu den Vögeln, Raubtieren, Paarhufern oder Hasenartigen gehören, sowie der Biber, unterstehen dem Schutz des Jagdgesetzes ...".
Im Fürstentum Liechtenstein lehnen sich die Gefährdungskategorien bei den Pflanzen an die Roten Listen des Europarates (also an die der IUCN, wie sie in der Botanik auch in der Schweiz verwendet wurden) an. Bei BROGGI & WALDBURGER (1984) wird zusätzlich eine Liste alpiner Pflanzenarten angeführt, die im Talraum reliktisch auftreten. Die Rote Liste der Orchideen von RHEINBERGER & RHEINBERGER (1991) versucht anhand von 9 Parametern die Erstellung einer "objektiven" Roten Liste. Ansonsten gibt es auch in Liechtenstein eine große Vielfalt bei der Verwendung der Kategorien der Roten Listen.

Die Anfänge der Roten Listen liegen in einer Zeit, als der Naturschutz noch einen weit schlechteren Stand hatte als heute. Zunächst galt es, das Problem der zunehmenden Ausrottung von Arten in das öffentliche Bewußtsein zu bringen. Dieses Ziel haben die Roten Listen erreicht.
Außerdem haben sie zu zahlreichen Erfassungsprojekten angeregt, welche die Kenntnis der heimischen Fauna und Flora stark erweitert haben.
Heute dienen Rote Listen mehr der konkreten Bewertung von Landschaftsausschnitten oder der Auswahl prioritärer Arten für Artenhilfsprogramme und vieles mehr.
War es zunächst nicht so wichtig, ob die einzelnen Arten richtig eingestuft waren, kommt es jetzt auf eine Steigerung der fachlichen Qualität, insbesondere der korrekten Einstufung möglichst aller Arten an. Dieser Bedeutungswandel hat die Weiterentwicklung der Konzeption zur Folge.
Seit einigen Jahren werden zunehmend auch Rote Listen gefährdeter Biotoptypen bzw. Pflanzengesellschaften publiziert. Festzuhalten gilt, daß Rote Listen von Biotoptypen auf keinen Fall die Roten Listen von Arten ersetzen können.

3. Zu den Begriffen Gefährdung, Schutzwürdigkeit, Schutzbedürftigkeit
Die Roten Listen zeigen nicht die Schutzwürdigkeit. Dieser Begriff ist nicht synonym mit Gefährdung. Das soll an einem Beispiel deutlich gemacht werden:
Die Erreger der Pocken sind aktuell akut vom Aussterben bedroht. Gemäß den IUCN-Kategorien sind sie bereits "Extinct in the Wild". Auf Beschluß der WHO sollen auch die letzten Laborkulturen restlos vernichtet werden (ANONYMUS 1995). Es besteht kein Zweifel, daß (nahezu) die gesamte Menschheit die Auffassung vertritt, die Erreger der Pocken seien auszurotten. Damit gilt diese Art als nicht schutzwürdig. Entsprechendes gilt wohl für alle anderen Humanparasiten. Außerdem ist anzunehmen, daß ein Großteil der Weltbevölkerung auch den "Schädlingen" in Land- und Forstwirtschaft das Existenzrecht abspricht. Gefährdung kann als wertfreies Faktum festgestellt werden, Schutzwürdigkeit impliziert eine Wertung.

Gefährdung = Risiko des Aussterbens einer Art im Bezugsraum einer Roten Liste. Die Einstufung einer Art klassifiziert dieses Risiko in einem möglichst einfachen Kategoriensystem. Die Gefährdung einer Art ist objektiv und wertungsfrei anhand wissenschaftlicher Kriterien abschätzbar.

Schutzwürdigkeit = Bewertung, ob eine Art Schutz durch den Menschen verdient. Dafür gibt es keine wissenschaftlichen bzw. objektiven Kriterien.

Schutzbedürftigkeit = Ist eine Art gefährdet und schutzwürdig, ist sie auch schutzbedürftig.

4. Unterschiedliche Konzeptionen
Gegenwärtig sind unter den Roten Listen zwei verschiedene "philosophische Ansätze" auszumachen.

Die neuen Kriterien der IUCN (1994) sowie viele Roten Listen des angelsächsischen Sprachraum favorisieren ein populationsbiologisches Herangehen. Dieses Konzept verwendet ein strengeres Verfahren zur Bewertung des Gefährdungsgrades, das den gegenwärtigen Kenntnisstand der Populationsbiologie berücksichtigt. Der Zeitraum, innerhalb dessen die Art mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit ausstirbt, wird abgeschätzt. Also das Aussterberisiko. Streng genommen kommt eine Art nur dann in eine Rote Liste, wenn sie im Bezugsraum wirklich zu verschwinden droht.

Der im deutschprachigen Raum verbreitete Ansatz ist stärker bestandsorientiert; er bewertet Bestandsgröße, den Rückgang und die konkrete Gefährdung der Bestände. Also die Funktion einer Art im Naturhaushalt.

Der Autor führt die Entwicklung des bestandsorientierten Ansatzes zumindest zum Teil auf die speziellen Gegebenheiten in Mitteleuropa zurück: Zentraleuropa ist infolge seiner Klimageschichte (Eiszeiten!) recht arm an endemischen Arten. Lediglich die ehemals unvergletscherten Gebiete der Alpen, insbesondere die Ostalpen, beherbergen eine größere Zahl endemischer Arten. Daher trägt Mitteleuropa vergleichsweise wenig zum weltweiten Artenschwund bei; der überwiegende Teil der bisher vom Menschen ausgerotteten Arten hatte ein eng begrenztes Verbreitungsgebiet.

Biodiversität beinhaltet jedoch nicht nur Artenvielfalt, sondern vor allem genetische Vielfalt. Durch die Ausdünnung der Bestände eines Großteils der Arten dürfte die anthropogene Reduktion der Biodiversität in Mitteleuropa weitaus stärker sein, als dies an der Zahl ausgerotteter Arten abzulesen ist. Danach können auch Arten gefährdet sein, wenn sie drastisch zurückgegangen sind, aber trotzdem "sichere" Refugien gefunden haben. In weiten Bereichen ihres vormaligen Verbreitungsgebiets sind sie nicht mehr existent, erfüllen also nicht mehr ihre Funktion im Ökosystem.

Von der Biodiversität her betrachtet, beschränkt sich der populationsbiologische Ansatz der IUCN auf den Aspekt der Artendiversität. Sein Vorteil: er ist klar nachvollziehbar und hat die Bewahrung der Art als solcher, weniger ihrer genetischen Vielfalt, zum Ziel.

Der bestandsorientierte Ansatz versucht, auch den Aspekt der genetischen Vielfalt mit einzubeziehen. Eine Art muß eben in möglichst vielen der ursprünglich von ihr besiedelten Lebensräume und Landschaften noch vorhanden sein, wenn sie ihre Rolle im Naturhaushalt erfüllen soll.

Auch im methodischen Vorgehen divergieren beide Ansätze.

Der populationsbiologische Ansatz setzt Individuen als zählbare Einheiten, ausschließlich generative Vermehrung (strenggenommen mit Panmixie) und sehr viel Wissen über die Auswirkungen genetischer Isolation auf die Vermehrungsfähigkeit der Art voraus. Diese Bedingungen sind jedoch für viele Pflanzenarten und fast alle Wirbellosen nicht erfüllt. So ist bei klonal wachsenden Pflanzen der Begriff des Individuums schwer faßbar, die Dividuen sind bei vegetativer Vermehrung potentiell unsterblich. Fragmentierung ist bei vielen Tierarten eine Gefährdungsursache, nicht aber bei apomiktischen (ohne sexuelle Vermehrung, z.B. Hieracium) Pflanzenarten.

Aus diesen Gründen ist der populationsorientierte Ansatz bisher nur für Großtiere, Vögel und eingeschränkt für einige Gruppen höherer Pflanzen (Orchideen, Kakteen) anwendbar.

Der einseitig populationsbiologische Ansatz führt bei den meisten Arten, die nicht zu den Wirbeltieren gehören, zu unüberwindlichen Schwierigkeiten. Zum Beispiel erwächst ein erhebliches grundsätzliches Problem aus den unterschiedlichen Wachstums- und Reproduktionsraten verschiedener Arten (z.B. Elefant - Taufliege).
Die Einstufung verschiedener Arten in dieselbe Gefährdungs-Kategorie spiegelt daher nicht unbedingt eine gleich hohe Aussterbewahrscheinlichkeit wider. An diesem Beispiel werden auch die Grenzen einer sinnvollen Vereinheitlichung offensichtlich.

Der bestandsorientierter Ansatz scheint für die überwiegende Zahl der Arten besser geeignet. Bei vielen Gruppen sind weit mehr Kenntnisse zur Bestandsdynamik als zur Populationsbiologie vorhanden.

Fazit: Beide Ansätze sind nur schwer miteinander vereinbar.

5. Zum Problem der Vergleichbarkeit
Wenn in einer Gruppe (z.B. Vögel) die Einstufungen vorwiegend anhand nachgewiesener Bestandsveränderungen erfolgen (WITT et al. 1996, HORMANN et al.1997), in einer anderen Gruppe (z.B. Grabwespen) aber nach der Bindung an gefährdete Habitate (wegen Fehlens entsprechender Daten), dann sind die Einstufungen nicht wirklich äquivalent.
Aber auch innerhalb einer Gruppe kann es sein, daß zu einzelnen Arten Daten vorliegen, die Schlüsse auf Bestandsveränderungen erlauben, bei anderen Arten - z.B. wegen methodischer Probleme der Erfassung - aber nicht.
Wahrscheinlich wird man mit dieser Einschränkung leben müssen.

6. Die Bedeutung des Bezugsraums
Die Wahl des Bezugsraums ist von großer Bedeutung für die Aussage der Roten Liste. Die Roten Listen der IUCN bewerten den Weltbestand der Arten. Die Kategorie "Extinct" enthält also Arten, die restlos und unwiederbringlich verschwunden sind.
Demgegenüber ist eine in einer regionalen Roten Liste unter "ausgestorben oder verschollen" aufgeführte Art - von endemischen Arten abgesehen - nicht als Art ausgestorben, sondern nur ihre in dem Bezugsraum ehemals vorhandene Teilpopulation. Eine Rekolonisation ist somit nicht auszuschließen.
Das Verschwinden einer Art aus einem Teil ihres Areals hat daher eine andere Qualität als das vollständige weltweite Aussterben.
Eine begriffliche Unterscheidung dieser beiden Fälle in zukünftigen regionalen Roten Listen ist erwägenswert. GÄRDENFORS (1996) schlägt die Bezeichnung "Regionally Extinct" vor.
Entsprechend kann z.B. eine im Saarland vom Erlöschen bedrohte Art bundesweit sehr häufig und ungefährdet sein. Je kleiner der Bezugsraum ist, desto unwesentlicher ist die Bestandssituation einzelner Arten in diesem Areal für deren Weltbestand (von weltweit extrem seltenen Arten abgesehen). Oft reicht das Verbreitungsgebiet nur geringfügig in einen Bezugsraum hinein.
Um die Bedeutung des Bezugsraums für den Weltbestand einer Art zu dokumentieren, ist der Vorschlag von SCHNITTLER et al. (1994), die "Verantwortlichkeit" mit anzugeben, sehr zu begrüßen.

7. Empfehlungen für Autoren Roter Listen - Was soll die Arbeit enthalten?
Folgende Anforderungen sind zu empfehlen:
· Bezug auf eine anerkannte Konzeption
· Übernahme der Kategorien-Definitionen ohne jegliche Abweichungen; wird dennoch davon abgewichen, sind die Änderungen anzugeben und zu begründen
· Angabe der Einstufungs-Kriterien und deren Anwendung
· Gesamtartenliste, alternativ Verweis auf eine Checkliste (es muß erkennbar sein, welche Taxa als "nicht gefährdet" gelten)
· Angabe von Referenzwerken zur Taxonomie und Nomenklatur; alle aufgeführten Taxa bzw. Namen müssen eindeutig auf eine bestimmte (Unter-)Art bezogen werden können; falls Abweichungen gegenüber den Referenzwerken vorgenommen werden, sind diese zu benennen
· Angabe der Datenbasis mit kritischer Würdigung (räumliche und zeitliche Verteilung, Literatur- und Sammlungsauswertung, etc.), ggf. Verweis auf entsprechende Quellen
· Angabe der letzten Nachweise (ggf. auch erste Nachweise)
· Änderungen gegenüber Vorgängerlisten angeben (Streichungen begründen)
· Behandlung von Problemfällen erläutern
Außerdem können noch Zusatzinformationen angegeben werden. Eine Überfrachtung mit nicht wirklich notwendigen Informationen ist dabei zu vermeiden.

8. Alternative Ansätze: Grüne, Gelbe, Blaue Listen
Der Grundgedanke der Blauen Listen, gefährdete Arten, denen geholfen werden konnte, in einer eigenen Liste zu führen, wurde bereits im Anhang zur ersten "Roten Liste der Brutvögel" Deutschlands (DS/IRV 1971) ins Spiel gebracht. Dort gab es eine "Grüne Liste der Brutvögel". Sie enthielt drei "Arten [Brandgans, Säbelschnäbler, Austernfischer], die früher bedroht waren, aber durch intensive Schutzmaßnahmen (gesetzlicher Schutz, Reservate) aus der Liste bedrohter Arten gestrichen werden konnten". Bei den Fortschreibungen der Roten Liste ging diese "Grüne Liste" dann wieder verloren. Der Begriff wurde bald anderweitig besetzt.
IMBODEN (1987) (zit. nach DIAMOND 1988) schlägt als Alternative zur Roten Listen die Grüne Liste vor. Darin sollen jene Arten aufgelistet werden, für die bekannt ist, daß ihre Bestände nicht erheblich zurückgehen und ein Rückgang in den folgenden 10 Jahren unwahrscheinlich ist. Diese Arten gelten als gesichert. Damit soll die Fehlinterpretation vermieden werden, Arten, die nicht in einer Roten Liste aufgeführt sind, seien nicht gefährdet.
ZBINDEN (1989) hat "Arten mit großen Beständen", d.h. "Arten, bei denen gesamtschweizerisch gesehen längerfristig kein negativer Bestandstrend erkennbar ist und solche, die bei abnehmender Tendenz noch über große Bestände verfügen" in einer Grünen Liste dokumentiert.
FRANK et al. (1990) schreiben zu ihren "Biologisch-ökologischen Daten zur Flora der DDR": "Neu erstellt wurde eine Grüne Liste. Ziel war die Einstufung von nicht im Rotbuch aufgeführten Arten im Sinne ihrer Schutzbedürftigkeit, da sich gerade bei seltenen, nicht geschützten Arten aber auch z.T. bei zerstreuten und noch häufigen Arten oft enorme Rückgangstendenzen bemerkbar machen, die oft übersehen werden". Unterschieden wurden insgesamt 9 Bestandskategorien, von denen 4 ("Art in Ausbreitung, häufig", "Art in Ausbreitung, zerstreut bis selten", "kaum Bestandsveränderungen, häufig", "ephemer") als Kategorien der Grünen Liste geführt wurden.
HERKENRATH (1990) schlägt eine Gelbe Liste vor, um "zur Vorwarnung die Arten auf[zu]zählen, die bei überregional langfristig abnehmender Tendenz noch große Bestände aufweisen". Die Grüne Liste solle "die Arten enthalten, die bei großen Beständen nicht abnehmen". Zusammen mit der Roten Liste entsteht damit eine Ampelliste. Seine Intention ist, "mittels der Ampelliste von der Konzentration auf die Rote-Liste-Arten weg und zu einer Gesamtbetrachtung der ganzen Artenfülle hinzukommen."

Diese Anliegen sind - unter Verzicht auf die Termini Gelbe, Grüne und Ampel-Liste - im "Schnittler-Konzept" (SCHNITTLER et al. 1994) optional enthalten. Die dort für Floren- oder Faunenlisten vorgeschlagenen Kennzeichnungen für "zurückgehende Arten, Vorwarnliste", "derzeit nicht als gefährdet angesehene" und "mit Sicherheit ungefährdete Arten" entsprechen sinngemäß der Gelben und Grünen Liste.
Die Idee einer Grünen Liste ist aus einem anderen Grund für viele Organismengruppen bedenkenswert. Bei der Erstellung Roter Listen müssen vorwiegend solche Arten bewertet werden, die nur selten gefunden werden, über die also nur wenige (aktuelle) Daten vorliegen. Soweit keine umfangreiche Datenbasis aus früheren Jahren vorliegt, muß die Bewertung also auf der Grundlage weniger Daten erfolgen. Diese Situation besteht bei den meisten Invertebraten und Kryptogamen. Naturgemäß ist die Bewertung daher mit Unsicherheiten behaftet.
Arten, von denen umfangreiche Daten verfügbar sind, lassen sich viel leichter und mit höherer Sicherheit bewerten. Arten, die häufig sind und keinen starken Bestandsrückgang zeigen, gelten als ungefährdet. Diese könnten in einer "Grünen Liste" zusammengefaßt werden. Diesem Vorteil steht jedoch der fragwürdige Nutzen für die Naturschutz-Praxis gegenüber. Wohl deshalb wurden reine Grüne Listen bisher nicht publiziert.
GIGON et al. (1998) machen darauf aufmerksam, daß mittlerweile auch "Arten, mit denen international Freihandel getrieben werden darf" informell als Arten der Grünen Liste bezeichnet werden.

"Blaue Listen sind Verzeichnisse jener Rote-Liste-Arten, welche im Untersuchungsgebiet gesamthaft eine Bestandesstabilisierung oder -zunahme erfahren haben" (GIGON et al. 1998, 1998[1999]). Die Dokumentation solcher Erfolge (Positiv-Information) in Blauen Listen hat das Ziel, motivierend zu wirken und damit ein größeres individuelles und gesellschaftliches Engagement im Natur- und Artenschutz hervorzurufen. Blaue Listen sollen zeitgleich zu Rote Listen erarbeitet werden und räumlich das gleiche Gebiet umfassen. Sie sind ein einfaches Instrument der Erfolgskontrolle des Naturschutzes. Sie liefern damit Grundlagen für die Optimierung der Naturschutzarbeit.

Fazit: Rote Listen gibt es nun schon seit drei Jahrzehnten. Sie sind etabliert. Es wird spannend zu beobachten sein, inwiefern auch die alternativen Ansätze einen festen Platz in der Naturschutzarbeit einnehmen werden.

Literatur
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WITT, K., H.-G. BAUER, P. BERTHOLD, P. BOYE, O. HÜPPOP & W. KNIEF (1996): Rote Liste der Brutvögel Deutschlands. - Berichte zum Vogelschutz 34: 11-35.
ZBINDEN, N. (1989): Die Entwicklung der Vogelwelt in der Schweiz. - 41 S., Schweizerische Vogelwarte Sempach.

Hinweis: Auf der CD "Rote Listen auf CD-ROM" (KÖPPEL et al. 1998[1999]) befinden sich alle aktuellen und historischen Roten Listen der gefährdeten Tiere, Pflanzen, Pflanzengesellschaften und Biotoptypen des deutschsprachigen Raumes (Deutschland . Österreich . Schweiz . Liechtenstein . Südtirol). Insgesamt wurden rund 2.000 Rote Listen mit über 940.000 Datensätzen erfaßt, analysiert und bewertet (> 5.000 Seiten). Bezugsraum: Regional (Städte, Landkreise), Kantone, Bundesländer, National, Europa, Weltweit (europäische Arten der IUCN-Listen). Insofern vorhanden wurden auch alle nicht gefährdeten Arten mit aufgenommen sowie Anmerkungen zu Aussterbedatum, Vorkommen, Bestand und Schutz. Was kann die CD? Es existieren vielfältige Abfrage-, Auswertungs- und Exportmöglichkeiten, z.B. Literaturdatenbank mit über 4.500 Titel. Auch können eigene Listen zum Abgleich mit Roten Listen importiert werden. Hierzu wurden viele Schnittstellen geschaffen, z.B. zu natis, ein naturkundliches Programm in Hessen. Ergänzt wird die Datensammlung durch 23 Beiträge namhafter Autoren: Prof. A. Gigon (Blaue Listen), Prof. B. Gerken (Megafauna) und andere. Neben Erstveröffentlichungen von Roten Listen finden sich hier konkrete Beispiele von Natur- und Umweltschutztechniken zum Erhalt und zur Förderung von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten mit vielen Farbabbildungen. Service: Netzwerkfreischaltung (spezielles Angebot für Behörden, Institute und Büros), Support, jährliches update. Die CD-ROM kann für 148 DM direkt beim Verlag für interaktive Medien bezogen werden.

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